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Das Mainzer Gutenberg Museum mit Kindern

Gutenbergstadt Mainz

Die Mainzer sind stolz auf Johannes Gutenberg, den unbestritten bedeutendsten Sohn der Stadt.  Jedes Jahr im Sommer feiert Mainz mit der Johannisnacht ein riesiges Volksfest zu seinen Ehren und zum Rosenmontagszug trägt die Bronzestatue auf dem Gutenbergplatz die Narrenkappe. Er gehört einfach dazu.

Im Jahr 1900 gründeten die Mainzer Bürger anlässlich seines 500. Geburtstages das Gutenberg Museum. Es befindet sich zentral in der Altstadt gegenüber vom Dom.

 

Schulwissen

Fast jeder hat im Laufe seiner Schulzeit schon einmal von Gutenberg gehört. Seine Erfindung gilt als echte Medienrevolution. Der Druck mit beweglichen Lettern war aber auch verdammt praktisch, musste man doch vorher entweder per Hand abschreiben oder in mühevoller Arbeit spiegelverkehrte Druckplatten herstellen. Wie ärgerlich, wenn einem da ein Fehler unterlief!

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, wurde um 1400 in Mainz geboren und starb am 3.Februar 1468, ebenso in Mainz. Er gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckpresse. Besonders geehrt wird er für die Gutenberg-Bibel, die zwischen 1452 und 1454 entstand und für ihre technische und ästhetische Qualität bekannt ist.

Im Museum befinden sich 2 von 49 weltweit existierenden Exemplaren der Gutenberg Bibel von 1454 unter Panzerglas im Tresorraum. Außerdem Exponate in den Bereichen Drucktechnik, Typografie, Kunstdruck, Papier, Geschichte der Schrift in verschiedenen Kulturen usw.

Und wo bleibt der Spaß?

Eure Kinder interessieren sich nicht für Papier hinter Glasscheiben? Für sie beginnt der Spaß ganz klar bei den Kinder- oder Familienführungen am Samstag und Sonntag. Hier kann man das Schmelzen des Bleis über dem Feuer, das Gießen der Lettern und den Druck an einer alten Druckmaschine live miterleben. Den jungen Museumsbesuchern werden ausgewählte Ausstellungsstücke gezeigt und altersgerecht erklärt. Die Führung „Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern“ ist sogar schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Die Kinder erfahren von der Entstehung der Schrift und dürfen verschiedene Exponate (Pergament, Federn, Siegelstempel, Naturfarben etc.) anfassen und ausprobieren. Im Anschluss kann im Foyer des Gutenberg-Museums an der Mobilen Druckwerkstatt selbst gedruckt werden.

Druckladen

Für einen Besuch der angeschlossenen Druckladens muss ein Termin gemacht werden. Ob als Familie, Kindergeburtstagsgruppe oder Schulklasse – es lohnt sich auf jeden Fall. Wer Zeit und Geduld mitbringt, kann sich einen eigenen Text setzen und selbst drucken. Handlettering mal anders. Weniger Geduldige oder kleinere Kinder können aus vorgefertigten Druckplatten wählen, die Druckfarbe aufrollen und an der manuelle Druckerpresse ihre Kräfte testen. Die Ergebnisse können sich am Ende immer sehen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Füssen – mit Kindern im Allgäu

Mit Kindern im Allgäu

Das Haus eine Baustelle, kein Auto und kaum noch Urlaubstage. Nicht gerade eine gute Ausgangssituation für einen Familienurlaub. Wir steckten gerade in der mühevollen Sanierung unseres fast 100 Jahre alten Hauses, das wir damals gerade erst frisch gekauft hatten. Urlaub war für diesen Sommer nicht geplant und doch hatten wir ihn bitter nötig. Unseren sportlichen Kleinwagen hatten wir gerade verkauft, um ihn gegen einen größeren und praktischeren Familienwagen einzutauschen. Wir setzten uns eine Deadline. Wenn wir innerhalb einer Woche ein Auto finden würden, könnten wir es noch schaffen, der Baustelle ein paar Tage zu entkommen. Tatsächlich holten wir zwei Tage später unseren großen Kombi ab. Es blieben noch 6 Tage Resturlaub.

Urlaub in Deutschland – ein bißchen spießig, oder?

Wenigstens meinte es der Sommer besonders gut mit uns und es musste daher dringend ans Wasser gehen. Wie praktisch, dass gleich mehrere der schönsten Seen Deutschlands nur vier Autostunden von uns entfernt, in der Gegend um Füssen liegen sollten. Ehrlich gesagt, war ich trotzdem etwas enttäuscht, nicht einmal ins Ausland zu reisen. Nicht Frankreich, nicht Italien, nicht die Niederlande, nicht einmal Österreich oder die Schweiz. Urlaub in Deutschland…ins Allgäu…das klang für mich verdammt spießig nach Seniorenprogramm. Aber das Unerwartete lässt sich nicht planen. Zum Glück.

Bauernhöfe und Gästehäuser im Allgäu

Auf den bekannten Buchungsportalen sah es nicht gut aus, was Familienunterkünfte anbelangte. Ein Anruf bei der örtlichen Touristeninformation half uns weiter. Das Gästehaus Geiger hatte ein Zimmer für uns und wir fuhren noch am selben Tag.

Tipp: Örtliche Touristeninformationen haben oft aktuelle Informationen zu freien Zimmern, die im Internet gar nicht aufgeführt sind.

Unsere Unterkunft lag idyllisch zwischen Füssen und Hopfen am See mit Blick auf die Voralpen.

Gästehaus Geiger

Frau Geiger und ihre Familie empfingen uns herzlich. Unsere Kinder waren begeistert. Ungeplant hatten wir Ferien auf dem Bauernhof gebucht. Wenn das der Papa vorher gewusst hätte ;)… Familie Geiger hat eigene Milchkühe und hinter dem großen Garten mit Fußballtor und Rutsche sprangen kleine Ziegen herum. Frau Geiger versorgte uns jeden Morgen mit frischen Brötchen, leckerem Kaffee und warmen Kakao mit der Milch der eigenen Kühe. Im Allgäu gibt es unzählige kleine Pensionen und Bauernhöfe, die sich Zeit für ihre Gäste nehmen und die besten Tipps für die Umgebung parart haben.

Volles Programm

Die Programmhefte der Region rund um Füssen bieten eine Menge verschiedener Familienaktivitäten. Geführte Wanderungen für Naturentdecker, spazieren in den Baumwipfeln im Baumkronenweg beim Walderlebniszentrum  Ziegelwies, ein Ausflug zur Imkerei, eine Schifffahrt auf dem Forggensee, ein Besuch in der Kristalltherme in Schwangau oder der Alpentherme Ehrenberg im nahegelegenen österreichischen Reutte, eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn usw. Die Liste ist schier endlos. Die Besichtigung des Schloss Neuschwanstein sollte man auf jeden Fall erlebt haben, um sich einmal so richtig als Tourist in Deutschland zu fühlen. Es diente Walt Disney als Vorlage und ist so wahrgewordene Kindheitserinnerung zahlreicher Amerikaner. Die meisten Besucher kommen jedoch aus China. Das Schloss Neuschwanstein gehört wie der Eiffelturm zu den Bildern, die symbolhaft für Europa stehen. So drängen sich in der Hochsaison bis zu 7000 Besucher täglich durch die Gänge. Uns hat es genügt, die Schlösser Neuschwanstein und das benachbarte Hohenschwangau von Außen zu bewundern.

Mehr See(he)n

In einem Umkreis von max.8 km von Füssen befinden sich Forggensee, Hopfensee, Alatsee, Weißensee, Alpsee, Schwansee, Bannwaldsee, Mittersee, Obersee und Faulensee

Sehenswert und auf dem Weg ist auch der Lechfall, von Füssen kommend auf der B 17 Richtung, etwa 700 Meter vor der österreichischen Grenze. Eindrucksvoll stürzen sich hier die Wassermassen über 5 Stufen in die Tiefe.

Die Lechschlucht gab der Stadt Füssen ihren Namen. Lateinisch ‚fauces’=Schlund
Der Forggensee ist der flächenmäßig größte Stausee Deutschlands. Er dient zum einen der Stromerzeugung, zum anderen aber auch der Hochwasserregulierung am Lech während der Schneeschmelze. Auch wenn der Forggensee, wie er sich jetzt darstellt, kein natürlicher See ist, so liegt er doch in einem Becken, das nach der letzten Eiszeit von einem noch größeren See ausgefüllt war. Heute wird er ab Oktober trockengelegt und bis auf ein paar Pfützen ist nichts von ihm übrig. Im Winter kann man dafür zweimal wöchtentlich eine Wanderung auf dem Grund des Sees unternehmen.

Der Forggensee ist zu einem unserer Lieblingsseen in Deutschland geworden. Im Abendlicht liegt er silbrig glänzend da – wie hier an der Badestelle am Café Maria. Rund um den See ist kaum Bebauung erlaubt. Kälteempfindliche können ihr Badeglück im Hopfensee, einer der wärmsten Voralpenseen, finden. Hier kann man auch Tretbot fahren, SUP und Windsurfen üben, in lustigen Familiengefährten um den See touren oder auch gemütlich mit Seeblick Essen oder Kaffee trinken gehen. Wer mag, kann an jedem Urlaubstag in einem anderen See schwimmen.

Also doch nicht alles Käse…

Wir wollten in kürzester Zeit möglichst viele regionstypische Dinge sehen und erleben und steuern deshalb die Sennerei Lehern an, um zu schauen, wie der Allgäuer Bergkäse und der Allgäuer Emmentaler gemacht werden. Die Führung dauert eine gute Stunde, zeigt alle Stationen der Käseherstellung und endet in einer kleinen Verkostung im angeschlossenen Hofladen. Was für ein Jammer, dass ich gerade schwanger war und keinen Rohmlichkäse essen durfte.

Bachwanderweg – keine Langeweile für Kinder

Wunderschön war es, den Bachweg hoch zum Buchenberg zu wandern. Der Weg beginnt am Parklatz neben dem Sessellift Buching, führt zunächst über ein Stück Wiese und führt dann einen Waldweg entlang eines Baches hoch zum Gipfelkreuz. Unterwegs gibt es jedoch auch Lichtungen, von denen aus man die Aussicht genießen kann. Von hier aus sahen wir auch Wanderer, die auf breiteren, asphaltierten Wegen gingen. Dort wäre man auch problemlos mit Kinderwagen hochgekommen. Aber unsere beiden Mädchen wollten natürlich selber laufen. Unsere Wandererfahrung mit Kindern: Je kraxeliger der Weg, desto spannender wird es für die Kids. Gehen wir daheim nur 1km zu Fuß zum nächsten Supermarkt oder machen einen Spaziergang durch den Park, wird sich beschwert und gefragt, wann man denn endlich da ist. Der Bachwanderweg besteht fast ausschließlich aus schmalen Waldwegen. Die Baumwurzeln bilden natürliche Treppen und zwischendurch kann man sich im Bach erfrischen.

Oben angekommen wird man mit einer fabelhaften Aussicht belohnt. Bei gutem Wetter ist hier ein beliebter Startpunkt für Paraglider.

Die besten Dinge findet man, wenn man sie nicht sucht

Füssen ist für uns zu einem festen Zwischenstopp auf jeder Reise Richtung Süden geworden. Wir bummeln durch die hübsche, mittelalterliche Altstadt, kaufen uns etwas zu Essen und setzen uns anschließend zum Picknick an den Forggensee.

 

 

 

 

ExperiMINTa Frankfurt

Experiminta Museum in Frankfurt

Gemütlich am Kamin sitzen, Kakao trinken, Kuchen backen und sich zu Hause einkuscheln. Das ist die kalte Jahreszeit…nicht.

Zumindest nicht bei uns. Ohnehin sind wir schon aufgrund diverser Sporttermine sehr viel unterwegs, aber wenn mal Zeit ist, kann so ein Tag daheim echt anstrengend werden. Gemütlichkeit klappt  mal für eine Stunde oder zwei. Aber wenn wir alle 6 daheim sind ist es laut und wild. Man glaubt es nicht, wie schnell die vier Chaoten das Haus einmal kopfüber stellen können. Zum Glück gibt es bei uns im Rhein-Main-Gebiet so viele tolle Ausflugsziele. Diese Kategorie wird sich schon bald weiter füllen.

Als erstes nehmen wir euch mit in eines unserer liebsten Museen.

Wissenschaft zugänglich und greifbar machen-das ist das Konzept des Experiminta Museums in Frankfurt. MINT steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Vielleicht klingt das für den einen oder anderen nicht auf Anhieb spannend. Aber gerade diese sollten sich auf die Socken machen und sehen, wie interessant diese Themen sein können, wenn sie sich nicht nur auf dem Papier abspielen. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittlen ist problemlos. Das Mitmach-Museum liegt zentral und ist mit S- und U-Bahn (Bockenheimer Warte, Festhalle Messe, S-Messe) sowie mit der Tram (Varrentrappstr) gut zu erreichen.

Naturwissenschaft greifbar machen

Schon im Eingang erwartet einen das erste Experiment. Der Spiegel in die Unendlichkeit. In den thematisch untergliederten Räumen finden sich, auf vier Etagen verteilt, über 120  Experimentierstationen. Es gibt Stationen zur Akkustik (Schwingung/Wellen), zur Optik, zur Bewegung, zur Kraft, zu Muster und Zahlen, zur Luft und viele mehr.

Wir erforschen Pendelbewegungen, testen unser Gehör, zeichnen im Spiegel, malen mit der singenden Eisenplatte Töne in den Sand, lassen Tornados entstehen und betrachten uns im Verzerrspiegel. Wie schön, wenn man trotz Schwangerschaft mal wieder schlank erscheint ;).

Kinder können sich an Flaschenzügen selber in die Höhe ziehen und in einer riesigen Seifenblase stehen, während Väter im Fakirbett auf Nagelspitzen entspannen. Lustig, wenn im Streifenspiegel eine Mischperson entsteht: „MaPa“ oder „PaMa“ oder Kinder in der Glaskugel auf einmal über Kopf stehen. IM AUGE sitzend lässt sich der Weg des Lichts durch die Pupille und die Entstehung des Bildes gut nachvollziehen. Je nach Alter und Vorwissen, werden die Experimente ganz intuitiv „begriffen“ oder auch zusätzlich genauer mit den Erklärtafeln erforscht. Warum schwebt der Ball im Luftstrom und fliegt nicht weg und wie verrückt ist denn bitte der Bernouilli-Effekt? Zur „Zauberhaften Physik“ hat auch die Alma Mater Göttingen einen schönen Film erstellt. Naturwissenschaftliche Phänomene und mathematische Zusammenhänge werden durch das Experimentieren greifbar und verständlich. Nicht nur für Kinder!!!

Auf gar keinen Fall sollte man die zu wechselnden Themen stattfindenden Science Shows verpassen. Es kann spektakulär werden. Eine Übersicht über die nächsten Shows findet ihr hier.

Ganz wichtig: Plant ausreichend Zeit für den Besuch ein oder rechnet von Beginn an damit, nicht die komplette Ausstellung zu schaffen. Zwei Stunden reichen nicht aus, alles zu auszuprobieren.

Wir kommen auf jeden Fall wieder!

 

Kürbismuffins mit Dinkel

Ziemlich genau so sieht für mich ein perfekter Morgen aus. Baby schläft nochmal ein Ründchen und ich kann mich dazukuscheln und den nächsten Urlaub planen. Dazu gab es heute Kaffee und Kürbismuffins, die ich gestern gebacken habe. Eigentlich mag ich Kochen viel lieber als Backen, aber da ich im Herbst regelrecht im Kürbiswahn bin, muss es Kürbis in allen erdenklichen Variationen geben. Diese Kürbismuffins zählen seit gestern zu einer meiner Lieblingsvarianten.

Zutaten:

  • 300g Hokkaido Kürbisfleisch
  • 150g weiche Butter
  • eine Prise Salz
  • 150g brauner Zucker
  • 2 Eier
  • 1 TL Zimt
  • etwas frischen, geriebenen Ingwer
  • eine Messerspitze Piment
  • ca. 200g Dinkelvollkornmehl
  • 2 TL Backpulver

Handwerk

Den Kürbis schälen, entkernen und würfeln. Im Wasser garkochen, bis das Kürbisfleisch weich ist. Dampfgarer oder Backofen geht natürlich auch. Hauptsache weich. Dann mit dem Stabmixer fein pürieren. Den Backofen auf 190°C vorheizen.
Butter, Zucker und Eier schaumig schlagen. Anschließend das Kürbispürree mit Gewürzen mischen und unter die schaumig geschlagene Mischung geben.

Spices und so yaaaayyy!

Was die Gewürze angeht, könnt ihr natürlich variieren. Etwas Muskat passt vielleicht ganz gut oder Vanille. Nelkenpulver und Kardamom (vorsicht mit der Dosierung) auch. Wer gleich alles zusammen haben will, nimmt Kaffeegewürz (z.B. von Schuhbeck). Ich hab eher zurückhaltend gewürzt, so dass Ingwer und Zimt dominieren und der Kürbis noch rauskommt. Was den Ingwer angeht, gebe ich bewusst keine Menge an, denn auch hier sollte jeder selbst sehen, wie er es am liebsten mag. Ich bin ohnehin kein Freund davon, genau nach Rezept zu kochen. Auch wenn beim Backen natürlich die Grundzutaten schon im festen Verhältnis stehen müssen. Ich habe ein daumennagelgroßes Stück Ingwer genommen. Man schmeckt ihn gut raus, aber die Kinder mögen es immer noch ;). Eine Erwachsenenvariante für Ingwer-Liebhaber könnte ruhig mehr vertragen. Backpulver mit Mehl vermischen und unter o.g. Masse rühren bis eine homogene Teigmasse entsteht.
Papierförmchen in Muffinblech setzten oder zwei Papierförmchen ineinander legen oder Silikonförmchen nutzen.
20-25 Minuten Backzeit.

Passen hervorragend zu meinem Frühstückskaffee. Wenn mehr Ingwer-Power drin ist, kann ich mir auch einen grünen Tee gut dazu vorstellen.

 

Ausflug im Herbst nach Rüdesheim am Rhein

Familienausflug ins Rheintal nach Rüdesheim am Rhein

Eigentlich sollte es in den Herbstferien nach Südtirol zum Törggelen gehen – diesen Plan mussten wir jedoch verabschieden. Jeder kennt dieses arbeitgeber- und schulfreundliche Phänomen. Es gibt sogar einen Begriff dafür, habe ich kürzlich gelesen – „leisure sickness“. Der Körper hat in Stressituationen schlichtweg keine Zeit, krank zu werden. Evolutionstechnisch macht das natürlich Sinn. Dass wir heutzutage meist nicht in lebensbedrohliche Situationen geraten, wenn wir im Job mal für ein paarTage aussetzen, hat er einfach noch nicht gelernt. Dieses Jahr traf es uns. Pünktlich zu Ferienbeginn bekommt ein Familienmitglied nach dem nächsten Fieber, Halsweh, Husten usw. Als langsam alle wieder annähernd gesund sind, kommt die Häuptlingstochter humpelnd vom Fußball. Zerrung! Ausgedehnte Bergwanderungen nicht möglich. Ein Familienbesuch aus dem Norden verhilft uns dann doch aus dem Haus und wir entschließen uns zu einem Touri-Tag in Rüdesheim im benachbarten Mittelrheintal.

Das Obere Mittelrheintal – UNESCO Welterbe

Rüdesheim liegt auf der Sonnenseite des Rheins im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Der Tourismus vermarktet den südlichen Teil des Mittelrheins von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz als „Tal der Loreley“. Seit dem 19. Jahrhundert ist es Inbegriff der Rheinromantik, die auch Heinrich Heine gepackt haben muss. Er dichtet 1824 von der Loreley als eine Art Nixe, die die Rheinschiffer durch ihren Gesang in ihren Bann zieht, sodass diese durch die gefährliche Strömung und Felsenriffe ums Leben kommen. Als Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal wurde der malerische Flussabschnitt 2002 zum UNESCO Welterbe erklärt.

Oberes Mittelrheintal UNESCO Welterbe

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19.Jahrhundert ist der Rhein ein absolutes „Muss“ und entwickelt sich zur touristischen Adresse ersten Ranges. Neben der Schweiz und Italien musste man hier unbedingt gewesen sein, wenn man etwas auf sich hielt. Es wurde gemalt, darüber gedichtet und davon gesungen. Und tatsächlich ist sogar schon der Weg nach Rüdesheim sehr sehenswert. Wir fahren direkt am Rhein entlang und sind von Weinanbau umgeben. Für unsere Hamburger Gäste, die flaches Land gewöhnt sind, ist hier bereits Hochgebirge. Wer die Anreise noch interessanter gestalten möchten, nimmt ab Bingen am Rhein die Autofähre nach Rüdesheim. Das ist für kleinere Kinder ein Abenteuer und auch die Großen freuen sich über den besonders schönen Blick auf Rüdesheim, die umgebenden Weinhänge und den Niederwald.

Rentner – Malle?

Dem trüben Wetter zum Trotz schlendern wir durch das rheinhessische Städtchen an zahlreichen Fachwerkhäusern vorbei. Zum Glück ist unser Besuch Regen gewöhnt. Bei Sonnenschein schieben sich weit mehr Touristen durch die enge Drosselgasse. Jährlich bis zu 3 Millionen Besucher. Das sind sogar ein wenig mehr, als der Berliner Reichstag verzeichnen kann. Rüdesheim steht laut dem Deutschen Tourismus Verband (DTV) gleich nach dem Kölner Dom auf Platz 2 der deutschen Sehenswürdigkeiten. Restaurants werben mit mehrsprachigen Schildern für Schweinshaxe und Rheinhessischen Sauerbraten. An jeder Ecke gibt es Probierschlückchen Federweißen, „young wine“, für einen Euro mitzunehmen und von den mit Wein überwachsenen Restaurantterrassen schallt schräg Schlagermusik. Nicht umsonst ist Rüdesheim auch als Rentner-Malle bekannt. Touristenshops reihen sich aneinander und verkaufen alle dieselben Häkeldecken und Tischsets, Schnaps- und Biergläser mit Deutschlandflagge und Reichsadler, Kuckucksuhr-Magneten und gehäkelte Topflappen. Wir finden etwas seltsam, was den vielen, zumeist asiatischen und amerikanischen Besuchern daheim als Erinnerung von Deutschland bleibt.

Seilbahn Rüdesheim zum Niederwalddenkmal

Ein altes Bild von der Gondel zum Niederwalddenkmal. Beim letzten Besuch konnte ich in der Gondel aufgrund des Regens, der uns dort erwischte, meine Kamera nicht viel benutzen.

Im Zentrum startet die Seilbahn zum Niederwalddenkmal. Die Berg- und Talfahrt kostet 8€ für Erwachsene. Kinder ab 5 Jahren zahlen 4€. Die offenen Gondeln schaukeln gemütlich über die Weinberge und man genießt eine tolle Aussicht über den Rhein. Zwei japanische alte Damen sind gut ausgestattet. Sie sitzen in der Gondel vor uns und prosten sich mit einem Gläschen Sekt zu. Oben angekommen scheint der Kitsch von unten fern. Ein moderner, schwarzer Restaurant-Kubus mit großer Sonnenterrasse bietet deutsche und italienische Küche. Die Einrichtung ist modern. Ein bißchen Almhüttenflair mit Betonboden-Industrieschick. Große Lampenschirme sind mit Landschaften des Mittelheintals bedruckt. Was in der modernen Gastronomie Österreichs oder der Schweiz funktioniert, geht auch in Rheinhessen.

Angeschlossen ist eine Almhütte, die von großen Gruppen bis zu 95 Personen gemietet werden kann. Wir lassen uns Capuccino schmecken während die Kinder mit Pommes und Malsachen glücklich sind. Für den Minimenschen gibt es ein Stück frisches Brot und etwas Babyspielzeug.

 

 

Hier ein älteres Bild vom Denkmal. Denkmal unverändert. Der kleine Barfußkrabbler ist inzwischen 5 Jahre alt.

Das Niederwalddenkmal ragt imposante 38,18m in die Höhe. Zuoberst steht die siegreiche Germania, auf deren Sockel die Hauptinschrift des Denkmals steht:

ZUM ANDENKEN AN DIE EINMUETHIGE SIEGREICHE ERHEBUNG DES DEUTSCHEN VOLKES UND AN DIE WIEDERAUFRICHTUNG DES DEUTSCHEN REICHES 1870 – 1871

Zwölf Jahre hat es bis zu seiner Einweihung 1883 gedauert. Es soll an den Deutsch-Französischen Krieg und die Einigung des Reichs 1871 erinnern. Hier oben kann man ein wenig durch den Wald spazieren und anschließend entweder mit der Seilbahn wieder hinabfahren oder aber einen der schönen Wanderwege durch die Weinberge zurück nehmen.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt oder gar ein paar Tage Urlaub hier plant, kann sich in Rüdesheim u.a. in einem mittelalterlichen Foltermuseum gruseln oder als Häftling in einem Gefängniskeller speisen. Auch gibt es in der Region zahlreiche Burgen und Schlösser zu besuchen und irgendwann einmal schaffen wir es bestimmt auch, eine Etappe des zwischen Koblenz und Wiesbaden verlaufenden Rheinsteigs zu bewandern.

Tourist at home

In der Region gibt es viele junge Winzer und Gastronomen, die Traditionelles für sich neu interpretieren. Das eigene Land zählt für die Deutschen zu den beliebtesten Reisezielen. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es einen lebendigen Tourismus. Sicher liegt es an den städtischen Ballungsgebieten und den vielen Arbeitsmöglichkeiten rundherum, dass junge Menschen hier bleiben möchten und ihre Region mit gestalten wollen.

Zuhause schauen wir, was die sozialen Medien so über unser Nah-Reiseziel zu sagen haben. Auf Instagram finden wir einen jungen Mann aus Japan, der ein Selfie aus der Seilbahn mit bedeutungsschwerem Blick in die Ferne postet. Hashtag: #neverstopexloring

Die Rhein-Romantik scheint noch nicht am Ende. 😉

 

 

 

 

 

Linsencurry mit Möhren oder Kürbis

Dal Linsencurry

Schön ist anders

…jetzt schlummert das Linsencurry schon so lang in der Schublade. Und das nur, weil es partout keine Fotoschönheit sein will.

Augen zu und Mund auf

Dabei schmeckt das Linsencurry wirklich ganz hervorragend, steckt voller pflanzlicher Proteine und ist in 5 Minuten erledigt. Also echtes Fast Food mit gutem Gewissen.

Was rein muss ins Linsencurry:

  • Eine kleine Dose Linsen (damit es wirklich schnell geht, sollten es welche aus der Dose sein – ich nehme kleine Bio-Linsen, letzten Endes ist es nicht so wichtig, welche es genau sind, hauptsache, es ist kein Eintopf mit Suppengrün usw.)
  • Möhren (2-4 oder wieviele man eben mag) oder wahlweise ein paar Schnitze Hokkaido-Kürbis
  • 1 kleine Zwiebel
  • eine Dose Kokosmilch
  • Pfeffer, Salz, rote Currypaste
  • eventuell etwas Zitronensaft

Und jetzt geht alles ganz schnell

Zuerst werden die Möhren geschält und in kleine Würfelchen geschnitten. Das schafft man gemütlich in 2 Minuten. Gleiches geschieht mit der Zwiebel in 30 Sekunden. Topf mit etwas neutralem Öl steht natürlich schon heiß, aber nicht zu heiß auf dem Herd bereit. Wer gut ausgestattet ist, nutzt hier Kokosöl zum Braten. Was soll der Geiz? Butter ist ohnehin schon fast ebenso teuer geworden und noch dazu viel ungesünder. Nun gut…Salami mit Kokosöl drunter ist vielleicht nicht so das Wahre. Aber in diesem Fall passt das alles ganz wunderbar.

Zwiebeln und Möhren im heißen Öl 30 Sekunden anbraten, Linsen dazugeben und alles zusammen weitere 30 Sekunden garen. Hat man einen besseren Dosenöffner als wir, schafft man es locker in den folgenden 30 Sekunden, die Dose zu öffnen und die Linsen in einem Sieb oder Durschlag sauber zu spülen. Die Linsen zu den Zwiebel-Möhren schütten und in den nächsten 15 Sekunden eine Dose Kokosmilch öffnen und dazugeben. Mit roter Currypaste würzen und nach Belieben salzen. Auch das dürfte nicht länger als 15 Sekunden gedauert haben. Wieviel Currypaste hineingehört, ist schwer zu sagen, da sie alle etwas unterschiedlich sind. Von meiner benötige ich nur einen viertel Teelöffel. Lieber vorsichtig herantasten und unbedingt probieren. Manche Pasten sind sehr scharf. Wer es frisch mag, gibt noch ein wenig Zitronensaft dazu.

Bleiben noch 30 Sekunden, um das Ganze nochmal richtig auf Temperatur zu bringen.

FERTIG

Und dazu unbedingt Basmatireis.

PS Für die, die darauf achten müssen oder wollen: Nebenbei ist das Dal zufällig auch glutenfrei, weizenfrei, laktosefrei, vegetarisch – sogar vegan, es muss nichts ersetzt werden und es fehlt an nichts.

 

Acquafraggia Wasserfälle

Valchiavenna – Acquafraggia Wasserfälle

Die Acquafraggia Wasserfälle im Valchiavenna Tal entstehen auf der „Lago“ Bergspitze, auf 3050 Meter Höhe und gehören zur Gemeinde Piuro-Valchiavenna. Ein Wildbach bildet in einem Felsbecken einen Bergsee und stürzt dann mit einem Höhenunterschied von 1800m mehrfach vom Felsen ab.

aqua fracta – Wasser das von Wasserfällen „unterbrochen“ wird

Zuletzt endet der Sturz in einem Doppelwasserfall, an den man in Boronuovo di Piuro ganz nah herankommt. Überall in der Luft liegt ein Sprühnebel, wie man ihn von Thermalwasserspray kennt. Seeeeehr erfrischend und perfekt an heißen Sommertagen.

Ein paar Todesmutige baden im Fluss. Wir wollen ihn nur durchqueren, um auf die andere Uferseite zu gelangen. Ganz abgesehen von der starken Strömung, ist das Wasser aber zusätzlich EXTREM kalt und wir schaffen es einfach nicht und gehen lieber außenherum.

Es gibt in der Sommerhitze wirklich kaum Besseres, als mit dem Rauschen des Wassers im Hintergrund und durch den Sprühnebel erfrischt auf der Wiese an den Wasserfällen zu liegen. Auch einen Kiosk gibt es hier. Man kann gut einen ganzen Tag an diesem wunderbaren Ort verbringen. Schon Leonardo da Vinci erwähnte die „belle chadute d’aqua“ in seinen Notizen.

Mehrere Ausflugsstrecken beginnen bei den Acquafraggia Wasserfällen. Das nächste Mal schließen wir sicher eine kleine Wanderung an.

Alhambra

Kalligraphie und Mosaike an der Alhambra

Kinder und Kultur

Sollen wir bei Temperaturen an die 40 Grad nicht doch lieber den Tag am Meer verbringen oder die Füße im Pool baumeln lassen? Nichts gegen ein paar entspannte Tage, aber wer mit Kindern in Andalusien ist, ohne zumindest einmal die Alhambra zu besuchen, verpasst etwas. Kinder und Kultur lassen sich hier ganz hervorragend unter einen Hut bringen. Wasserbecken, Springbrunnen, Trinkwasser aus kleinen Brunnen und sogar kleine Wasserläufe an Treppen, machen den Weg für Kinder interessanter und sorgen für Erfrischung.

Die Alhambra in Granada lädt ihre Besucher auf eine phantastische Reise ein. Sie erzählt geheimnisvolle Geschichten wie aus Tausenundeiner Nacht. Es geht um Feen, Geister und Menschenfresser, um verborgene Schätze, Sultane und Prinzessinnen.

Die Alhambra – Paradies auf Erden

Dichter preisen die Alhambra u. a. als

„Krone auf dem Haupte Granadas“, „ein Paradies auf Erden“, „der Rubin der Stadt“, „ein Traum, ein Schatz voll Harmonie und Licht“

Der Name „Alhambra“ kommt aus dem Arabischen „al qal’at al hamra“ (die rote Festung).

Am Anfang des 8. Jahrhunderts kamen die Araber nach Spanien und konnten große Teile des Landes, abgesehen von kleineren Gebieten im Norden, beherrschen. Mit dem Kalifat von Córdoba erlebten die islamischen Eroberer ihr Glanzzeit. Granada war eines der maurischen Königreiche. Hier gab es zwei Herrscherfamilien. Die Ziriten mit vier Emiren und die Nasriden mit vielen Sultanen. Diese hinterließen prachtvolle Bauten in vielen Städten z. B. in Malaga oder Almeria. Ihre Lieblingstadt schien jedoch Granada zu sein. Am meisten verschönerten die Alhambra Muhammad al-Ahmar, Gründer der Dynastie und sein Sohn im 13. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert folgten Jusuf I. und sein Sohn Mohammed V.. Die Alhambra war ein königlicher Hof und Palast sowie eine Festung. Aber eigentlich ist die Alhambra vergleichbar mit einer kleinen Stadt.

Schon um das prächtige orange-goldfarbene Eingangstor ist eine Legende gewoben. Über dem äußeren Bogen des Tors befindet sich eine „schützende Hand“. Über dem inneren Bogen ist ein Schlüssel als Symbol der Macht angebildet. Es wird berichtet, dass unter diesem Tor ein arabischer Astrologe lebt, der eine Christin mit blauen Augen und goldblondem Haar verhext hat. Eines Tages wird sich der Zauber auflösen und dann…dann wird die Hand den Schlüssel nehmen und die Alhambra wird sich in Luft auflösen.

Besuchermagnet

Doch bis dahin bleibt sie ganz sicher ein Besuchermagnet.

Die Alhambra zieht ungefähr 3 Millionen Besucher jährlich an. Im Sommer zur Hochsaison spazieren täglich ca.7000 Menschen durch die maurische Festungsanlage. Natürlich ist da mit etwas Wartezeit zu rechnen. Es lohnt sich, die Eintrittskarten im Voraus zu besorgen. Online ist das über ticketmaster.es möglich.

Insgesamt ist die Anlage so riesig, dass es sich recht gut „verläuft“. Für die Besichtigung des Königspalasts gibt es bestimmte „Zeitslots“. So schiebt man sich dort auch nicht durch die Gänge, sondern hat ausreichend Zeit und Platz, alles in Ruhe zu betrachten.

In der Mitte des Königspalastes gibt es ein großes Wasserbecken, welches von beiden Seiten von einer Myrtenhecke eingefasst ist. Überall finden sich Kalligraphien mit Gebeten und Gedichten und leuchtende Mosaike.

Die Gewölbedecke des Thronsaals verschlägt einem die Sprache. Unfassbar, mit welcher Perfektion und Symetrie die Kuppel aus Zedernholz geschnitzt ist.

Generalife

Aber nicht nur die atemberaubende Architektur der Gebäude ist es, die den Besuch so lohnenswert macht, sondern auch und vielleicht – für Kinder sogar vor allem – der schönste aller Gärten „Generalife“. Der Generalife (Garten des alarife – des Baumeisters) ist einer der berühmtesten Gärten der Welt. Er war eine königliche Sommerresidenz. Zypressen und Oleander, Blumen und Sträuchergewölbe, Springbrunnen und Wassergraben…auch hieran knüpft sich eine Geschichte. Prinz Ahmed al Kamel soll in einem Säulengang gefangen gewesen sein. Er wurde „der Liebespilger“ genannt. In seiner Einsamkeit hatte er die Sprache der Vögel gelernt und eine Fledermaus und ein paar Vögel waren seine Freunde geworden. Seine Lieblingsvögel, eine Eule und ein Papagei, halfen ihm schließlich, die Gunst einer christlichen Prinzessin zu erlangen, die Ahmed später heiratete. Die Eule ernannten sie aus Dankbarkeit zum Ministerpräsidenten und den Papageien zum Zeremonienmeister.

Diese und viele andere Sagen könnt ihr in den Erzählungen von der Alhambra von Washington Irving nachlesen. Sie eignen sich als Einstimmung auf den Urlaub, aber werden von unseren Großen auch nach Jahren immer noch mal als Einschlaflektüre genommen. Für schöne Träume von einer Rückkehr – schließlich hatten zwei von vier Kindern noch nicht das Vergnügen ;).

 

Tagestrip nach Straßburg

Straßburg mit Kindern

Straßburg gehört zum festen Programm amerikanischer Europa-Touristen, vor allem derer, die per river cruise auf dem Rhein unterwegs sind. „Next stop is Strasbourg – oh- is it in France?“

„Yes- it is.“ Und auch als deutscher Besucher sollte man sich nicht entgehen lassen, wieviel Frankreich man schon bei einem Städte – Kurztrip „ums Eck“ bekommt. Von uns aus dauert die Fahrt mit dem Auto nur ungefähr zwei Stunden.

Das Liebfrauenmünstergehört gehört mit 142m Höhe zu den größten Sandsteinbauten der Welt.

Straßburger Münster

Für Kinder ist das alte Karussell am Place Gutenberg noch spannnender.

Es gibt zahlreiche Wochenmärkte und natürlich die französischen Supermarktketten, in denen man seinen Vorrat an französischen Produkten wieder auffüllen kann. Auch lohnt sich ein Besuch kleiner Fromagerien, in denen sich der Kunde nach Herzenslust durch die Produktpalette probieren kann. Das beste Baguette und die besten Flûtes soll es bei Au pain de mon grand père geben. Unbedingt etwas Cantal Käse für ein leckeres Aligot mitnehmen.

Von wem aus die Reise nach Straßburg zu lang ist und sich dennoch etwas Frankreich nach Hause kommen lassen möchte, schaut bei mescoursesenfrance vorbei.

 

Glutenfreies Brot mit Hafer und Buchweizen

Glutenfreies Brot

Es gibt natürlich viele verschiedene und leckere Brotsorten. Aber dieses glutenfreie Brot mit Hafer und Buchweizen (mann-klingt das gesund) ist momentan mein Lieblingsbrot für den Alltag. Unser „täglich Brot“ sozusagen. Ich habe es gebacken, nachdem ich vorige Woche fertiges, glutenfreies Reisbrot gekauft habe. Glutenfrei, laktosefrei und ohne Weißmehl – leider aber auch frei von gutem Geschmack, trocken und teuer.

Wer gerne seinen Konsum an Weißmehl (oder Gluten) einschränken möchte, hat zwar inzwischen in jedem Supermarkt eine große Produktpalette zur Verfügung, aber was hilft es, wenn alles schmeckt wie ein Stück Karton?

Echtes Brot – kein Ersatz

Dieses Brot ist ausdrücklich kein Ersatz, sondern ein echtes und leckeres Brot. Es ist nicht frei von, sondern voll von:

Zutaten:

  • 500g Buchweizenmehl
  • 100g Sonnenblumenkerne
  • 200g zarte Haferflocken (wer darauf achten muss, nimmt hier die ausgewiesen glutenfreien, die anderen sind es auch, können aber in der Fabrik mit Gluten in Berrührung gekommen sein)
  • 100g Mandeln (ungeschält ist ok)
  • ca. 5 EL Chiasamen
  • ca. 5 EL Balsamico – Essig (Wer keinen hat, kommt auch gut mit anderen Sorten klar, nur Essig – Essenz sollte es nicht sein – die spart man sich zum Putzen)
  • 1 großen EL Honig
  • cs. 600 ml Mineralwasser (mit Sprudel)

Und jetzt gehts ganz schnell. Haferflocken im Mixer noch etwas feiner mahlen, dann Mandeln dazugeben, bis sie zum Großteil Mandelmehl sind. Ein paar grobe Mandelstücken aber auf jeden Fall dazwischen lassen für den Biss. Anschließend die Sonnenblumenkerne ganz kurz dazugeben – die meisten bleiben ganz. Diese grobe Mischung in eine Schüssel füllen und mit dem Buchweizenmehl und den Chiasamen vermengen. Hierauf einen großzügigen EL Honig und einen „Schwapps“ Essig. Mengenangaben und Ausführung sind natürlich immer variabel. Wer Mandeln liebt, tut mehr rein, wer mehr Biss will, schont den Mixer, Chiasamen sind neumodischer Quatsch? Dann back to the basics und (geschrotete) Leinsamen rein. Haferkleie ist auch ne Idee. Lieber weglassen? Auch gut.

In industriell gefertigtem Brot ist oft jede Menge Salz. Ich benutze bei diesem Brot keines. Was es überraschenderweise auch nicht benötigt, ist Hefe oder Sauerteig. Es kommt mit purem Wasser aus.

Also eine Flasche Sprudelwasser bereitstellen und mal großzügig mit 500ml beginnen und unterkneten (ich lande meist bei ungefähr 600ml). Die Konsistenz sollte am Ende nicht schon wie ein echter Teig sein, sondern eher etwas zu feucht, denn die Mischung wandert anschließend zum Ziehen für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Auch über Nacht vergessen ist nicht schlimm.

Schließlich wandert das Ganze in einer gefetteten Kastenform für eine Stunde bei 180 Grad in den Ofen. Sofort nachdem es etwas abgekühlt ist, kann es aus der Form genommen und angeschnitten werden. Es hält sich aber auch ein paar Tage frisch.