Schlagwort: Hohe Tauern

Auf die Berge und runterkommen

Wandern mit Kindern zur Viehausalm

Runterkommen im Großarltal

Nach unserer Unterkunft in luftiger Höhe im Berghotel Rudolfshütte führte uns unser Weg im Nationalpark Hohe Tauern in Österreich in das Bergsteigerdörfchen Hüttschlag, das auf auf 1020m und ca.8km von Großarl entfernt liegt. Was wir mit Kindern im Großarltal unternommen haben und warum es für uns ein perfekter Ort zum Runterkommen ist, könnt ihr in diesem Blogbeitrag lesen.

Das Wasser ist türkisblau und eiskalt

Bergsteigerdorf Hüttschlag

Ein Drittel der kleinen Gemeinde Hüttschlag liegt im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark der Alpen. Hier ticken die Uhren spürbar langsamer. Unser erster Ausflug führt uns zum Talschluss, wir wandern am Kreealmwasserfall vorbei, halten am Wildgehege, bestaunen die Fliegenfischer, die am Fluss neben der Wegstrecke angeln, machen Picknick am flachen Wasser und frieren uns im Kneipp Pfad bei eisigen Wassertemperaturen fast die Füße ab. Kaum wärmer ist der Naturpool an unserem Appartment, aber die Kinder stürzen sich trotzdem wagemutig ins kühle Nass. Vom Pool aus beobachten wir, wie Vater und Sohn die Wiese am steilen Hang mit der Sense mähen und überall duftet es nach Wildkräutern.

Großarl: Wandern mit Kindern zur Viehausalm

Unsere zweite Wanderung beginnt am Himmelsknoten, einem Holzdenkmal der ortsansässigen Pfadfindergilde. Hier können wir parken. Ein Forstweg führt zur zur Mooslehenalm. Weiter geht es zur Igltalalm und zur Viehhausalm. Diese Wanderung ist besonders gut für Kinder geeignet. Selbst für kleinere Kinder dürfte die Strecke gut zu bewältigen sein. Die Wege sind so breit, dass man sie selbst mit einem geländetauglichen Kinderwagen nehmen könnte. Wir lassen die Igeltalalm (Niggeltalalm) hinter uns, obwohl sie mit dem Wasserrad am Bächlein vor der Hütte einladend aussieht. Sie soll mit Spielplatz und vielen Tieren auf dem Hof ein wahres Kinderparadies sein. Da wir aber noch nicht lang gewandert sind, machen wir hier keine Rast.

Wandern mit Kindern im Großarltal

Wir wandern weiter zur Viehhausalm, wo sich ein wunderschöner Blick aufs Großarltal auftut.

Blick auf das Großarltal

Die Alm hat tolle Sonnenplätze mit Blick über das Tal und wir genießen hausgemachte Kuchen und Suppe. Auch deftige Brotzeitplatten bekommt man hier natürlich.

Eltern Wellness

An der Alm gibt es eine Gamsbock-Schaukel und einen Kletterbaum. Außerdem grasen Kühe und kleine Ziegen rund um die Alm. Sogar kleine Hasen gibt es zu bestaunen. Das besondere Highlight ist aber ein kleiner Teich, in dem jede Menge Kaulquappen zu beobachten sind.

Wir konnten den Forscherkindern ganz entspannt aus den Hängematten zusehen.

Runterkommen in den Bergen

Das ist, was ich unter Wellness verstehe. Erst in solchen Momenten wird uns klar, wieviel Lärm und Hektik uns sonst umgibt. Außer den Stimmen unserer Kinder aus der Ferne, ein paar Kuhglocken und Vogelgezwitscher hören wir gar nichts und lassen uns die Sonne auf die Nasen scheinen. Der Abstieg erfolgt entweder am Wanderweg oder über den Forstweg zur Mooslehenalm. Schließlich gelangt man wieder zum Himmelsknoten.

Action mit Kindern im Großarltal

Nun klappt es ohnehin nicht, dass wir stunden- oder gar tagelang mit friedlich spielenden Kindern tiefenentspannt auf dem Berg sitzen. Manchmal muss eben auch etwas Action her.

Geisterberg St. Johann

Wer es nach so viel Ruhe etwas quirliger und animierter mag, kann in St. Johann im Pongau den Freizeit- und Erlebnispark Geisterberg auf 1800m besuchen. Die Alpengeister Gspensti und Gspuki führen die kleinen Besucher durch über 40 Spiel- und Erlebnisstationen. Es gibt Riesenschaukeln, Vogelnester, Kletterdrachen, Rutschen, Wippen, Wasserspiele, Klettertürme und ein Floß, mit dem man sich über einen Teich ziehen kann. An den einzelnen Stationen können die Kinder Sticker auf eine Sammelkarte kleben, die am Ende gegen ein kleines Geschenk eingetauscht wird. Letztlich ist es wahrscheinlich Typsache, wieviel Unterhaltung man am Berg benötigt. Kinder, die das Laufen sonst nicht gewohnt sind, langweilen sich hier sicher nicht. Wir alle waren uns am Ende des Tages jedoch einig, dass wir zwar einen schönen Tag hatten, die Berge für uns aber auch ohne zusätzliches Erlebnisprogramm spannend genug sind.

Rucki-Zucki’s-Gaudi-Alm

Was klingt wie eine Après-Ski-Bar wurde zu einem unserer Lieblingsplätze im Großarltal. Das 4500 qm große Freizeitareal bietet einen Wasserspielbereich, Mini-Holz-Almhütten als Spielhäuser, ein kleiner Zoo mit Ziegen und Hühnern, eine GoKart-Bahn, ein Kristallbergwerk mit Geheimgängen, Höhlen und Schätzen und einen Bergsee mit Floß-Seilfähre. Direkt neben dem Spielbereich liegen Fußball- und Beachvolleyballfelder, Tennisplätze und ein Minigolfplatz. An den Sportbereich schließen sich das öffentliche Freibad und ein kleines Restaurant an, in dem man gut Pizza (auch zum Mitnehmen) essen kann. Ab dem späten Nachmittag finden sich an den Sportfeldern wirklich immer ein paar Mitspieler. Wem hier langweilig ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Noch Wochen später hat unser damals 3- jähriger nach dem „Rucki-Zucki-Altenheim“ bzw. dem „Rucki-Zucki-Aldi-Heim“ gefragt ;). Aber im Ernst: Gäbe in unserer Nähe eine derart vielfältige Freizeitanlage, würde uns das so manche Diskussion ersparen.

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Weitere Informationen über die Regionen (Großarltal, Zell am See / Kaprun, Nationalpark Hohe Tauern u.v.m.) bekommt ihr auf der Seite des Salzburger Landes. Wie wir nach dieser sonnigen Woche auch schöne Regentage in Kaprun bei Zell am See verbracht haben, könnt ihr hier nachlesen.

Mit Kindern im Berghotel Rudolfshütte – Urlaub im Nationalpark Hohe Tauern

Schlafen auf 2315m Höhe

Oben auf dem Berg fühlen wir uns am wohlsten. Hier ist die Luft frisch, der Blick weit und der Kopf frei. Immer wieder zieht es uns deshalb hoch hinaus. In diesen Ferien schienen die Bedingungen allerdings nicht günstig. Ich war im 6. Monat schwanger, wir reisten mit drei Kindern und der „große Bruder“ war erst drei Jahre alt. Anspruchsvolle Wanderungen waren also kaum möglich. Umso größer die Freude, als wir für den Auftakt unseres Österreich Urlaubs noch ein freies Familienzimmer im Berghotel Rudolfshütte bekommen konnten. Wie oft schon haben wir uns geärgert, am Ende des Tages nach der Wanderung wieder mit der Seilbahn hinab zu müssen. Dieses Mal durften wir oben bleiben und ohne große Anstrengung Zeit in luftigen Höhen verbringen. Mitten in der Natur des Nationalparks Hohe Tauern auf 2315m.

Selbstversorgung am Berg?

Zwei Kinder übernachten gratis. Noch ein Beistellbett im Zimmer? Gar kein Problem. Mal ehrlich – dass die Übernachtung sogar für 2 Kinder frei ist, gibt es nur sehr selten und wenn dann nur, wenn der Preis pro Erwachsenem im Pauschalangebot wahnsinnig überteuert ist. Die Preise in der Rudolfshütte sind absolut fair – in unserem Fall sogar inklusive Halbpension und Kinderprogramm. Zugegeben, sind wir sonst absolut keine Pauschalurlauber, aber oben am Berg wird es mit der Selbstversorgung ja doch etwas unbequem.

Anreise mit Turbulenzen

Für die lange Anreise nach Uttendorf am Weißsee planten wir extra viel Zeit ein. Wir mussten schließlich noch die Seilbahn zur Rudolfshütte erreichen. Und trotzdem kam, was kommen musste: Der Puffer reichte nicht aus. Stau, Stau, Stau… Das Navi berechnete, dass wir 5 Minuten nach der letzten Seilbahn am Ziel ankommen würden. Mit Sack und Pack und Kindern im Halbdunkeln den Berg zu Fuß zu bewältigen schien keine Alternative. In Uttendorf angekommen, hatten wir dann doch noch etwas aufgeholt und schöpften Hoffnung. Gleichzeitig mussten wir leider feststellen, dass wir noch nicht am Ziel waren. Von Uttendorf sind es noch 17 km bis zur Talstation der Weißsee Gletscherbahn, dem Enzigerboden. In schier endlosen Serpentinen ging es den Berg hoch. „Mama, mir ist schleeeecht!“. Uns ehrlich gesagt auch, aber wir waren damit beschäftigt, allen Kindern klar zu machen, welche Aufgabe sie beim Aussteigen zu erledigen hatten. Am Parkplatz angekommen, klappte tatsächlich alles wie am Schnürchen. Die torkelnden Kinder zogen sich ihre Jacken über und standen mit den richtigen Kuscheltieren, Taschen und Koffern beladen am Schalter der Seilbahn.

Geschafft! Im doppelten Wortsinn. Wir hatten in letzter Minute die letzte Seilbahn erreicht. Das Wetter war mehr als bescheiden, dennoch genossen wir den Ausblick auf die Berglandschaft. Ein Fluss führte unter uns den Berg hinab, wir sahen Gämse und auch einen Wasserfall konnten wir entdecken.

In der Hütte und an der Hütte und um die Hütte herum

Die Rudolfshütte ist nicht wirklich im klassischen Sinne eine Hütte sondern vielmehr ein mit allen Extras ausgestattetes Hotel. Es bietet komfortabel eingerichtete Zimmer in verschiedenen Größen mit eigenem Bad, aber auch einen Hütten-Schlafraum mit 11 Betten und Dusche/WC auf dem Gang. Übernachtet man in einem der Hotelzimmer, sind auch Sauna und Schwimmbad inklusive. Die Rezeption stelllt dafür Handtücher und Bademäntel zur Ausleihe bereit. Das Schwimmbad war bei uns nie überfüllt und hat wirklich eine angenehm warme Wassertemperatur. Die Sauna darf zu bestimmten Zeiten sogar mit Kind besucht werden. Ich durfte sie luxuriöserweise sogar allein testen. Die Großen haben derweil mit den „Weißsee-Füxxen“ Specksteine zu Anhängern geschnitzt und der Papa hat mit dem Filius im Zimmer Mittagspause gemacht. Die Aussicht aus der Sauna direkt auf den Bergsee ist der Hammer. Kleiner Schreckmoment: Bis heute weiß ich nicht, ob man sich auch andersherum von Draußen des Blickes in die Sauna erfreut. 😀

Im gemütlichen Foyer und Essensbereich sitzt man mit tollem Panoramablick auf die alpine Bergwelt der 3000er.

Das Buffetangebot ist überwiegend regional, reichhaltig und abwechslungsreich. Bisweilen vielleicht etwas „schwer“, aber das bringt die österreichische Küche wohl so mit sich und Suppe und Salat gibt es täglich zur Auswahl. Die Kinder können sich frei bewegen und nutzen gern die angebotenen Räume wie z.B. das Kicker oder Billiardzimmer. An der Rezeption stehen Billiardkugeln, Kickerbälle und Gesellschaftsspiele zur Ausleihe bereit.

Angebote der Rudolfshütte nutzen

Wir genießen es sehr, im Urlaub Zeit mit unseren Kindern zu haben und sind normalerweise keine großen Fans von Mini-Clubs und dergleichen. Das Programm der „Weißsee-Füxxe“ ist aber wirklich gut durchdacht und fernab von bloßer „Kinder-Aufbewahrung“. Im Haus gibt es sogar eine eigene Indoor-Kletterwand, an der wir einen Familienkletterkurs machen durften.

In besonderer Erinnerung haben die Kinder auch einen Nachmittag, den sie mit den Trainern in der Natur verbracht haben. Barfuß im eiskalten Fluss haben sie Frösche, Wasserläufer und  Köcherfliegen gesammelt und am Flussufer die Tiere in Bechergläsern mit Lupen beobachtet und mit Karteikarten bestimmt. Natürlich wurden alle hinterher wieder behutsam in den Fluss entlassen.

Mit Kindern in die Berge

Wer mit Kindern in den Bergen unterwegs ist braucht Zeit. Jede geplante Tour dauert mit kleinen Kindern drei Mal so lang wie angegeben. Da wir mit Kleinkind unterwegs waren und ich zu der Zeit bereits schwanger mit Nummer vier herumkugelte, haben wir uns nur kurze Rundwege vorgenommen und an einer kleinen, geführten Naturbeobachtungswanderung teilgenommmen, bei der wir jedoch „verloren gegangen“ sind. Natürlich haben wir dem Bergführer ausrichten lassen, dass alles okay mit uns ist. Ich denke in Zukunft wandern wir lieber nur noch allein. Das Warten auf die Gruppe hat irgendwie nicht gut funktioniert. Unsere Kinder gehören zum Typ „mountain runner“. Je kraxeliger die Strecke, desto besser.

Schwanger in den Bergen

Zum Glück war ich noch am Anfang der Schwangerschaft, so dass mein Gleichgewicht nicht beeinträchtigt war. Zum Zeitpunkt der Buchung hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht. Erst im Nachhinein las ich in den Informationen des Hotels, dass sich werdende Mütter wegen des Aufenthalts in der Höhe mit dem Arzt abstimmen sollten. Dr. Google weiß zu dem Thema natürlich jede Menge Ängste zu schüren. In der Broschüre des Deutschen Alpenvereins (DAV) „Mit Babybauch in die Berge“ ist zu lesen, dass Schwangere ohne Akklimatisierung nicht über 2500m gehen sollten. Wir lagen mit 2315m noch drunter und meine Ärztin gab ebenso grünes Licht. Die höhere Belastung konnte ich dann aber doch spüren. Vor allem am Anfang fühlte sich jeder Spaziergang einfach ein bißchen anstrengender an. Das gut verpackte Babykind strampelte und trat munter wie bisher.

Beachte für einen Bergaufenthalt im Sommer

Ohne feste Wanderschuhe, warme Kleidung und Regenschutz geht es in den Bergen nicht. Die Außentemperaturen können sehr unterschiedlich sein. Sie liegen im Sommer zwischen -5°C und +22°C.

Wir hatten Schnee, Regen und Kälte…

…und strahlenden Sonnenschein

Im Winter verspricht die Rudolfshütte übrigens 23 Pistenkilometer, Schneesicherheit und Skipass ohne Wartezeiten.

Regenwetter in Zell am See

Regentropfen auf einem Blatt

Der Sommer, der sich wie ein ewiger April anfühlt, zeigte sich auch in Österreich (Hohe Tauern) sehr launisch. Regenwetter in Zell am See ist mit 17-18 durchschnittlichen Regentagen in den Monaten Mai bis August keine Seltenheit.

Sommer ist, wenn man trotzdem lacht

Dem Alpensalamander wären wir wohl ohne die Regengüsse auf unserer Wanderung auf der Höhenpromenade der Schmittenhöhe nicht begegnet. Der laut Reiseführer oftmals überfüllte Weg war fast menschenleer und Kakao und Palatschinken auf der Hütte schmeckten umso besser.

Wem es dann noch nicht nass genug ist, sei der Besuch einer Klamm (z.B. Sigmund Thun Klamm) ans Herz gelegt. Zugegeben: Bei Sonnenschein und Hitze hätte der Besuch wahrscheinlich NOCH mehr Spaß gemacht.

Zum Glück bekommt man bei den meisten Appartments und Hotelzimmern eine Gästekarte. Mit dieser kann man sehr viele Freizeitattraktionen und zahlreiche Seilbahnen kostenlos oder vergünstigt nutzen. Also haben wir es uns bei Regenwetter sehr häufig im Tauern Spa gutgehen lassen. Im großen, warmen Außenbecken mit Blick auf die umliegenden Berge, kann man es auch bei Kälte und Regen gut aushalten. Sportangebote können genutzt werden und für Kinder gibt es einen eigenen Kinder-Spa-Bereich mit verschiedenen Rutschen.

Auch der Besuch im Nationalparkzentrum Mittersill hat Spaß gemacht. Das Museum ist modern und anschaulich gestaltet. Es gibt Tierlaute zuzuordnen, ein großes Stück „Gletscher“ zu ertasten, eine Murmeltierhöhle zu erforschen und vieles mehr. Wie bei einer kleinen Wanderung durch den Nationalpark Hohe Tauern, führt ein Rundgang die Besucher an verschiedenen Erlebnisstationen von Naturraum zu Naturraum.

Schönwetter-Stunden schnell nutzen.

Die Areitbahn in Zell am See fährt von 9 bis 17 Uhr zu einem besonders unterhaltsamen Wanderweg für Kinder . Zu viel künstliche Unterhaltung am Berg ist befremdlich und überflüssig, aber „Schmidolins Feuertaufe“ integriert gelungen zahlreiche spannende Bewegungsaufgaben in die waldige Berglandschaft. Da wir nur wenig Zeit hatten, um die letzte Bahn ins Tal noch zu bekommen, konnten wir leider nicht den ganzen Weg gehen.