Kategorie: Magazin

Fünf Fragen am Fünften – Februar

Über Superpower und kleine Freuden oder „fishing for compliments“. Die 5 Fragen am 5. entwickeln sich langsam zu einer echten Schreibtherapie.

1. Was ist deine Superpower?

Hier musste ich erstmal eine Umfrage in der Familie starten. Mein Tochterkind Nummer 2 antwortet sofort: „Du weißt IMMER, wenn jemand lügt. Du bist ein laufender Lügendetektor.“ Meine Große wirft gleich mehrere Komplimente in den Raum. Ich beherrsche Multitasking und weiß immer, was sie sich gerade wünscht. Ich schätze allerdings, dass ich mir diese Superpower mit allen Mamas dieser Welt teile. Insgesamt ist das „Mutter-werden“ schon eine riesen Superpower, meine ich. Wir können Babys in unseren Bäuchen wachsen lassen! Na gut, hierfür braucht es unbedingt auch Papas Superpower ;)…

Momentan noch würde mein Mini wohl sagen, dass „Minne“ (Milch) meine Superpower ist und ich finde es tatsächlich erstaunlich, was Muttermilch leistet. Welches Getränk ändert schon je nach Alter, Tageszeit oder eventuellen Krankheitsphasen seine Zusammensetzung, um gleichzeitig Einschlafhilfe, Trost oder Energiekick zu sein? Ich habe alle Kinder zwischen 1.5 bis etwas über 2 Jahre gestillt und fand es immer superpraktisch. Jetzt wird auch der Mini immer unabhängiger und kommt meist schon ganz gut mit Wasser und Kakao über den Tag. Mal sehen, wann ich den Schlafräuber davon überzeugen kann, dass er auch die Nacht ohne „Minneeeeeeeee!“ übersteht.

Mein 6-jähriger antwortet auf die Frage nach Mamas Superpower knapp: „Liegestütze“. Als ich ihm sage, dass er mehr schafft als ich, antwortet er: „Ahja stimmt. Dann weiß ich es nicht.“ Am Abend frage ich den Liebsten. Nachdem ich ihm erkläre, dass es nicht nur um körperliche Vorzüge gehen soll, sagt er nach kurzem Überlegen, dass ich „das mit den Kindern“ schon ziemlich gut mache und dass ich es dabei meist schaffe, ruhig zu bleiben. Als ich entgegne, dass er mir ebendies gelegentlich auch gern als „Laissez-faire“ vorhalte, grinst er: „Wie ich es eben gerade brauche.“

Stillpause am Eiffelturm

 

 

2. Was kannst du nicht wegwerfen?

Eigentlich kann ich mich sehr gut von Dingen trennen. Sollten wir einmal auswandern, hätte ich überhaupt kein Problem damit, unseren gesamten Hausstand hierzulassen. Es gibt nur sehr wenige Dinge, an denen ich aus nostalgischen Gründen hänge. Das wäre vielleicht einmal die Gitarre, die ich von meinem Vater geerbt habe. Mein Vater war Gitarrist und Sänger und an dieser Gitarre hängen sehr viele Erinnerungen. Zum anderen würde ich natürlich unbedingt die Lieblingskuscheltiere der Kinder aufbewahren. An erster Stelle steht hier die seit 10 Jahren innig geliebte „Schweinekatze“ von Tochter Nr.2, die immer noch mit auf jede Reise muss.

3. Worauf freust du dich jeden Tag?

Gibt es so etwas überhaupt, etwas auf dass man sich wirklich jeden Tag freut? Vielleicht mal abgesehen vom Anblick der liebsten Menschen im Leben? Die Einschränkung auf Dinge außerhalb der liebsten Menschen macht es schwer, denn irgendwie hängt das Glück dann ja doch unweigerlich mit diesen zusammen. Aber ich habe natürlich auch ein paar andere kleine Alltagsfreuden. Sonnenschein ist z.B. eine prima Sache. Wenn man dieser Tage ein paar Strahlen erwischt, trägt das schon sehr zu guter Laune bei. Wenn ich Joggen gehe, freue ich mich, wenn ich dabei den Sonnenuntergang am Rhein sehe. Auch zusammenhängende Stunden Schlaf machen mich glücklich. Weil das aber selten klappt, freue ich mich auch immer darauf, am Abend ins Bett zu gehen. Außerdem mag ich auch Hörbücher und Podcasts auf dem Weg zur Arbeit, frische Luft, Bewegung, leckeres Essen und v.a. guten Kaffee.

 

4. Welche*s Geräusch*e magst du?

Apropos Kaffee: Das Geräusch der aufeinanderprasselnden Kaffebohnen, wenn ich den Behälter der Mühle wieder auffülle ist toll. Außerdem liebe ich Regen auf unseren Dachfenstern im Schlafzimmer. Das ist dann ein bißchen wie im Zelt – nur wesentlich komfortabler. Besonders entspannt mich das tiefe Atmen des Minis, wenn er schläft. Manchmal lacht er auch im Schlaf. Außerdem liebe ich es, meinen Töchtern beim Singen (und Klavierspielen) zuzuhören – es sei denn sie streiten sich dabei. Und das passiert leider auch relativ häufig. Wenn sie es aber schaffen, gemeinsam zu singen, kommen mir automatisch die Tränen. Ich liebe das glucksende Lachen meiner Söhne und die Trommeln bei Handballspielen meiner Schwägerin, Vogelgezwitscher im Garten, Bläser – v.a. als Begleitung von Hip Hop Songs und meinen Mann beim Gitarrespielen…zumindest, wenn er nicht dabei singt. Auf jeden Fall auch weit oben auf der Liste:  Wasserfallrauschen.

Acquafraggia Valchiavenna

5. Was hast du immer im Kühlschrank?


Neben Ketchup und anderen Soßen findest du in unserem Kühlschrank immer eine Flasche Wunddesinfektionsspray und Mückenstichsalbe. Alles andere ist Glückssache. Zur Grundausstattung gehören auf jeden Fall Eier und Milch. Täglich verbrauchen wir ca. 2 Liter. An einem Tag ist der Kühlschrank pickepacke voll und wenig später ist es, als seien die Termiten darüber hergefallen.

woom 1 – Der Ferrari unter den Laufrädern

[Werbung] Wir testen das woom 1 Laufrad und berichten von unseren Erfahrungen.

Generation Golf

Es passt irgendwie. Meine Generation, d.h. Menschen, die in den späten 70er und 80er Jahren in Deutschland aufgewachsen sind, die „Generation Golf“, wurde gefühlt noch bis zum 5.Lebensjahr im Buggy durch die Gegend kutschiert. Kleinkinder fuhren erst Dreirad und dann mindestens bis zur Einschulung noch mit scheppernden Stützrädern am Fahrrad. Heute hat sich in Sachen Kleinkinder-Mobilität einiges getan. Mit einer Mischung aus Schreck, Verwunderung und Verzückung schlagen Senioren beim Anblick meines auf dem Laufrad vorübersausenden 1.5 jährigen oft die Hände über dem Kopf zusammen.

woom 1 Laufrad

Von den ersten wackeligen Schritten zum Laufrad

Auch ich bin ehrlich gesagt immer wieder erschrocken, wie schnell alles geht. Mein Baby, das erst vor ein paar Monaten die ersten wackeligen Schritte gelaufen ist, rast nun lachend mit roten Wangen in einem Affenzahn „Schuss“ den Hang hinunter und jeder Weg mit Laufrad wird zum Training für Mama. Wenn ich ihm hinterherrenne und ihn sicherheitshalber etwas mit der Hand abbremse, beschwert er sich lautstark: „Nein! Len Baß, Mama!“. Der Spaß an der neugewonnenen Freiheit steht ihm ins Gesicht geschrieben, aber unsere Gehwege sind schmal und Busse und Autos kommen gefährlich nah. Man muss wirklich extrem aufpassen. Wenn wir im Volkspark oder am Rhein spazieren gehen, merke ich aber, dass der kleine Rennfahrer sein Fahrzeug auch mit hohem Tempo schon gut unter Kontrolle hat. Während er beim schnellen Laufen ohne fahrbaren Untersatz noch recht häufig stolpert und stürzt, ist er auf seinem Laufrad überraschend sicher unterwegs. Er fährt passgenaue Kurven, hebt, wenn er in Fahrt ist, die Füße vom Boden ab und hält dabei problemlos das Gleichgewicht.

Mini Puky und Co.

Alle unsere Kinder haben mit dem Mini-Puky Laufrad fahren gelernt und haben dann später umgesattelt auf die größeren Puky-Modelle. Ob Minifahrrad, 12 Zoll in klassisch rot, hellblau mit Delphin oder rosa mit Lillifee. Wir hatten sie alle. Irgendwie kam nichts anderes in Frage. Puky gilt als einer der Marktführer in Deutschland und hat sich als „die“ Marke für Kinderfahrräder etabliert. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass die Puky Fahrräder zwar etwas rostempfindlich sind (siehe Bild unten), aber im Großen und Ganzen relativ stabil und solide daherkommen. Die Optik ist natürlich Geschmackssache. Die meisten Puky-Modelle sind vom Design her sehr klassisch und mit bunten Motiven versehen. Ganz davon abgesehen, dass „cool“ für mich anders aussieht, gibt es einen riesengroßen Kritikpunkt an den klassischen Pukys: Das Gewicht. Das verbreitete 12 Zoll Puky Laufrad (LR1) wiegt ganze 5,2kg. Als mein Mini anfing Laufrad zu fahren, wog er noch unter 11kg. Gerade einmal in der Lage, sich auf den eigenen Beinen zu halten und einigermaßen koordinierte Bewegungen auszuführen, muss der Mini ein Rad hantieren können, das für ihn so schwer ist, wie für uns ungefähr 2 Kästen Wasser auf einmal. Aus diesem Grund sind unsere Kinder nur das winzige 8 Zoll Laufrad von Puky gefahren, welches zwar lediglich 3,3kg wiegt, aber durch die Vollgummireifen wesentlich schlechtere Fahreigenschaften besitzt. Kein Erwachsener käme auf die Idee, ein Fahrrad mit Vollgummireifen zu fahren. Der Rollwiderstand wäre einfach unterirdisch. Außerdem nutzt sich das Reifenprofil sehr schnell ab (siehe Bild), sodass es v. a. in Kurven sehr bald zu einer waghalsigen Rutschpartie wird.

woom 1

Nun sieht es jedoch etwas seltsam aus, wenn die Kleinen mit 3 oder 4 Jahren immer noch auf einem so winzigen Laufrad unterwegs sind, also habe ich mich für meinen Mini zum 2. Geburtstag nach Alternativen umgesehen.

Puky hat das Problem mit dem Gewicht inzwischen erkannt und produziert nun ebenfalls auch leichtere Modelle ab 3,4kg. Wesentlich auffälliger und cooler kommen allerdings die woom Bikes von Christian Bezdeka, Marcus Ihlenfeld und ihrem Team daher. Auf ihrer Suche nach dem perfekten Bike für ihre eigenen Kinder haben sie beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Was nach 6 Jahren Entwicklung und Optimierung entstanden ist, kann sich sehenlassen. Das Laufrad woom 1 ist mit 3,3kg ein echtes Leichtgewicht. Natürlich ist das auch ein riesiger Vorteil für Eltern, denn hin und wieder braucht auch der beste Rennfahrer mal ein Pause und Mama oder Papa müssen gegebenenfalls Bike samt Kind ein Stück tragen.

Ergonomie und Montage

Der tiefe Einstieg ermöglicht auch Kindern, die gerade erst Laufen gelernt haben einen problemlosen Umgang. Selbst im Schneeanzug schafft es der Mini, auf sein Rad zu steigen.

Der Sitz ist mühelos verstellbar. Die Lenkergriffe sind ergonomisch geformt und liefern den nötigen Halt. Sogar eine für Kinderhände optimierte kleine Handbremse hat das Rad schon. Noch nutzt sie der Mini nicht, aber ich finde es super, dass er die Möglichkeit hat, den Umgang damit zu lernen, bevor er auf das richtige Fahrrad umsteigt. Momentan gibt es das woom 1 in fünf Farben (blau, rot, gelb, grün, lila). Der Aufbau ist denkbar einfach. Es muss lediglich der Lenker aufgesteckt und festgeschraubt sowie der Sattel eingestellt werden.

Butter bei die Fische…

Aber mal „Butter bei die Fische“: Der Preis von 179€ ist natürlich nicht ganz ohne. Ich selbst bin schon günstigere Räder gefahren. Wem der Verkauf über Kleinanzeigen zu stressig sein sollte, kann eine Upcycling Mitgliedschaft mit woombikes abschließen. Wenn das Kind aus entsprechender Größe herausgewachsen ist, sendet man das fahrtüchtige Rad ein und bekommt danach 40% des Neupreises zurück, den man anschließend auf den Kauf der nächsten Größe verwendet. Beachten sollte man aber unbedingt den momentan extrem hohen Wiederverkaufswert von 70-80% des Neupreises auf den bekannten Kleinanzeigenplattformen. Grund dafür sind die teilweise langen Wartezeiten für die Kinderräder, denn die wooms sind häufig ausverkauft. Dies gilt nicht nur für die Räder, sondern auch für das Zubehör. Der coole, rote Rennfahrerhelm war in Größe S leider nicht mehr zu bekommen, also haben wir ihn in M bestellt. Wer schon einmal die schmerzhafte Erfahrung gemacht hat, die Haut des Kinns im Schnappverschluss des Helms eingeklemmt zu haben, wird den Magnetverschluss zu schätzen wissen. Selbst kleine Kinder können den Verschluss selbst schließen. Auch die Schraube hinten am Helm ist gut zu greifen und der Helm lässt sich leicht enger und weiter stellen. Noch sitzt er beim Mini ein bißchen zu locker. Macht nichts. Bis dahin trägt ihn der große Bruder und freut sich, dass sie im Partnerlook sausen dürfen.

 

 

Fünf Fragen am Fünften – Januar

1. Was wünscht du dir für 2019?

Jede Familie hat ihre Traditionen. Bei uns gehört es an Silvester dazu, dass wir kurz nach Mitternacht Wunderkerzen anzünden. Jeder bekommt eine und hält für den Moment der Brenndauer inne, um an seine Wünsche für das neue Jahr zu denken. In der Studienzeit gehörte unbedingt der baldige Abschluss auf die Wunschliste und während der Schwangerschaften natürlich ein gesundes Baby und eine komplikationslose Geburt. Nun liegt der Studienabschluss zum Glück schon weit zurück, wir haben beide sichere Jobs, die uns Spaß machen und vor allem feiern wir mit vier gesunden und glücklichen Kindern. Der Mini hat übrigens sogar an Silvester Geburtstag, sodass der letzte Tag des Jahres jetzt nochmal von besonderer Bedeutung für uns ist. Was wünsche ich mir also noch für 2019? An erster Stelle wünsche ich mir natürlich, dass alle gesund bleiben und darüber hinaus, dass jeder einzelne meiner Lieben weiß, wie toll er ist und welche Fähigkeiten in ihm stecken – außerdem die nötige Portion Kraft und Mut und manchmal auch Ruhe, diese zu entwickeln.

2. Möchtest du im kommenden Jahr etwas Neues lernen? Was ist es?

Unbedingt möchte ich etwas Neues lernen. Immer. Das beantwortet ja wohl hoffentlich niemand mit „nein“. Ich möchte schon lange wissen, wie ich meine digitale Systemkamera in der manuellen Einstellung bediene, habe aber bislang keine Zeit dafür gefunden. Auch würde ich mich z.B. gerne mehr mit den theoretischen und technischen Seiten des Blogs beschäftigen. Außerdem lernt meine große Tochter gerade Spanisch als 2. Fremdsprache. Toll wäre, wenn ich es schaffen würde, noch mit einzusteigen… tal vez…

Eine meiner großen Schwächen ist zweifelsohne ein Mangel an langfristiger Organisation. Diese wird zum Glück zumeist ausgeglichen durch die Fähigkeit, spontan und flexibel unerwartete Situationen zu meistern ;). Trotzdem bin ich bei Terminen von zwei Erwachsenen und vier Kindern an einem Punkt angekommen, an dem ich mir wünsche, ein besseres Zeitmanagement und ein vernünftiges Ordnungssystem umsetzen zu können – auch wenn ich ziemlich sicher, trotz allem Hype, nicht anfangen werde, meine Schränke zu „konden“.

3. Wie persönlich ist deine Einrichtung und was ist dein liebstes Möbelstück?

Spontan würde ich sagen, dass unsere Einrichtung eher weniger persönlich als pragmatisch ist. Könnte so auch beim schwedischen Möbelriesen als Einrichtungsbeispiel stehen. Ich habe es gerne hell. In die meisten Zimmer unseres Hauses fällt nicht viel Licht. Wir haben Deckenspots installiert und die meißten unserer Möbel sind weiß. Das Leben mit Kindern ist ohnehin bunt genug. Mein liebstes Möbelstück ist glaube ich unser großer Esstisch. Es geht mir nicht um den Tisch an sich. Es könnte auch ein anderer sein. Aber er ist riesig und steht im offenen Bereich zwischen Küche und Wohnzimmer. Hier spielt sich alles ab. Es wird Gemüse und Obst geschnitten, Teig geknetet, gegessen, gelernt, gemalt, gebastelt, gespielt und gearbeitet.

4. Welche Blumen kaufst du am liebsten für dich selbst?

Meißtens liegt der oben genannte Tisch voll mit diversem Krimskrams. Meine Strategie dagegen sind Blumen. Steht eine Vase mit frischen Blumen auf dem Tisch, habe ich das Gefühl, dass  man sich wenigstens ein bißchen mehr Mühe gibt, diese auf einem leeren Tisch besser zur Geltung kommen zu lassen. Am meißten mag ich Tulpen und Ranunkeln. Wer hat sich denn eigentlich einen so schrecklichen Namen für eine so schöne Blume ausgedacht?

5. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?

Ich lese keine Horoskope mehr seit ich aus dem Teenie-Alter heraus bin. Aber ich bin Waage und das passt im Großen und Ganzen, denke ich. Ich bin schon sehr auf Harmonie bedacht, versuche bei Streit vermittelnd zu wirken und gehe dafür auch Kompromisse ein. Letztens im Streit hat mir mein 6-jähriger Sohn, der mich kurz zuvor nach seinem Sternzeichen gefragt hat, allerdings an den Kopf geworfen, dass das gar nicht stimmen kann, dass Waagen immer so nett sind, wenn ich eine bin. Er ist übrigens auch eine.

Fünf Fragen am Fünften November

Never stop learning, because life never stops teaching

Dieser Blog entstand in meiner letzten Elternzeit, aus dem Wunsch heraus, mich weiterzubilden und zu lernen, wie man mit WordPress umgeht. Wir reisten viel, waren ‚Eltern‘ und hatten ‚Zeit‘. Seit Anfang diesen Jahres ist der Mini in der Krippe und ich zurück im Job. Zugegeben, die empfohlenen 1-2 Blogartikel in der Woche und 1-2 Instagram Postings am Tag habe ich nie geschrieben, aber 1-2 Blogartikel im Monat waren es auch nach dem Wiedereinstieg in der Schule noch. In freien Minuten habe ich Blogartikel und Instagram Postings geschrieben, habe die Beiträge auf Pinterest, Twitter und Facebook geteilt, habe Mails beantwortet und Kontakte geknüpft. Das war und ist ein toller und spannender Ausgleich für mich, ich freue mich über jede Menge positives Feedback und lerne noch viel mehr Neues, als ich mir im Vorfeld gedacht hatte.

Mut zur Lücke

Aber dennoch…da ist es jetzt…dieses „Blog-Loch“. Schon seit Wochen ist hier kein neuer Beitrag erschienen. Die Moderatorin aus der Facebook-Gruppe für Blogger fragt: „Was sind momentan deine größten Herausforderungen beim Bloggen?“ Dazu habe ich eine klare Antwort: Zeit! Der Tipp aus der Bloggergruppe: Das Bloggen fest in den Alltag einplanen. Auch zum Sport käme man nur, wenn er einen festen Termin im Kalender bekommt. Spätestens jetzt wird es klar, warum es hier so ruhig geworden ist.

Bloggen oder Joggen?

Seitdem ein neues Fitnessstudio bei uns um die Ecke eröffnet hat, trainiere ich wieder regelmäßig. Durch die Geburten der Kinder entstand leider die ein- oder andere Sportpause. Ist man einmal „raus“, fiel es mir nie so leicht, einen neuen Einstieg zu finden. Jetzt genieße ich es sehr, mir die Zeit zu nehmen und ich merke, dass mir genau das in den letzten Monaten gefehlt hat. Aber auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, einen freien Vormittag nur fürs Bloggen zu verbrauchen. Vielleicht aber finde ich ja noch ein geschickteres Zeitmanagement. Tipps nehme ich dankbar entgegegen! Bis dahin habe ich beschlossen, mich wenigstens mit monatlichen Beiträgen an Luzia Pimpinellas Monatskolumne „Fünf Fragen am Fünften“ zu beteiligen. Es ist schon irgendwie bezeichnend, dass ich das erste Mal im November mitmache…nachdem sie im Januar startete,…und der Fünfte ist heute auch nicht mehr. Aber besser spät als gar nicht und Nic alias Luzia Pimpinella läd explizit dazu ein mitzmachen, selbst wenn man jetzt erst einsteigt. Also los geht`s.

1. Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen?

Ein paar Mal haben wir Tageszeitungen zur Probe abonniert. Da die meißten dann aber ungelesen in den Papiermüll wanderten, haben wir das Abo nicht fortgeführt. Manchmal bedauere ich das, gerade wegen der regionalen Artikel. So bekommen wir oft nur nebenbei, oder gar nicht mit, was in unserer direkten Umgebung passiert. Die meißten Informationen laufen bei uns digital. Am Abend lese ich die Nachrichten über News Apps auf dem Handy und am Morgen frage ich beim Schulbroteschmieren ‚Alexa‘ nach meiner täglichen Zusammenfassung. Wenn ich Glück habe, ist dann mein 6-jähriger noch nicht wach, der in 100 Prozent der Fälle: „Alexa- spiel: ‚Everybody dance now““ dazwischenruft. An freien Tagen höre ich beim Aufräumen oder Wäsche machen auch ausführlichere Berichte in Podcasts, wie den der „Zeit-Online“. Ein fester, täglicher Programmpunkt ist die Kindernachrichtensendung „logo!“. Tochter Nummer 2 stellt sich jeden Tag extra einen Timer und verfolgt sogar die logo!-Stories auf Instagram. Danach haben wir es für die Kinder zur Pflicht gemacht, auch noch die Tagesschau mitanzusehen. Hier war die Begeisterung naturgemäß erstmal weniger groß, aber mittlerweile verstehen sie immer mehr und bleiben auch „freiwillig“ sitzen.

2. Auf welche Dinge kannst du nicht verzichten?

Dinge? Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, da gibt es nichts, auf das ich nicht verzichten könnte. Aber so stimmt das natürlich auch nicht ganz. Ganz banal angefangen, wäre ich ohne meine Brille oder Kontaktlinsen ziemlich aufgeschmissen. Und auch wenn ich ein paar Tage mal ganz ohne Mobiltelefon sehr genießen würde, finde ich mein Handy schon sehr praktisch. Allerdings wird da in den kommenden Jahren einiges an Entwicklung kommen müssen, damit wir nicht immer auf durchschnittlich 5 Zoll starren müssen, während das „echte Leben“ um uns herum tobt. Da geht noch was. Und wo ich schon bei neuen Technologien bin: nachdem er kürzlich für mehrere Wochen zur Reparatur weg war, muss ich sagen, dass ich auch ‚Dobby‘ nicht mehr missen möchte. ‚Dobby‘ ist unser Saugroboter, von dem ich nie gedacht hätte, dass er tatsächlich eine Arbeitserleichterung darstellen würde. Er gehört eindeutig zu den Dingen, die mein Mann immer wollte und ich als nutzlos abgetan habe. Und ein Ding fällt mir noch ein: meine Babytrage. Obwohl der Mucki schon fast 2 ist, nutze ich sie mehrmals in der Woche. Es gibt eben immer wieder diese extremen Nörgelphasen und trotzdem will der Haushalt gemacht sein, die Fußballsachen des großen Bruders müssen zusammengesucht werden usw. Ich weiß ehrlich nicht, wie ich ohne ausgekommen wäre. An alle besorgten Tanten in unserer Umgebung: Sie können beruhigt sein, das Kind bekommt sicher ausreichend Luft. Achja- und mein Fahrrad. Ich liebe Fahrradfahren. Wahrscheinlich besonders, da ich so selten allein unterwegs bin und die Kinder im „Eltern-Taxi“ herumfahren muss. An einem freien Vormittag mit dem Fahrrad auf den Markt zu fahren ist für mich großer Luxus.

3. Welches nutzlose Talent besitzt du?

Ich kann jonglieren. Zwischen meinem 13. und 16. Lebensjahr war ich in der „Jonglier-AG“ meiner Schule. Damals fanden wir uns sehr cool dabei. Retrospektiv betrachtet, bezweifle ich, dass die Schulgemeinschaft das ebenso wahrgenommen hat. Auch Feurspucker waren in unserer Runde und Einradfahrer. Ich kann verschiedene Kaskaden mit drei Bällen, Keulen oder Ringen und kann  hinter dem Rücken und unter dem Bein hindurchwerfen. Außerdem habe ich Diavolo – Tricks gelernt und kann etwas mit dem „Devil-Stick“ umgehen. Ich hätte die Zeit auch für einen tollen Mannschaftssport nutzen können, aber dazu reichte mein Selbstbewusstsein nicht. Letzten Endes soll Jonglieren aber ja zumindest die Gehirnleistung positiv beeinflussen. Wer weiß, wozu es schließlich doch gut war ;).

4. Sprichst du manchmal mit Gegeständen?

Eher selten. Wenn, dann fluchend mit dem oben genannten Saugroboter. Dobby verhakt sich gern einmal piepsend in Bändern. Schnürbänder herumliegender Schuhe, Therabänder, Bänder von Nachziehspielzeug usw. Oft zieht er den laut bellenden Nachziehhund unseres Jüngsten hinter sich her. In diesem Falle beschimpfen wir Dobby als ‚Dumm-Bot‘ (in Wirklichkeit heißt er ‚Deebot‘ – ist das jetzt Werbung?). Trotzdem ist er eine gute Haushaltshilfe. Und auch gerade wegen dieser ärgerlichen Eigenschaften, bemühen sich alle ein bißchen mehr, den Boden frei zu räumen und das ist dann schon wieder eine gute Sache.

4. Welchen Akzent findest du charmant?

Ganz klar den Französischen! Sehr gern höre ich aber auch Deutsch mit chinesischem Akzent. Beide verleihen der ansonsten so roh und abgehackt daherkommenden, konsonantenlastigen deutschen Sprache eine gewisse Melodie und Weichheit.

So…und während Dobby nun seine Runden dreht, mache ich mich auf zum Sport.

 

 

Meine Berge – Tourenbuch für Kinder

Gewinnspiel

[Werbung] Das „Meine Berge – Tourenbuch für Kinder“ wurde uns von der Autorin Ute Watzl kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir noch ein zweites Exemplar für euch zur Verlosung bekommen. Es soll kleine Bergfexe zum Wandern motivieren und  mit 11,4 x 14,1 cm hat es genau die richtige Maße für kleine Kinderhände und Mini-Wanderrucksäcke. Es enthält liebevoll gestaltete Seiten zum Eintragen der Wandertouren. Wie hoch sind wir gewandert? Was habe ich auf dem Weg gesehen? Einige Erlebnisse sind sogar als Sticker vorhanden, andere können dazugemalt werden. Natürlich gibt es auch Platz für einen Hüttenstempel. Ideal ist das Büchlein sicher für besonders kleine Wanderer zwischen 2.5 und 7 Jahren (Für ältere Kinder ist das umfangreiche „Berge!“ Buch von Karski zur Weiterarbeit zu empfehlen), aber auch unsere großen Mädels hatten Spaß daran, es mit ihrem kleinen Bruder auszufüllen. Und noch was Praktisches: Der Umschlag ist unempfindlich und leicht abwischbar, sodass es sich auch für eine mehrjährige Tourensammlung eignen sollte. Eine schöne Erinnerung an die ersten allein gewanderten Routen, die auch im Morgenkreis im Kindergarten oder in der Schule hilft, vom Erlebten zu berichten.

Mitmachen: Auch wenn ihr keine Berge vor der Haustüre haben solltet – die Herbstferien stehen zum Glück schon bald vor der Tür. Wer ein Exemplar des Tourenbuchs für Kinder gewinnen möchte, braucht lediglich hier oder auf unserer Facebook-Seite einen Kommentar hinterlassen.

Viel Glück!

Teilnahmebedingungen

  1. Das Gewinnspiel startet am 24.08.2018 und endet am 14.09.2018 um 18:00 Uhr.
  2. Bei dem Gewinnspiel wird unter allen Kommentaren ein „Meine Berge – Tourenbuch für Kinder“ verlost.
  3. Der Gewinn wurde von der Autorin Ute Watzl zur Verfügung gestellt
  4. Die Teilnahme am Gewinnspiel erfolgt über einen Kommentar auf Kinderberge.de oder unserer Facebook-Seite
  5. Mehrere Kommentare werden als eine Teilnahme gewertet.
  6. Kommentare die gegen die Facebook Richtlinien, deutsches Recht und oder das Copyright verstoßen werden nach Kenntnisnahme ohne Ankündigung entfernt. Der Teilnehmer ist damit vom Gewinn ausgeschlossen.
  7. Teilnahmeberechtigt sind Personen aus Deutschland, da der Versand der Gewinne ausschließlich innerhalb von Deutschland erfolgt.
  8. Der Gewinner wird bis zum 14.09.2018 nach Gewinnspielende nach dem Zufallsprinzip ermittelt.
  9. Der Gewinner wird per E-Mail informiert. Jeder Gewinner muss innerhalb von 7 Werktagen per E-Mail an kristin@kinderberge.de seine Adressdaten übermitteln. Meldet sich ein Gewinner innerhalb dieser Frist nicht, wird der Gewinn erneut unter allen Teilnehmern verlost.
  10. Es werden alle Namen der Teilnehmer erfasst und zur Gewinnermittlung gespeichert. Alle Daten werden spätestens 10 Tage nach Ende des Gewinnspiels gelöscht. Adressdaten werden nur von den Gewinnern erfasst und nur zum Versand des Gewinnes genutzt. Es werden keine Daten an Dritte weitergeben. Den Teilnehmern stehen gesetzliche Auskunfts-, Änderungs- und Widerrufsrechte zu.

 

Bergsommer – mit Kindern in die Berge

Berge oder Meer?

Wenn es um den Sommerurlaub geht, kommt jedes Mal wieder dieselbe Frage auf. Wollen wir den Sommer mit den Kindern in die Berge oder geht es ans Meer? Es ist so schwer zu entscheiden. Der Bergsommer kann einem mit Pech einige Regentage bescheren und die Frostbeulen unter uns springen auch bei strahlendem Sonnenschein nicht in jeden Bergsee. Das Meer ist, zumindest im Süden, wärmer, bietet Weite und Spaß am Strand und mit Glück gibt es den ein oder anderen Küstenort zu besuchen. Wir fahren wirklich gerne ans Meer und versuchen, es einmal im Jahr zu schaffen. Die Berge aber brauchen wir. Nirgendwo sonst finden wir so viel Ruhe. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir den Tag über still meditierend umherwandern oder in Yoga-Positionen am Berg verharren. Versucht das mal mit 4 Kindern…;) Die Umgebung gibt die Aktivität vor: Wir wandern, beobachten Tiere und Pflanzen, kraxeln, klettern und waten durch Bäche und Flüsse. Wir schalten ab und tanken Kraft.

Mit Kindern in die Berge!

Dieses Jahr werden wir vorraussichtlich wieder Meer und Berge in Angriff nehmen – aber als erstes geht es zum Runterkommen in die Berge.

Aber wie finde ich das passende Ziel?

  1. Das ganze Jahr über stöbere ich gern in Zeitschriften und Magazinen wie den Geo-Saison-Ausgaben, den Panorama Magazinen des Deutschen Alpenverereins oder dem Reisewelt Alpen Magazin. Schöne Wanderungen oder Hotelempfehlungen fotografiere ich ab und lege mir dafür einen Ordner in meinem Handy an.
  2. Gleiches geschieht mit Blogs. Ehrlich gesagt, bin ich kein regelmäßiger Blog-Leser. Gefällt mir aber ein Bild von Bloggerkollegen auf Instagram besonders gut, schaue ich natürlich, ob ich einen Artikel dazu auf dem entsprechenden Blog finden kann. Oft sind diese schon im Profil verlinkt. Meine Blogempfehlungen folgen unten.
  3. Dann schaue ich mich auf der Landkarte um. Auf Google Maps habe ich mit Routenplaner und Zwischenzieleingaben in Gedanken schon sehr viele Touren unternommen. Und wenn ein Ziel geografisch sehr interessant aussieht, schaue ich es mir auch schon einmal auf Google Earth an, um einen genaueren Eindruck zu bekommen.
  4. Gefällt mir ein Ort, hole ich mir auf der jeweiligen Internetseite Informationen. Jede Region hat meist auch eine eigene Tourismus – Seite, auf der man alles über Ausflüge, aktuelle Veranstaltungen, Liftzeiten, Restaurants, Hüttenöffnungszeiten usw. erfährt.
  5. Übernachten: Wird es konkret, beginne ich nach Unterkünften zu suchen. Neben den üblichen Seiten wie booking.com oder airbnb, empfiehlt es sich auch hier, bei der örtlichen Touristeninformation anzufragen. Diese bekommt oft Meldung über aktuell frei werdende Zimmer und hat auch Ferienwohnungen im Angebot, die nicht auf den größeren Buchungsportalen zu finden sind.

Familienreiseblogger in den Bergen

  • Thomas, Steffi und Armin von „mehr-berge.de“ beschreiben tolle Touren in Europa auf ihrem Blog und haben sogar eine eigene Kategorie „Berge mit Kindern“.
  • Ute, die auch im Reisewelt Alpen Magazin zu finden ist, schreibt auf ihrem Blog „Zwerg am Berg“ über kindgerechte Wanderungen und Mountainbiketouren. Außerdem hat sie ein eigenes Tourenbuch, das Kinder beim Wandern motivieren soll, im Angebot.
  • Steffi von „a daily travel mate“ hat Hummeln im Hintern und ist nach mehreren längeren Fernreisen zur Zeit mit ihrer Familie vor allem in der benachbarten Bergwelt von München unterwegs.
  • Antje von „mee(h)r-erleben“ schreibt über das Meer und mehr. Insbesondere in der Kategorie „Österreich“ finden sich schöne Artikel und Hotelempfehlungen für kleine und große Bergfreunde.
  • Nadine von planet hibbel hat mit ihrer Familie zuletzt das schöne Berchtesgadener Land erkundet und gibt familientaugliche Ausflugstipps.
  • Auf „Little Travel Society“ testen gleich mehrere Autoren Familienhotels und Ferienhäuser mit dem „gewissen Etwas“ und berichten dabei auch über ihre Erlebnisse in der Region allgemein. Es sind auch Unterkünfte in den Bergen dabei.
  • Jens und seine Familie von „kids-trips.com“ haben ein paar schöne Bergurlaube in Österreich verbracht.
  • Auch bei Christina von „Mrs. Berry“ findet ihr gute Anregungen für einen Bergurlaub mit Kind.
  • Und zuletzt mal was ganz anderes: Andi und Jenny von „travelisto.net“ haben mit ihren wunderschönen Aufnahmen die Bergwelt Japans in mein Blickfeld gerückt.

Habt ihr noch Tipps für einen besonders schönen Bergurlaub mit Kind? Vielleicht sogar eine tolle Idee, Berge und Meer miteinander zu verbinden?  Dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar! Ich freue mich!

 

 

Pleiten, Pech und Pannen – Reisen in der Elternzeit Part 2

Unsere Autos…

Der Mann hat eine besondere Beziehung zu Autos. Es liegt ihm im Blut. Schon sein Vater hatte zeitweise 7 Autos gleichzeitig, erzählt er. Ganz so arg ist es bei uns zwar nicht. Wir haben immer nur eines, aber dafür fahren wir es nie besonders lang. Als Kind drei geboren wurde, musste der schnittige Alfa Romeo einem noch sportlicherem, aber geräumigen 5er BMW weichen. Hier passen drei Kindersitze auf die Rückbank. Aber die Geburt von Kind vier bereitete dem Mann Kopfzerbrechen. Es schien unmöglich, ein Auto, was diesen Namen verdient hätte, mit mindestens 6 Sitzplätzen zu finden. Deshalb wurde es dieses Mal ein „Vernunftkauf“. VW Touran. Weinrot. Langweiliger geht es kaum. Aber alle passten rein und mit Dachbox sollte er uns sicher auf unseren Reisen in der Elternzeit begleiten.

Dem Ziel so nah und doch so fern

Voller Enthusiasmus machen wir uns auf den Weg nach Barcelona. Genau genommen wollen wir in die Küstenstadt Vilanova i la Geltrù – 40km hinter Barcelona. Aber 11km vor unserem Ziel bleibt der Touran bei knapp über 100000km einfach stehen. Wir rollen gerade noch auf einen Seitenstreifen zwischen unserer Fahrbahn und einer Autobahnauffahrt. Erneute Versuche, den Schlüssel in der Zündung zu drehen bleiben erfolglos. Das Auto gibt keinen Laut von sich. Leider quittiert in der Folge auch die Klimaanlage ihren Dienst und wir sitzen bei 35 Grad mit vier Kindern mitten auf der Autobahn und kommen nicht weg. Links neben uns rasen die Autos vorbei und rechts von uns fahren neue auf. Als ich vor der Reise im Discounter einen Stapel Sicherheitswesten für uns kaufte, dachte ich nicht, dass wir so bald schon davon Gebrauch machen würden.

Also Warndreieck aufstellen (Herrje, wie wird dieses Teil nochmal auseinandergeklappt?) und dem ADAC Mitarbeiter erklären, wo man genau liegengeblieben ist, während das Baby, das ohnehin schon lange keine Lust mehr auf Autofahren hat, sich die Seele aus dem Leib schreit. Nein. Der genaue Standort per Google Maps sei nicht ausreichend. Der freundliche Mitarbeiter müsse schon den genauen Autobahnkilometer wissen, der am Straßenrand auf kleinen Schildern angebracht ist. Pech nur, dass ich den aus dem Auto heraus nicht klar erkenne. Er forderte mich auf, über die Auffahrt hinter die Leitplanke zu gehen, um die Angabe auf dem Schild vorzulesen. Seid ihr schonmal zu Fuß quer über den Beschleunigungsstreifen der Autobahn gelaufen? Das ist wirklich eine Art Nervenkitzel, den ich nicht wieder brauche. Drei endlos scheinende Stunden später kommt endlich der Abschleppwagen. Und weil das bestellte Großraumtaxi dann doch nicht ausreichend Plätze für alle hat, hilft der Schlepper auch im Personentransport aus.

Wenn nicht nur das Auto streikt

Nassgeschwitzt und erledigt kommen wir alle in unserem nächsten Bungalow im Vilanova Park an. Es ist Samstag Abend. Wir haben einen Privatparkplatz neben der Hütte, informiert man uns. Vielen Dank – das wäre sehr praktisch, wenn man ein funktionierendes Auto hätte. Wir lassen es dann doch lieber am Eingang abstellen, bis am Montag die Werkstatt aufmacht. Der Start in den Teil Urlaub, der eigentlich der Höhepunkt unserer Reise sein sollte, hätte deutlich entspannter ausfallen können. Aber nicht nur wir sind gestresst. Offenbar liegen bei dem sonst so ausgeglichenen Babymann die Nerven blank. Schon im Auto will er partout nicht gestillt werden. Wasser und Fruchtbrei nimmt er, aber am Abend wird es kritisch. Er hat wirklich Hunger, tut aber so, als hätte er noch nie Muttermilch getrunken. Er stößt mich weg, aber weint verzweifelt. „Stillstreik“. Vielleicht hat sich durch den Stress der Geruch und/oder Geschmack ’seiner Brust‘ verändert. Inzwischen habe ich eine Oberweite wie Pamela Anderson. Manchmal hat der Mann richtig gute Ideen: Es ist etwas umständlich, aber der kleine Streiker trinkt eine ordentliche Portion Muttermilch aus dem Glas und schläft endlich entspannt ein. Zum Glück klappt das Trinken an der Brust in der Nacht wieder und am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei.

Stillstreik

Behörde de luxe

Am Montag informiert uns die Werkstatt, dass unser Auto einen Motorschaden habe und eine Reparatur mindestens 10 Tage in Anspruch nehmen würde. Beinahe ein wirtschaftlicher Totalschaden. Nach ausführlichen und ungestörten Telefonaten mit dem ADAC (Kinderbühnenprogramm sei Dank) ist klar: unser Auto gilt knapp nicht als Totalschaden und wird nach Hause transportiert. Wir dürfen die Heimreise per Flugzeug antreten. Über den ADAC kann man natürlich geteilter Meinung sein. In diesem Moment sind wir aber heilfroh, dass alles für uns organisiert wird. Sogar das Buchen der Flüge wird übernommen. Allerdings brauchen die freundlichen Mitarbeiter alle unsere Ausweisnummern. Moment mal…alle? Tatsächlich hatten wir für den Minimenschen noch keinen Reisepass beantragt. Auf der Autoreise war es dank offener Grenzen nicht aufgefallen, aber den Flug dürfen wir definitiv nur antreten, wenn auch das jüngste Familienmitglied einen Pass besitzt. Immerhin hatte ich für den Fall der Fälle eine Geburtsurkunde eingepackt. So kamen wir in den Genuss einer der besten Aussichtspunkte der Stadt.

Das Deutsche Generalkonsulat liegt direkt am Strand und einen Blick wie von dort oben – 32. Stock – muss man anderenorts teuer bezahlen. Was für ein genialer Arbeitsplatz für einen deutschen Beamten. Ich habe das Gefühl, die Mitarbeiter wissen ihre priviligierte Lage zu schätzen und machen, ganz behördenuntypisch, einen sehr entspannten Eindruck. Uns wird schnell weitergeholfen. Der erste Reisepass – ausgestellt in Barcelona. Wenn das nichts Besondereres ist!

Haste Sch… am Schuh… haste Sch… am Schuh

Ein seltsames Gefühl, eine Strecke, für die wir uns auf der Hinfahrt drei Wochen Zeit genommen haben, in 2,5 Stunden Flugzeit zurückzureisen. Für den Rückweg hatten wir uns eigentlich noch die katalanischen Pyrenäen, Carcassonne und Montpellier vorgenommen. Dies alles musste leider ausfallen. Um Mitternacht kommen wir mit den Kindern in Deutschland an. Trotz zeitiger Anmeldung, will uns kein Taxiunternehmen mitnehmen. Versucht das einfach mal aus Spaß am Telefon: arabischen Nachnamen nennen, sagen, dass ihr vier Kinder und Gepäck habt und nur 4 km fahren wollt. Also sitzen wir mit Sack und Pack mit völlig erledigten Kindern im öffentlichen Nahverkehr unter kritischen Blicken der anderen Fahrgäste (Kinder nach 20 Uhr auf offener Straße…tstststs…). Vier Tage später brechen wir nach Österreich auf. Bereits im Voraus gebucht waren vier Tage Tirol mit dem Rest der Familie. Für diese Fahrt holen wir uns einen Mietwagen. Einen makellosen und fast neuen BMW. Man muss auch mal Glück haben.

Heiterwanger See

Denkste…nach einem Ausflug an den Heiterwanger See ist eine Beule in der Seitentür des Wagens und ein Reifen beschädigt. Zum Glück können wir den Reifen noch aufbereiten lassen, so dass er für die Rückfahrt am nächsten Tag fahrbereit ist. Aber als wäre das nicht genug an Pleiten und Pannen für unseren Elternzeiturlaub, hagelt es auf dem Rückweg, wie ich es noch nie erlebt habe. Auf der Autobahn kann man maximal 30km/h fahren und Hagelkörner, so groß wie Tischtennisbälle knallen als effektvolles Finale auf unseren Leihwagen. Wir geben ein vollkommen demoliertes Auto wieder ab.

Realitätscheck

Bei all dem Autopech habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass wir sowohl in Frankreich als auch in Österreich jeweils einen Tag im örtlichen Krankenhaus zugebracht haben. Zum Glück war niemand ernsthaft krank oder verletzt.

Man könnte aber durchaus den Eindruck gewinnen, dass unser Elternzeiturlaub ein richtiger Reinfall war. Das Gegenteil ist der Fall! Immer noch zehren wir von den Erinnerungen. Wir versuchten, die Dinge gelassen anzugehen und so viel vom Urlaub zu genießen, wie irgendwie möglich. Natürlich hat uns das kaputte Auto Sorgen gemacht, aber manchmal hilft ein kleiner Realitätscheck. Ist jemand ensthaft zu Schaden gekommen? Nein. Es ist ein Haufen Blech und einige verlorenen Scheine, aber wir werden die Sache überleben. Außerdem haben wir tolle Orte gesehen und gerade dadurch jede Menge unglaublich netter Menschen getroffen. Fremde Menschen, die uns in ihrem Privatauto von der Werkstatt bis zum Campingplatz fahren wollten und andere, die uns mit Händen und Füßen den Weg zur nächsten Bushaltestelle zeigten, um uns dann lieber doch den ganzen Weg persönlich zu begleiten. Selten sind wir so vielen offenen und hilfbereiten Menschen begegnet.

 

 

 

 

 

 

 

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Elternzeitreise – der Weg ist das Ziel

Reisen in der Elternzeit

Bei der Geburt unserer Töchter steckten wir beide noch im Studium. Natürlich hatten wir damals viel gemeinsame Zeit mit den Mädels, aber so richtig nach Elternzeit fühlt es sich nicht an, wenn man nach einer schlaflosen Nacht hofft, dass das Baby wenigstens die Vorlesung durchschlafen möge. Als der dritte kleine Chaot kam, war der Job noch frisch und an Vätermonate kaum zu denken. Hätten wir schon bei Kind 1 oder 2 richtig Elternzeit nehmen können, wären wir vielleicht auch mit dem Baby im Rucksack nach Thailand, Bali o.Ä. gereist. Betrachtet man z.B. Instagram, entsteht der Eindruck, dass mindestens die Hälfte aller deutschen Erstlingseltern mit Baby an irgendwelchen Traumstränden Elternzeiturlaub macht. Und das ist genau richtig so. Der erste Urlaub mit Baby ist zwar aufregend und viele Dinge erscheinen kompliziert, aber wann sonst hat man die Möglichkeit, zusammen als Familie für eine längere Dauer eine richtige Auszeit zu nehmen und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen? Unseren Weg sowie die wichtigsten Infos zum Thema Elternzeit und Reisen während der Elternzeit habe ich unten für euch zusammengefasst.

Entspanntes Strandbaby

Wohin reisen in der Elternzeit?

Bei Kind 4 wollten wir es endlich schaffen. Kaum war der Antrag raus, begannen die Überlegungen: Für uns stand fest, dass wir raus mussten. Zu schnell verfliegt die Zeit, wenn man sich zu Hause mit den Dingen des Alltags aufhält. Wenn auch nicht Bali, so wollten wir doch wenigstens für vier Wochen am Stück einen kleinen Roadtrip unternehmen. Der komplette Juli stand uns zum gemeinsamen Reisen zur Verfügung. Überraschend schnell kamen wir zu einer Entscheidung, denn aus Kinderreihen rief es sofort: „Barcelona!“

Echt jetzt? In die Großstadt? Mit vier Kindern…?

Unser damals noch 4-jähriger hat eine ganz genaue Vorstellung von seinem Wunschreiseziel. Nach Barcelona – „su’n Stadion (mit scharfem ’s‘ gesprochen) – wo Messi spielt.“ Auch unsere große Fußballerin argumentiert leidenschaftlich dafür. Es gehe ihr dort ja auch nicht nur um Fußball. Sie habe gehört, dass es richtig coole und bunte Häuser gebe und das Meer wäre ja auch noch da. So ist auch die wenig fußballbegeisterte, aber dafür kunstinterressierte, kleine Schwester schnell überzeugt. Bei so viel Einheit wollen wir Eltern natürlich nicht im Wege stehen. Unsere elterliche Ergänzung zum Plan sieht vor, dass wir nicht direkt in der City übernachten, sondern etwas außerhalb der Stadt – in Vilanova il a Geltrù am Meer.

Der Weg ist das Ziel

Wir beschließen, auch wenn es sehr günstige Flugangebote nach Barcelona gibt, nicht einfach in 2.5 Stunden hinzufliegen, sondern den Weg als Teil unserer Reise zu erleben. Daher fahren wir auch nicht direkt über Lyon. Es zieht uns zum Runterkommen in die Berge. Unsere erste Station ist der Mont Blanc. Wir übernachten in einem traumhaft schön gelegenen Chalet in Passy Mont Blanc und haben tolle Erlebnisse in Chamonix. Besser kann die Reise kaum beginnen. Spontan machen wir auf dem Weg eine Nacht Halt im Chartreuse Gebirge und besuchen die Wasserfälle Cirque de St. Même. Nach einem kurzen Abstecher nach Grenoble, fahren wir weiter an die Küste. In Sérignan bleiben wir eine Woche lang in einem Bungalow des Campingplatzes Le Mas des Lavandes. Eigentlich gibt es hier nichts zu bemängeln, außer dass er etwas strandnäher sein könnte. Der Bungalow ist wie neu, das Campingplatzgelände nicht zu riesig, die Poolanlage luxuriös, es gibt einen großen Sportplatz usw. Trotzdem bemerken wir: Camping ist selbst mit festem Dach über dem Kopf nicht wirklich unser Ding. Zu sehr wird man dazu verleitet, keinen Schritt aus dem Mikrokosmos Campingplatz zu machen. Für viele mag das genau der Weg zur Entspannung sein. Ich persönlich finde es eher frustrierend, wenn man kaum einen Ausflug unternimmt, weil Animationsprogramm xy gerade stattfindet. „Zum Glück“ kamen wir bei unserem nächsten Camping-Domizil in Vilanova il a Geltrù gar nicht erst in Versuchung. Mehr dazu und warum wir unsere Pläne für einen Rückweg über die Pyrenäen, Montpellier und Österreich über Bord werfen mussten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Wie funktioniert Elternzeit und Elterngeld?

In Deutschland ist es üblich, dass ein Elternteil ab der Geburt des Kindes die Berufstätigkeit unterbricht und in dieser Zeit Elterngeld erhält. Das Basiselterngeld entspricht rund zwei Drittel des Vorjahreseinkommens (mind.aber 300€ und max.1800€). Wenn beide Eltern vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch machen (Partnermonate), kommen so 14 Monate Elterngeld zusammen. Alleinerziehende können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld allein in Anspruch nehmen.

Aufteilung der Elternzeit

Die häufigste Aufteilung der Elternzeit ist sicher ein 12- monatige Berufspause der Mutter plus zweimonatige Elternzeit für den Vater. Dabei können die Vätermonate gleichzeitig gelegt werden. Auf diese Weise kann z.B. eine gemeinsame Reise mit bis zu acht Wochen unternommen werden.
Mütter und Väter können ihre Elternzeit natürlich beliebig aufteilen. Schließlich ist zu bedenken, ob Vätermonate in dieser klassischen Form der Aufteilung wirklich zu mehr Gleichberechtigung führen. In unserem Fall bot sich eine einmonatige Elternzeitreise an. Der zweite Vatermonat sollte mir den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern. So übernahm der Mann die Eingewöhnung in der Krippe und hat für einen Monat den Haushalt geschmissen. Man könnte es „Hausmann im Praktikum“ nennen. Auch diese Zeit war unheimlich wertvoll und gibt uns langfristig zu denken, ob es nicht möglich wäre, auch dauerhaft mehr gemeinsame Zeit zu haben. Wir geben ein ziemlich gutes Team ab.

Vorteile einer Elternzeitreise

Elternzeitreise mit Baby in der Trage

Vielleicht sorgt ihr euch darum, dass eine Reise in der Elternzeit für euch oder euer Baby zu anstrengend werden könnte. Vielleicht sind es aber auch Worte wohlmeinender Freunde oder Verwandter, die euch verunsichern. Macht euch nicht verrückt. Es gibt eine Menge praktischer Vorteile, die für einen längeren Urlaub mit Baby sprechen. Zuhause läuft man Gefahr, liegengebliebene Arbeiten zu erledigen. Die Steuer steht an, der Garten braucht Aufmerksamkeit und wollten wir nicht schon immer das Treppenhaus renovieren, ein Carport bauen usw.? Im Urlaub hat die neue oder größer gewordene Familie richtig Zeit, zusammenzuwachsen. Darüber hinaus fällt für Babys und Kleinkinder bis 2 Jahre, solange sie auf dem Schoß der Eltern reisen, nur ein geringer Aufpreis auf Flugtickets an. Auch im Hotel schlafen die Kleinen meist kostenlos im Eltern- oder Beistellbett. Außerdem sind die meißten Babys zufrieden, wenn sie nah bei den Eltern in der Trage oder auf dem Arm sein können und verschlafen einen Großteil des Tages. Es ist in der Regel anspruchsvoller, ein Kind im Kindergarten- oder Schulalter bei Laune zu halten. Dennoch gilt natürlich, dass das Reisen mit Baby um ein Vielfaches flexibler gehalten werden muss, als man es sonst täte. Ihr solltet keinen straffen Zeitplan verfolgen wollen. Besser ist es, die Reise entspannt anzugehen und für alles ausreichend Zeit einzuplanen. Es ist schön, z.B. bei einer Still- oder Strampelpause, an Orten innezuhalten und die Umgebung aufzunehmen. Auch kommt man durch ein Baby sehr schnell in Kontakt mit anderen Menschen. Das Allerschönste sind die gemeinsamen Erlebnisse, von denen man noch Jahre später zehrt. So werden wir z.B. unserem Minimann wahrscheinlich bei jeder noch kommenden Reise die Geschichte erzählen müssen, warum sein erster Reisepass in Barcelona ausgestellt wurde.

Buchtipp: Berge! von Piotr Karski Das Mitmachbuch für Gipfelstürmer

Kinderberge Buchtipp: Berge! von Piotr Karski

Berge! von Piotr Karski

Bildrechte Moritz Verlag

Berge!  – Mit Ausrufezeichen. Das muss sein, denn Berge sind mächtig, beeindruckend und kraftvoll. Nicht umsonst zieht es uns immer wieder dorthin. Auch der Grafiker Piotr Karski aus Warschau verbringt seine Urlaube meist beim Wandern in den Bergen. Im Süden seiner Heimat liegt die Hohe Tatra, der höchste Teil der Karpaten. Seinen Zeichnungen sieht man den Spaß, mit dem sie gemalt worden sind deutlich an. Und davon gibt es eine Menge. Mit 224 Seiten und fast einem Kilo Gewicht ist der Wälzer nicht gerade etwas für das leichte Wandergepäck. Dennoch ist das Buch ein echtes Mitmach-Buch, das außer Spaß und Beschäftigung viel Anregung gibt, sich mit naturwissenschaftlichen Themen selbstständig auseinanderzusetzen. Für unsere Familie ist es wirklich ideal. Es gibt Seiten zum Aus- und Weitermalen und einfache Versuchsanregungen für unseren 5 – jährigen, aber  auch wirklich anspruchsvolle Inhalte für die Großen, z. B. über die Gletscherlandschaft, den Wetterkreislauf, die Vegetationsstufen, den Umgang mit Landkarten, Maßstäben usw..

 

Ein Mitmachbuch für alle Geschwister

Das Buch bietet Anregungen zu nahezu allem, was Kindern zum Thema „Berge“ in den Sinn kommen würde. Wie entstehen eigentlich Gebirge und wie heißen die verschiedenen Gebirgstypen? Wie plane ich eine Wanderroute? Wie lese ich Karten und einen Kompass? Was packe ich ein? Welche Pflanzen und Tiere leben in den Bergen und wie erkenne ich das Alter eines Baumes oder eines Hirsches? Es gibt eine Anleitung für ein selbstgebautes Barometer und einen Vordruck für ein Wettertagebuch. Wie entstehen Höhlen im Berg und was ist darin so los und warum nicht gleich einen eigenen Stalaktiten züchten? Wie macht man Käse und viele, viele weitere Fragen, Antworten, Rätsel und Versuche. Kinder können ihre Bergerlebnisse umfassend vor- und nachbereiten.

Berge! von Piotr Karski

Bildrechte Moritz Veragl

 

Wegen seiner komplexen Seiten, auf denen sich die Kindern intensiv mit geographischen und geologischen Themen auseinandersetzen können, scheint mir die Altersangabe ‚ab 6 Jahren‘ doch recht sportlich. Die anspruchsvolleren naturwissenschaftlichen Themen fallen eher in das Kurrikulum der 4.-7.Klasse. Ich freue mich schon, wenn die Kinder das Buch zu „ihrem eigenen“ machen. Mit dem „Kinder Künstler Reisebuch“ hat das bereits toll funktioniert und wir sehen es uns immer wieder gern an. So ein Buch darf zerstossene Kanten und angerissene Seiten haben, es müssen Dinge darin kleben und es muss kräftig darin gezeichnet werden. Erst dann wird es zu einem echten Begleiter.

Vielen Dank dem Moritz Verlag für die kostenlose Bereitstellung des Exemplars!