Kategorie: Magazin

Bergsommer – mit Kindern in die Berge

Berge oder Meer?

Wenn es um den Sommerurlaub geht, kommt jedes Mal wieder dieselbe Frage auf. Wollen wir den Sommer mit den Kindern in die Berge oder geht es ans Meer? Es ist so schwer zu entscheiden. Der Bergsommer kann einem mit Pech einige Regentage bescheren und die Frostbeulen unter uns springen auch bei strahlendem Sonnenschein nicht in jeden Bergsee. Das Meer ist, zumindest im Süden, wärmer, bietet Weite und Spaß am Strand und mit Glück gibt es den ein oder anderen Küstenort zu besuchen. Wir fahren wirklich gerne ans Meer und versuchen, es einmal im Jahr zu schaffen. Die Berge aber brauchen wir. Nirgendwo sonst finden wir so viel Ruhe. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir den Tag über still meditierend umherwandern oder in Yoga-Positionen am Berg verharren. Versucht das mal mit 4 Kindern…;) Die Umgebung gibt die Aktivität vor: Wir wandern, beobachten Tiere und Pflanzen, kraxeln, klettern und waten durch Bäche und Flüsse. Wir schalten ab und tanken Kraft.

Mit Kindern in die Berge!

Dieses Jahr werden wir vorraussichtlich wieder Meer und Berge in Angriff nehmen – aber als erstes geht es zum Runterkommen in die Berge.

Aber wie finde ich das passende Ziel?

  1. Das ganze Jahr über stöbere ich gern in Zeitschriften und Magazinen wie den Geo-Saison-Ausgaben, den Panorama Magazinen des Deutschen Alpenverereins oder dem Reisewelt Alpen Magazin. Schöne Wanderungen oder Hotelempfehlungen fotografiere ich ab und lege mir dafür einen Ordner in meinem Handy an.
  2. Gleiches geschieht mit Blogs. Ehrlich gesagt, bin ich kein regelmäßiger Blog-Leser. Gefällt mir aber ein Bild von Bloggerkollegen auf Instagram besonders gut, schaue ich natürlich, ob ich einen Artikel dazu auf dem entsprechenden Blog finden kann. Oft sind diese schon im Profil verlinkt. Meine Blogempfehlungen folgen unten.
  3. Dann schaue ich mich auf der Landkarte um. Auf Google Maps habe ich mit Routenplaner und Zwischenzieleingaben in Gedanken schon sehr viele Touren unternommen. Und wenn ein Ziel geografisch sehr interessant aussieht, schaue ich es mir auch schon einmal auf Google Earth an, um einen genaueren Eindruck zu bekommen.
  4. Gefällt mir ein Ort, hole ich mir auf der jeweiligen Internetseite Informationen. Jede Region hat meist auch eine eigene Tourismus – Seite, auf der man alles über Ausflüge, aktuelle Veranstaltungen, Liftzeiten, Restaurants, Hüttenöffnungszeiten usw. erfährt.
  5. Übernachten: Wird es konkret, beginne ich nach Unterkünften zu suchen. Neben den üblichen Seiten wie booking.com oder airbnb, empfiehlt es sich auch hier, bei der örtlichen Touristeninformation anzufragen. Diese bekommt oft Meldung über aktuell frei werdende Zimmer und hat auch Ferienwohnungen im Angebot, die nicht auf den größeren Buchungsportalen zu finden sind.

Familienreiseblogger in den Bergen

  • Thomas, Steffi und Armin von „mehr-berge.de“ beschreiben tolle Touren in Europa auf ihrem Blog und haben sogar eine eigene Kategorie „Berge mit Kindern“.
  • Ute, die auch im Reisewelt Alpen Magazin zu finden ist, schreibt auf ihrem Blog „Zwerg am Berg“ über kindgerechte Wanderungen und Mountainbiketouren. Außerdem hat sie ein eigenes Tourenbuch, das Kinder beim Wandern motivieren soll, im Angebot.
  • Steffi von „a daily travel mate“ hat Hummeln im Hintern und ist nach mehreren längeren Fernreisen zur Zeit mit ihrer Familie vor allem in der benachbarten Bergwelt von München unterwegs.
  • Antje von „mee(h)r-erleben“ schreibt über das Meer und mehr. Insbesondere in der Kategorie „Österreich“ finden sich schöne Artikel und Hotelempfehlungen für kleine und große Bergfreunde.
  • Nadine von planet hibbel hat mit ihrer Familie zuletzt das schöne Berchtesgadener Land erkundet und gibt familientaugliche Ausflugstipps.
  • Auf „Little Travel Society“ testen gleich mehrere Autoren Familienhotels und Ferienhäuser mit dem „gewissen Etwas“ und berichten dabei auch über ihre Erlebnisse in der Region allgemein. Es sind auch Unterkünfte in den Bergen dabei.
  • Jens und seine Familie von „kids-trips.com“ haben ein paar schöne Bergurlaube in Österreich verbracht.
  • Auch bei Christina von „Mrs. Berry“ findet ihr gute Anregungen für einen Bergurlaub mit Kind.
  • Und zuletzt mal was ganz anderes: Andi und Jenny von „travelisto.net“ haben mit ihren wunderschönen Aufnahmen die Bergwelt Japans in mein Blickfeld gerückt.

Habt ihr noch Tipps für einen besonders schönen Bergurlaub mit Kind? Vielleicht sogar eine tolle Idee, Berge und Meer miteinander zu verbinden?  Dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar! Ich freue mich!

 

 

Pleiten, Pech und Pannen – Reisen in der Elternzeit Part 2

Unsere Autos…

Der Mann hat eine besondere Beziehung zu Autos. Es liegt ihm im Blut. Schon sein Vater hatte zeitweise 7 Autos gleichzeitig, erzählt er. Ganz so arg ist es bei uns zwar nicht. Wir haben immer nur eines, aber dafür fahren wir es nie besonders lang. Als Kind drei geboren wurde, musste der schnittige Alfa Romeo einem noch sportlicherem, aber geräumigen 5er BMW weichen. Hier passen drei Kindersitze auf die Rückbank. Aber die Geburt von Kind vier bereitete dem Mann Kopfzerbrechen. Es schien unmöglich, ein Auto, was diesen Namen verdient hätte, mit mindestens 6 Sitzplätzen zu finden. Deshalb wurde es dieses Mal ein „Vernunftkauf“. VW Touran. Weinrot. Langweiliger geht es kaum. Aber alle passten rein und mit Dachbox sollte er uns sicher auf unseren Reisen in der Elternzeit begleiten.

Dem Ziel so nah und doch so fern

Voller Enthusiasmus machen wir uns auf den Weg nach Barcelona. Genau genommen wollen wir in die Küstenstadt Vilanova i la Geltrù – 40km hinter Barcelona. Aber 11km vor unserem Ziel bleibt der Touran bei knapp über 100000km einfach stehen. Wir rollen gerade noch auf einen Seitenstreifen zwischen unserer Fahrbahn und einer Autobahnauffahrt. Erneute Versuche, den Schlüssel in der Zündung zu drehen bleiben erfolglos. Das Auto gibt keinen Laut von sich. Leider quittiert in der Folge auch die Klimaanlage ihren Dienst und wir sitzen bei 35 Grad mit vier Kindern mitten auf der Autobahn und kommen nicht weg. Links neben uns rasen die Autos vorbei und rechts von uns fahren neue auf. Als ich vor der Reise im Discounter einen Stapel Sicherheitswesten für uns kaufte, dachte ich nicht, dass wir so bald schon davon Gebrauch machen würden.

Also Warndreieck aufstellen (Herrje, wie wird dieses Teil nochmal auseinandergeklappt?) und dem ADAC Mitarbeiter erklären, wo man genau liegengeblieben ist, während das Baby, das ohnehin schon lange keine Lust mehr auf Autofahren hat, sich die Seele aus dem Leib schreit. Nein. Der genaue Standort per Google Maps sei nicht ausreichend. Der freundliche Mitarbeiter müsse schon den genauen Autobahnkilometer wissen, der am Straßenrand auf kleinen Schildern angebracht ist. Pech nur, dass ich den aus dem Auto heraus nicht klar erkenne. Er forderte mich auf, über die Auffahrt hinter die Leitplanke zu gehen, um die Angabe auf dem Schild vorzulesen. Seid ihr schonmal zu Fuß quer über den Beschleunigungsstreifen der Autobahn gelaufen? Das ist wirklich eine Art Nervenkitzel, den ich nicht wieder brauche. Drei endlos scheinende Stunden später kommt endlich der Abschleppwagen. Und weil das bestellte Großraumtaxi dann doch nicht ausreichend Plätze für alle hat, hilft der Schlepper auch im Personentransport aus.

Wenn nicht nur das Auto streikt

Nassgeschwitzt und erledigt kommen wir alle in unserem nächsten Bungalow im Vilanova Park an. Es ist Samstag Abend. Wir haben einen Privatparkplatz neben der Hütte, informiert man uns. Vielen Dank – das wäre sehr praktisch, wenn man ein funktionierendes Auto hätte. Wir lassen es dann doch lieber am Eingang abstellen, bis am Montag die Werkstatt aufmacht. Der Start in den Teil Urlaub, der eigentlich der Höhepunkt unserer Reise sein sollte, hätte deutlich entspannter ausfallen können. Aber nicht nur wir sind gestresst. Offenbar liegen bei dem sonst so ausgeglichenen Babymann die Nerven blank. Schon im Auto will er partout nicht gestillt werden. Wasser und Fruchtbrei nimmt er, aber am Abend wird es kritisch. Er hat wirklich Hunger, tut aber so, als hätte er noch nie Muttermilch getrunken. Er stößt mich weg, aber weint verzweifelt. „Stillstreik“. Vielleicht hat sich durch den Stress der Geruch und/oder Geschmack ’seiner Brust‘ verändert. Inzwischen habe ich eine Oberweite wie Pamela Anderson. Manchmal hat der Mann richtig gute Ideen: Es ist etwas umständlich, aber der kleine Streiker trinkt eine ordentliche Portion Muttermilch aus dem Glas und schläft endlich entspannt ein. Zum Glück klappt das Trinken an der Brust in der Nacht wieder und am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei.

Stillstreik

Behörde de luxe

Am Montag informiert uns die Werkstatt, dass unser Auto einen Motorschaden habe und eine Reparatur mindestens 10 Tage in Anspruch nehmen würde. Beinahe ein wirtschaftlicher Totalschaden. Nach ausführlichen und ungestörten Telefonaten mit dem ADAC (Kinderbühnenprogramm sei Dank) ist klar: unser Auto gilt knapp nicht als Totalschaden und wird nach Hause transportiert. Wir dürfen die Heimreise per Flugzeug antreten. Über den ADAC kann man natürlich geteilter Meinung sein. In diesem Moment sind wir aber heilfroh, dass alles für uns organisiert wird. Sogar das Buchen der Flüge wird übernommen. Allerdings brauchen die freundlichen Mitarbeiter alle unsere Ausweisnummern. Moment mal…alle? Tatsächlich hatten wir für den Minimenschen noch keinen Reisepass beantragt. Auf der Autoreise war es dank offener Grenzen nicht aufgefallen, aber den Flug dürfen wir definitiv nur antreten, wenn auch das jüngste Familienmitglied einen Pass besitzt. Immerhin hatte ich für den Fall der Fälle eine Geburtsurkunde eingepackt. So kamen wir in den Genuss einer der besten Aussichtspunkte der Stadt.

Das Deutsche Generalkonsulat liegt direkt am Strand und einen Blick wie von dort oben – 32. Stock – muss man anderenorts teuer bezahlen. Was für ein genialer Arbeitsplatz für einen deutschen Beamten. Ich habe das Gefühl, die Mitarbeiter wissen ihre priviligierte Lage zu schätzen und machen, ganz behördenuntypisch, einen sehr entspannten Eindruck. Uns wird schnell weitergeholfen. Der erste Reisepass – ausgestellt in Barcelona. Wenn das nichts Besondereres ist!

Haste Sch… am Schuh… haste Sch… am Schuh

Ein seltsames Gefühl, eine Strecke, für die wir uns auf der Hinfahrt drei Wochen Zeit genommen haben, in 2,5 Stunden Flugzeit zurückzureisen. Für den Rückweg hatten wir uns eigentlich noch die katalanischen Pyrenäen, Carcassonne und Montpellier vorgenommen. Dies alles musste leider ausfallen. Um Mitternacht kommen wir mit den Kindern in Deutschland an. Trotz zeitiger Anmeldung, will uns kein Taxiunternehmen mitnehmen. Versucht das einfach mal aus Spaß am Telefon: arabischen Nachnamen nennen, sagen, dass ihr vier Kinder und Gepäck habt und nur 4 km fahren wollt. Also sitzen wir mit Sack und Pack mit völlig erledigten Kindern im öffentlichen Nahverkehr unter kritischen Blicken der anderen Fahrgäste (Kinder nach 20 Uhr auf offener Straße…tstststs…). Vier Tage später brechen wir nach Österreich auf. Bereits im Voraus gebucht waren vier Tage Tirol mit dem Rest der Familie. Für diese Fahrt holen wir uns einen Mietwagen. Einen makellosen und fast neuen BMW. Man muss auch mal Glück haben.

Heiterwanger See

Denkste…nach einem Ausflug an den Heiterwanger See ist eine Beule in der Seitentür des Wagens und ein Reifen beschädigt. Zum Glück können wir den Reifen noch aufbereiten lassen, so dass er für die Rückfahrt am nächsten Tag fahrbereit ist. Aber als wäre das nicht genug an Pleiten und Pannen für unseren Elternzeiturlaub, hagelt es auf dem Rückweg, wie ich es noch nie erlebt habe. Auf der Autobahn kann man maximal 30km/h fahren und Hagelkörner, so groß wie Tischtennisbälle knallen als effektvolles Finale auf unseren Leihwagen. Wir geben ein vollkommen demoliertes Auto wieder ab.

Realitätscheck

Bei all dem Autopech habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass wir sowohl in Frankreich als auch in Österreich jeweils einen Tag im örtlichen Krankenhaus zugebracht haben. Zum Glück war niemand ernsthaft krank oder verletzt.

Man könnte aber durchaus den Eindruck gewinnen, dass unser Elternzeiturlaub ein richtiger Reinfall war. Das Gegenteil ist der Fall! Immer noch zehren wir von den Erinnerungen. Wir versuchten, die Dinge gelassen anzugehen und so viel vom Urlaub zu genießen, wie irgendwie möglich. Natürlich hat uns das kaputte Auto Sorgen gemacht, aber manchmal hilft ein kleiner Realitätscheck. Ist jemand ensthaft zu Schaden gekommen? Nein. Es ist ein Haufen Blech und einige verlorenen Scheine, aber wir werden die Sache überleben. Außerdem haben wir tolle Orte gesehen und gerade dadurch jede Menge unglaublich netter Menschen getroffen. Fremde Menschen, die uns in ihrem Privatauto von der Werkstatt bis zum Campingplatz fahren wollten und andere, die uns mit Händen und Füßen den Weg zur nächsten Bushaltestelle zeigten, um uns dann lieber doch den ganzen Weg persönlich zu begleiten. Selten sind wir so vielen offenen und hilfbereiten Menschen begegnet.

 

 

 

 

 

 

 

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Elternzeitreise – der Weg ist das Ziel

Reisen in der Elternzeit

Bei der Geburt unserer Töchter steckten wir beide noch im Studium. Natürlich hatten wir damals viel gemeinsame Zeit mit den Mädels, aber so richtig nach Elternzeit fühlt es sich nicht an, wenn man nach einer schlaflosen Nacht hofft, dass das Baby wenigstens die Vorlesung durchschlafen möge. Als der dritte kleine Chaot kam, war der Job noch frisch und an Vätermonate kaum zu denken. Hätten wir schon bei Kind 1 oder 2 richtig Elternzeit nehmen können, wären wir vielleicht auch mit dem Baby im Rucksack nach Thailand, Bali o.Ä. gereist. Betrachtet man z.B. Instagram, entsteht der Eindruck, dass mindestens die Hälfte aller deutschen Erstlingseltern mit Baby an irgendwelchen Traumstränden Elternzeiturlaub macht. Und das ist genau richtig so. Der erste Urlaub mit Baby ist zwar aufregend und viele Dinge erscheinen kompliziert, aber wann sonst hat man die Möglichkeit, zusammen als Familie für eine längere Dauer eine richtige Auszeit zu nehmen und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen? Unseren Weg sowie die wichtigsten Infos zum Thema Elternzeit und Reisen während der Elternzeit habe ich unten für euch zusammengefasst.

Entspanntes Strandbaby

Wohin reisen in der Elternzeit?

Bei Kind 4 wollten wir es endlich schaffen. Kaum war der Antrag raus, begannen die Überlegungen: Für uns stand fest, dass wir raus mussten. Zu schnell verfliegt die Zeit, wenn man sich zu Hause mit den Dingen des Alltags aufhält. Wenn auch nicht Bali, so wollten wir doch wenigstens für vier Wochen am Stück einen kleinen Roadtrip unternehmen. Der komplette Juli stand uns zum gemeinsamen Reisen zur Verfügung. Überraschend schnell kamen wir zu einer Entscheidung, denn aus Kinderreihen rief es sofort: „Barcelona!“

Echt jetzt? In die Großstadt? Mit vier Kindern…?

Unser damals noch 4-jähriger hat eine ganz genaue Vorstellung von seinem Wunschreiseziel. Nach Barcelona – „su’n Stadion (mit scharfem ’s‘ gesprochen) – wo Messi spielt.“ Auch unsere große Fußballerin argumentiert leidenschaftlich dafür. Es gehe ihr dort ja auch nicht nur um Fußball. Sie habe gehört, dass es richtig coole und bunte Häuser gebe und das Meer wäre ja auch noch da. So ist auch die wenig fußballbegeisterte, aber dafür kunstinterressierte, kleine Schwester schnell überzeugt. Bei so viel Einheit wollen wir Eltern natürlich nicht im Wege stehen. Unsere elterliche Ergänzung zum Plan sieht vor, dass wir nicht direkt in der City übernachten, sondern etwas außerhalb der Stadt – in Vilanova il a Geltrù am Meer.

Der Weg ist das Ziel

Wir beschließen, auch wenn es sehr günstige Flugangebote nach Barcelona gibt, nicht einfach in 2.5 Stunden hinzufliegen, sondern den Weg als Teil unserer Reise zu erleben. Daher fahren wir auch nicht direkt über Lyon. Es zieht uns zum Runterkommen in die Berge. Unsere erste Station ist der Mont Blanc. Wir übernachten in einem traumhaft schön gelegenen Chalet in Passy Mont Blanc und haben tolle Erlebnisse in Chamonix. Besser kann die Reise kaum beginnen. Spontan machen wir auf dem Weg eine Nacht Halt im Chartreuse Gebirge und besuchen die Wasserfälle Cirque de St. Même. Nach einem kurzen Abstecher nach Grenoble, fahren wir weiter an die Küste. In Sérignan bleiben wir eine Woche lang in einem Bungalow des Campingplatzes Le Mas des Lavandes. Eigentlich gibt es hier nichts zu bemängeln, außer dass er etwas strandnäher sein könnte. Der Bungalow ist wie neu, das Campingplatzgelände nicht zu riesig, die Poolanlage luxuriös, es gibt einen großen Sportplatz usw. Trotzdem bemerken wir: Camping ist selbst mit festem Dach über dem Kopf nicht wirklich unser Ding. Zu sehr wird man dazu verleitet, keinen Schritt aus dem Mikrokosmos Campingplatz zu machen. Für viele mag das genau der Weg zur Entspannung sein. Ich persönlich finde es eher frustrierend, wenn man kaum einen Ausflug unternimmt, weil Animationsprogramm xy gerade stattfindet. „Zum Glück“ kamen wir bei unserem nächsten Camping-Domizil in Vilanova il a Geltrù gar nicht erst in Versuchung. Mehr dazu und warum wir unsere Pläne für einen Rückweg über die Pyrenäen, Montpellier und Österreich über Bord werfen mussten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Wie funktioniert Elternzeit und Elterngeld?

In Deutschland ist es üblich, dass ein Elternteil ab der Geburt des Kindes die Berufstätigkeit unterbricht und in dieser Zeit Elterngeld erhält. Das Basiselterngeld entspricht rund zwei Drittel des Vorjahreseinkommens (mind.aber 300€ und max.1800€). Wenn beide Eltern vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch machen (Partnermonate), kommen so 14 Monate Elterngeld zusammen. Alleinerziehende können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld allein in Anspruch nehmen.

Aufteilung der Elternzeit

Die häufigste Aufteilung der Elternzeit ist sicher ein 12- monatige Berufspause der Mutter plus zweimonatige Elternzeit für den Vater. Dabei können die Vätermonate gleichzeitig gelegt werden. Auf diese Weise kann z.B. eine gemeinsame Reise mit bis zu acht Wochen unternommen werden.
Mütter und Väter können ihre Elternzeit natürlich beliebig aufteilen. Schließlich ist zu bedenken, ob Vätermonate in dieser klassischen Form der Aufteilung wirklich zu mehr Gleichberechtigung führen. In unserem Fall bot sich eine einmonatige Elternzeitreise an. Der zweite Vatermonat sollte mir den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern. So übernahm der Mann die Eingewöhnung in der Krippe und hat für einen Monat den Haushalt geschmissen. Man könnte es „Hausmann im Praktikum“ nennen. Auch diese Zeit war unheimlich wertvoll und gibt uns langfristig zu denken, ob es nicht möglich wäre, auch dauerhaft mehr gemeinsame Zeit zu haben. Wir geben ein ziemlich gutes Team ab.

Vorteile einer Elternzeitreise

Elternzeitreise mit Baby in der Trage

Vielleicht sorgt ihr euch darum, dass eine Reise in der Elternzeit für euch oder euer Baby zu anstrengend werden könnte. Vielleicht sind es aber auch Worte wohlmeinender Freunde oder Verwandter, die euch verunsichern. Macht euch nicht verrückt. Es gibt eine Menge praktischer Vorteile, die für einen längeren Urlaub mit Baby sprechen. Zuhause läuft man Gefahr, liegengebliebene Arbeiten zu erledigen. Die Steuer steht an, der Garten braucht Aufmerksamkeit und wollten wir nicht schon immer das Treppenhaus renovieren, ein Carport bauen usw.? Im Urlaub hat die neue oder größer gewordene Familie richtig Zeit, zusammenzuwachsen. Darüber hinaus fällt für Babys und Kleinkinder bis 2 Jahre, solange sie auf dem Schoß der Eltern reisen, nur ein geringer Aufpreis auf Flugtickets an. Auch im Hotel schlafen die Kleinen meist kostenlos im Eltern- oder Beistellbett. Außerdem sind die meißten Babys zufrieden, wenn sie nah bei den Eltern in der Trage oder auf dem Arm sein können und verschlafen einen Großteil des Tages. Es ist in der Regel anspruchsvoller, ein Kind im Kindergarten- oder Schulalter bei Laune zu halten. Dennoch gilt natürlich, dass das Reisen mit Baby um ein Vielfaches flexibler gehalten werden muss, als man es sonst täte. Ihr solltet keinen straffen Zeitplan verfolgen wollen. Besser ist es, die Reise entspannt anzugehen und für alles ausreichend Zeit einzuplanen. Es ist schön, z.B. bei einer Still- oder Strampelpause, an Orten innezuhalten und die Umgebung aufzunehmen. Auch kommt man durch ein Baby sehr schnell in Kontakt mit anderen Menschen. Das Allerschönste sind die gemeinsamen Erlebnisse, von denen man noch Jahre später zehrt. So werden wir z.B. unserem Minimann wahrscheinlich bei jeder noch kommenden Reise die Geschichte erzählen müssen, warum sein erster Reisepass in Barcelona ausgestellt wurde.

Buchtipp: Berge! von Piotr Karski Das Mitmachbuch für Gipfelstürmer

Kinderberge Buchtipp: Berge! von Piotr Karski

Berge! von Piotr Karski

Bildrechte Moritz Verlag

Berge!  – Mit Ausrufezeichen. Das muss sein, denn Berge sind mächtig, beeindruckend und kraftvoll. Nicht umsonst zieht es uns immer wieder dorthin. Auch der Grafiker Piotr Karski aus Warschau verbringt seine Urlaube meist beim Wandern in den Bergen. Im Süden seiner Heimat liegt die Hohe Tatra, der höchste Teil der Karpaten. Seinen Zeichnungen sieht man den Spaß, mit dem sie gemalt worden sind deutlich an. Und davon gibt es eine Menge. Mit 224 Seiten und fast einem Kilo Gewicht ist der Wälzer nicht gerade etwas für das leichte Wandergepäck. Dennoch ist das Buch ein echtes Mitmach-Buch, das außer Spaß und Beschäftigung viel Anregung gibt, sich mit naturwissenschaftlichen Themen selbstständig auseinanderzusetzen. Für unsere Familie ist es wirklich ideal. Es gibt Seiten zum Aus- und Weitermalen und einfache Versuchsanregungen für unseren 5 – jährigen, aber  auch wirklich anspruchsvolle Inhalte für die Großen, z. B. über die Gletscherlandschaft, den Wetterkreislauf, die Vegetationsstufen, den Umgang mit Landkarten, Maßstäben usw..

 

Ein Mitmachbuch für alle Geschwister

Das Buch bietet Anregungen zu nahezu allem, was Kindern zum Thema „Berge“ in den Sinn kommen würde. Wie entstehen eigentlich Gebirge und wie heißen die verschiedenen Gebirgstypen? Wie plane ich eine Wanderroute? Wie lese ich Karten und einen Kompass? Was packe ich ein? Welche Pflanzen und Tiere leben in den Bergen und wie erkenne ich das Alter eines Baumes oder eines Hirsches? Es gibt eine Anleitung für ein selbstgebautes Barometer und einen Vordruck für ein Wettertagebuch. Wie entstehen Höhlen im Berg und was ist darin so los und warum nicht gleich einen eigenen Stalaktiten züchten? Wie macht man Käse und viele, viele weitere Fragen, Antworten, Rätsel und Versuche. Kinder können ihre Bergerlebnisse umfassend vor- und nachbereiten.

Berge! von Piotr Karski

Bildrechte Moritz Veragl

 

Wegen seiner komplexen Seiten, auf denen sich die Kindern intensiv mit geographischen und geologischen Themen auseinandersetzen können, scheint mir die Altersangabe ‚ab 6 Jahren‘ doch recht sportlich. Die anspruchsvolleren naturwissenschaftlichen Themen fallen eher in das Kurrikulum der 4.-7.Klasse. Ich freue mich schon, wenn die Kinder das Buch zu „ihrem eigenen“ machen. Mit dem „Kinder Künstler Reisebuch“ hat das bereits toll funktioniert und wir sehen es uns immer wieder gern an. So ein Buch darf zerstossene Kanten und angerissene Seiten haben, es müssen Dinge darin kleben und es muss kräftig darin gezeichnet werden. Erst dann wird es zu einem echten Begleiter.

Vielen Dank dem Moritz Verlag für die kostenlose Bereitstellung des Exemplars!