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Familienwanderung zur Ifingerhütte

Weil es so schön war, verlängerten wir unseren Aufenthalt in Südtirol. Eine Familienwanderung zur Ifingerhütte war geplant. Also machten wir uns auf den Weg zur Taser Alm im Naturparadies Schennaberg. Zwischen Schenna und Verdins steigt die Taser Seilbahn auf 1450m hinauf. Oben angekommen staunten die Kinder nicht schlecht. Die Alm ist auf Familien spezialisiert und wartet mit einem tollen Spielplatz und grandiosem Blick auf die umliegende Wiesen- und Berglandschaft auf. Aber zuerst wollten wir wandern. Also auf zur Ifingerhütte! Der Weg ist als „leichte Familienwanderung“ beschrieben. Dies gilt jedoch definitiv nur für die Sommermonate, da im Frühjahr in diesen Höhen noch viel Schnee liegt. Streckenweise war es für uns eine gewaltige Rutschpartie. Angekommen bei der Ifingerhütte versanken wir knietief im unberührten Schnee und die Kinder versuchten sich am Schaukeln unter der Schneedecke. Nach einem kleinen Picknick wanderten und schlitterterten wir wieder bergabwärts, zurück zur Taser Alm.

Die Taser Alm ist absolut auf Familien mit Kindern eingerichtet, ohne dabei künstlich und überladen zu wirken. Auf dem weitläufigen Gelände können Kinder sich gefahrlos frei bewegen und an den abwechslungsreichen Spielgelegenheiten austoben. Eltern entspannen bei einem Cappuccino auf der Terrasse des Cafés oder lassen sich einfach auf einer der Holzliegen die Sonne auf die Nase scheinen. Kleine Tierliebhaber können sich über einen kleinen Bauernhof mit Lamas, Ponys, Eseln und Meerschweinchen freuen. Als wir dort waren, lief sogar ein Rehkitz frei auf dem Gelände herum und holte sich im Café bei seiner Ziehmutter, der Besitzerin der Alm, seine Milchportion aus der Flasche ab. Wer nicht nur einen Nachmittag hier oben verbringen will, kann auch ein Appartment oder Chalet buchen. Wir haben es auf jeden Fall am Ende des Tages bedauert, mit der letzten Seilbahn wieder herunterfahren zu müssen.

Passy Mont Blanc – Sommerurlaub mit Kindern

Schon lange wollten wir den Mont Blanc sehen. Jedoch stellte sich die Frage, ob wir in unserer jetzigen Familiensituation viel davon haben würden. Wir sind weder Skifahrer noch Eiskletterer und mit Baby können wir momentan auch keine Wanderungen und/oder Seilbahnfahrten in große Höhen unternehmen. Da wir diesen Sommer aber ohnehin mit Endziel Barcelona einmal durch ganz Frankreich fahren mussten und uns die Strecke durch die französischen Alpen landschaftlich wesentlich reizvoller erschien, als über Lyon zu fahren, haben wir den kleinen Umweg gewagt und keineswegs bereut.

Passy Mont Blanc bietet alles, was ein Sommerurlaub mit der Familie braucht. Hübsche Chalets, ein klarer Badesee (Lac de Passy) und ausreichend Freizeitaktivitäten vor Ort und von überall eine tolle Aussicht auf den „weißen Berg“. Dieser ist mit 4810m der höchste Berg der Alpen und in der EU. Auch wenn dieser trotz seiner Höhe eher bescheiden daher kommt, dominiert der stark vergletscherte Berg das Panorama.

Wir hatten Glück, noch ein Chalet von 10 kleinen „Greniers“ des Ehepaars Smeyers zu bekommen. Dort wurden alle sehr herzlich empfangen. Der erste Eindruck der Kinder war: „Eine Woche bei Heidi“. Die Beschreibung trifft es ganz gut. Jeder Blick hier vedient einen Rahmen. Zwischen den Chalets gibt es einen kleinen Spielplatz und eine Tischtennisplatte. Hier wachsen wilde Kräuter und Obstbäume und selbst aus dem kleinen Fenster neben dem Bett hat man einen wunderschönen Blick auf den Mont Blanc. Fußläufig in 5 Minuten ist ein Bäcker erreichbar. Wie es wohl wäre, gleich hier gegenüber zum Kindergarten zu gehen, überlegen wir mit dem großen Kleinen. Das tägliche Frühstück auf der Holzveranda mit der traumhaften Aussicht haben wir jedenfalls sehr genossen.

Chalets „Greniers du Mont Blanc“ in Passy

Der Lac de Passy hat einen langen, flach abfallenden Sandstrandabschnitt und ist deshalb auch für kleinere Kinder perfekt. Durch das niedrige Wasser ist der See auch nicht besonders kalt. Selbst mit fabelhaftem Wetter, zur Hochsaison und am Wochenende war es nie überlaufen. Direkt am See gibt es auch einen Campingplatz. Freizeitangebote wie Kletterwald, Aquapark, Trampoline, Stand up paddling u.v.m. machen sicher auch einen längeren Aufenthalt kurzweilig.

Aquapark für Kinder Mont Blanc

Paraglider starten

Pleine Joux Paraglider

Das Skigebiet „Pleine Joux“ liegt auf 1360m und ist daher problemlos mit dem Auto zu erreichen. Hier kann man stundenlang Paraglidern und Drachenfliegern zusehen oder unternimmt kleine Wanderungen z.B. den Spaziergang bergab zum „Lac Vert“.

Lac Vert Passy Plaine Joux

Passy Mont Blanc ist sehr gut gelegen. Es hat einen großen Carrefour-Supermarkt und einen Decathlon Mountain Store. Wen es auf die großen Gipfel zieht, der fährt in 20 Minuten nach Chamonix und erreicht dort alle Seilbahnen am Mont Blanc Massiv.

Chamonix Mont Blanc mit Kindern

Mont Blanc – „Dach von Europa“

Im Mont Blanc Massiv gibt es zahlreiche Gipfel, die ganz ohne Anstrengung von Chamonix aus für jedermann zu erreichen sind. Nach einer 20 minütigen Seilbahnfahrt kommt man z.B. bereits auf die Aguille di Midi (3842m). Dort gibt es für gänzlich Unerschrockene sogar eine Aussichtsplattform aus Glas, so dass man den Schritt ins Leere wagen muss. Trotz der leichten Anreise, sollte man unbedingt daran denken, dass in diesen Höhenlagen entsprechende Kleidung wichtig ist! Familien können für 195,40€ einen Familienpass erwerben, den Multipass. Mit diesem haben Eltern und bis zu vier Kindern einen Tag lang unbegrenzten Zugang zu den meisten Seilbahnen.

Aiguille du Dru 3754m

Mit Baby in die Berge

Für uns fiel diese Option leider aus, da wir derzeit mit Baby unterwegs sind. Diese Höhenlagen können für junge Kinder gefährlich werden. Vor allem, wenn es mit dem Aufstieg zu schnell voran geht. Der Alpenverein hat zu dem Thema Informationen herausgegeben. Die Broschüre „Baby am Berg“ klärt über alle Risiken auf und erklärt, wie und wieweit man sich dennoch hoch wagen darf. Nach ausführlicher Recherche haben wir uns dazu entschlossen, unseren Mini-Menschen (6 Monate) zum Montenvers  mitzunehmen. Der berühmte Aussichtspunkt auf das „mer de glace“  liegt auf 1913m. Empfohlen wird die Fahrt mit der roten Zahnradbahn zum Gletscher ab einem Alter von 1 Jahr. Unser Mini hatte keinerlei Beschwerden und war nicht das einzige Baby am Berg. Dies soll jedoch keine generelle Empfehlung sein und jeder muss hier selbst abwägen.

Gletscher hautnah

Touristen aus aller Herren Länder mischen sich mit Eiskletterern. Aber auch wenn wir in der Hochsaison oben waren und die Bahn sehr voll war, hat der Ausflug nicht an Charme verloren. Das Panorama ist wirklich beeindruckend. Eine wackelige Seibanhnfahrt und etwas über 400 Stufen weiter war der Besuch der in den Gletscher gehauenen Eisgrotte ein besonderer Spaß für die Kinder. Eine ideale Beschäftigung an einem heißen Sommertag. Das kleine Gletschermuseum an der Bergstation erzählt modern und anschaulich von den Bedeutung und dem Rückgang der Gletscher weltweit.

Aus der Eisgrotte zurück in Licht

Chamonix – die ganze Welt trifft sich in „Cham“

Wieder unten angekommen läd Chamonix zum Bummeln ein. Hier gibt es nicht nur das übliche Touristen-Angebot, sondern auch viele Shops v.a. von führenden Sportausrüstern. Essen kann recht teuer sein. Wir hatten Glück und haben Burger und Pommes bei POCO LOCO gegessen. Eigentlich besteht der Laden aus zwei engen Fluren auf zwei Etagen. Die Einrichtung mit Getränkedosen und Werbeschildern aus Blech sowie Lichterketten in Kombination mit der alten Wand aus Felssteinen ist wirklich sehr ausgefallen. Ich könnte mir vorstellen, dass hier die ein oder andere Partynacht ausklingt. Die Burger schmecken jedenfalls überragend und hatten einen fairen Preis. Übernachtet haben wir wegen des fantastischen Badesees im benachbarten Passy Mont Blanc. Die internationale und offene Atmosphäre in Chamonix hat uns aber so begeistert, dass wir beim nächsten Mal unbedingt auch 12 Nächte direkt in Chamonix verbringen möchten. Auf den Straßen kann man alle Sprachen hören. Zahlreiche Konzerte und Sportevents finden hier statt und individuelle Cafés und Restaurants laden dazu ein, es sich mit Crêpes, Galettes und Milchkaffee gut gehen zu lassen. Und von wirklich überall der Blick auf den „weißen Berg“.