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Auf die Berge und runterkommen

Wandern mit Kindern zur Viehausalm

Runterkommen im Großarltal

Nach unserer Unterkunft in luftiger Höhe im Berghotel Rudolfshütte führte uns unser Weg im Nationalpark Hohe Tauern in Österreich in das Bergsteigerdörfchen Hüttschlag, das auf auf 1020m und ca.8km von Großarl entfernt liegt. Was wir mit Kindern im Großarltal unternommen haben und warum es für uns ein perfekter Ort zum Runterkommen ist, könnt ihr in diesem Blogbeitrag lesen.

Das Wasser ist türkisblau und eiskalt

Bergsteigerdorf Hüttschlag

Ein Drittel der kleinen Gemeinde Hüttschlag liegt im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark der Alpen. Hier ticken die Uhren spürbar langsamer. Unser erster Ausflug führt uns zum Talschluss, wir wandern am Kreealmwasserfall vorbei, halten am Wildgehege, bestaunen die Fliegenfischer, die am Fluss neben der Wegstrecke angeln, machen Picknick am flachen Wasser und frieren uns im Kneipp Pfad bei eisigen Wassertemperaturen fast die Füße ab. Kaum wärmer ist der Naturpool an unserem Appartment, aber die Kinder stürzen sich trotzdem wagemutig ins kühle Nass. Vom Pool aus beobachten wir, wie Vater und Sohn die Wiese am steilen Hang mit der Sense mähen und überall duftet es nach Wildkräutern.

Großarl: Wandern mit Kindern zur Viehausalm

Unsere zweite Wanderung beginnt am Himmelsknoten, einem Holzdenkmal der ortsansässigen Pfadfindergilde. Hier können wir parken. Ein Forstweg führt zur zur Mooslehenalm. Weiter geht es zur Igltalalm und zur Viehhausalm. Diese Wanderung ist besonders gut für Kinder geeignet. Selbst für kleinere Kinder dürfte die Strecke gut zu bewältigen sein. Die Wege sind so breit, dass man sie selbst mit einem geländetauglichen Kinderwagen nehmen könnte. Wir lassen die Igeltalalm (Niggeltalalm) hinter uns, obwohl sie mit dem Wasserrad am Bächlein vor der Hütte einladend aussieht. Sie soll mit Spielplatz und vielen Tieren auf dem Hof ein wahres Kinderparadies sein. Da wir aber noch nicht lang gewandert sind, machen wir hier keine Rast.

Wandern mit Kindern im Großarltal

Wir wandern weiter zur Viehhausalm, wo sich ein wunderschöner Blick aufs Großarltal auftut.

Blick auf das Großarltal

Die Alm hat tolle Sonnenplätze mit Blick über das Tal und wir genießen hausgemachte Kuchen und Suppe. Auch deftige Brotzeitplatten bekommt man hier natürlich.

Eltern Wellness

An der Alm gibt es eine Gamsbock-Schaukel und einen Kletterbaum. Außerdem grasen Kühe und kleine Ziegen rund um die Alm. Sogar kleine Hasen gibt es zu bestaunen. Das besondere Highlight ist aber ein kleiner Teich, in dem jede Menge Kaulquappen zu beobachten sind.

Wir konnten den Forscherkindern ganz entspannt aus den Hängematten zusehen.

Runterkommen in den Bergen

Das ist, was ich unter Wellness verstehe. Erst in solchen Momenten wird uns klar, wieviel Lärm und Hektik uns sonst umgibt. Außer den Stimmen unserer Kinder aus der Ferne, ein paar Kuhglocken und Vogelgezwitscher hören wir gar nichts und lassen uns die Sonne auf die Nasen scheinen. Der Abstieg erfolgt entweder am Wanderweg oder über den Forstweg zur Mooslehenalm. Schließlich gelangt man wieder zum Himmelsknoten.

Action mit Kindern im Großarltal

Nun klappt es ohnehin nicht, dass wir stunden- oder gar tagelang mit friedlich spielenden Kindern tiefenentspannt auf dem Berg sitzen. Manchmal muss eben auch etwas Action her.

Geisterberg St. Johann

Wer es nach so viel Ruhe etwas quirliger und animierter mag, kann in St. Johann im Pongau den Freizeit- und Erlebnispark Geisterberg auf 1800m besuchen. Die Alpengeister Gspensti und Gspuki führen die kleinen Besucher durch über 40 Spiel- und Erlebnisstationen. Es gibt Riesenschaukeln, Vogelnester, Kletterdrachen, Rutschen, Wippen, Wasserspiele, Klettertürme und ein Floß, mit dem man sich über einen Teich ziehen kann. An den einzelnen Stationen können die Kinder Sticker auf eine Sammelkarte kleben, die am Ende gegen ein kleines Geschenk eingetauscht wird. Letztlich ist es wahrscheinlich Typsache, wieviel Unterhaltung man am Berg benötigt. Kinder, die das Laufen sonst nicht gewohnt sind, langweilen sich hier sicher nicht. Wir alle waren uns am Ende des Tages jedoch einig, dass wir zwar einen schönen Tag hatten, die Berge für uns aber auch ohne zusätzliches Erlebnisprogramm spannend genug sind.

Rucki-Zucki’s-Gaudi-Alm

Was klingt wie eine Après-Ski-Bar wurde zu einem unserer Lieblingsplätze im Großarltal. Das 4500 qm große Freizeitareal bietet einen Wasserspielbereich, Mini-Holz-Almhütten als Spielhäuser, ein kleiner Zoo mit Ziegen und Hühnern, eine GoKart-Bahn, ein Kristallbergwerk mit Geheimgängen, Höhlen und Schätzen und einen Bergsee mit Floß-Seilfähre. Direkt neben dem Spielbereich liegen Fußball- und Beachvolleyballfelder, Tennisplätze und ein Minigolfplatz. An den Sportbereich schließen sich das öffentliche Freibad und ein kleines Restaurant an, in dem man gut Pizza (auch zum Mitnehmen) essen kann. Ab dem späten Nachmittag finden sich an den Sportfeldern wirklich immer ein paar Mitspieler. Wem hier langweilig ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Noch Wochen später hat unser damals 3- jähriger nach dem „Rucki-Zucki-Altenheim“ bzw. dem „Rucki-Zucki-Aldi-Heim“ gefragt ;). Aber im Ernst: Gäbe in unserer Nähe eine derart vielfältige Freizeitanlage, würde uns das so manche Diskussion ersparen.

 Mehr lesen…

Weitere Informationen über die Regionen (Großarltal, Zell am See / Kaprun, Nationalpark Hohe Tauern u.v.m.) bekommt ihr auf der Seite des Salzburger Landes. Wie wir nach dieser sonnigen Woche auch schöne Regentage in Kaprun bei Zell am See verbracht haben, könnt ihr hier nachlesen.

Buchtipp: Berge! von Piotr Karski Das Mitmachbuch für Gipfelstürmer

Kinderberge Buchtipp: Berge! von Piotr Karski

Berge! von Piotr Karski

Bildrechte Moritz Verlag

Berge!  – Mit Ausrufezeichen. Das muss sein, denn Berge sind mächtig, beeindruckend und kraftvoll. Nicht umsonst zieht es uns immer wieder dorthin. Auch der Grafiker Piotr Karski aus Warschau verbringt seine Urlaube meist beim Wandern in den Bergen. Im Süden seiner Heimat liegt die Hohe Tatra, der höchste Teil der Karpaten. Seinen Zeichnungen sieht man den Spaß, mit dem sie gemalt worden sind deutlich an. Und davon gibt es eine Menge. Mit 224 Seiten und fast einem Kilo Gewicht ist der Wälzer nicht gerade etwas für das leichte Wandergepäck. Dennoch ist das Buch ein echtes Mitmach-Buch, das außer Spaß und Beschäftigung viel Anregung gibt, sich mit naturwissenschaftlichen Themen selbstständig auseinanderzusetzen. Für unsere Familie ist es wirklich ideal. Es gibt Seiten zum Aus- und Weitermalen und einfache Versuchsanregungen für unseren 5 – jährigen, aber  auch wirklich anspruchsvolle Inhalte für die Großen, z. B. über die Gletscherlandschaft, den Wetterkreislauf, die Vegetationsstufen, den Umgang mit Landkarten, Maßstäben usw..

 

Ein Mitmachbuch für alle Geschwister

Das Buch bietet Anregungen zu nahezu allem, was Kindern zum Thema „Berge“ in den Sinn kommen würde. Wie entstehen eigentlich Gebirge und wie heißen die verschiedenen Gebirgstypen? Wie plane ich eine Wanderroute? Wie lese ich Karten und einen Kompass? Was packe ich ein? Welche Pflanzen und Tiere leben in den Bergen und wie erkenne ich das Alter eines Baumes oder eines Hirsches? Es gibt eine Anleitung für ein selbstgebautes Barometer und einen Vordruck für ein Wettertagebuch. Wie entstehen Höhlen im Berg und was ist darin so los und warum nicht gleich einen eigenen Stalaktiten züchten? Wie macht man Käse und viele, viele weitere Fragen, Antworten, Rätsel und Versuche. Kinder können ihre Bergerlebnisse umfassend vor- und nachbereiten.

Berge! von Piotr Karski

Bildrechte Moritz Veragl

 

Wegen seiner komplexen Seiten, auf denen sich die Kindern intensiv mit geographischen und geologischen Themen auseinandersetzen können, scheint mir die Altersangabe ‚ab 6 Jahren‘ doch recht sportlich. Die anspruchsvolleren naturwissenschaftlichen Themen fallen eher in das Kurrikulum der 4.-7.Klasse. Ich freue mich schon, wenn die Kinder das Buch zu „ihrem eigenen“ machen. Mit dem „Kinder Künstler Reisebuch“ hat das bereits toll funktioniert und wir sehen es uns immer wieder gern an. So ein Buch darf zerstossene Kanten und angerissene Seiten haben, es müssen Dinge darin kleben und es muss kräftig darin gezeichnet werden. Erst dann wird es zu einem echten Begleiter.

Vielen Dank dem Moritz Verlag für die kostenlose Bereitstellung des Exemplars!

 

 

 

Orientalische Pfanne mit Kichererbsen

Gute-Laune-Essen für alle

Kichererbsen muss man allein schon wegen ihres schönen Namens lieben. Unser kleiner Chaot jedenfalls freut sich immer wie doof, wenn es sie gibt und dreht nochmal richtig auf. Die allermeisten Menschen kennen Kichererbsen wohl in pürierter Form als „Hummus“. Das Wort auf Arabisch bedeutet einfach „Kichererbsen“ – egal ob ganz oder püriert. Nun musste ich doch gerade mal gucken, warum sie denn nun auf Deutsch so heißen. Die Erklärung ist relativ langweilig.

 Das Wort „Kicher“ stammt vom lateinischen Begriff für den Erbsenstrauch: cicer (sprich: kiker). Im Althochdeutschen machte man daraus den Namen „Kihhira“, der heute zu „Kicher“ geworden ist.

Unterhaltsamer ist, dass sich wohl auch der Name des römischen Politikers und Gelehrten Marcus Tullius Cicero (100-43v.Chr.) von der Kichererbse ableitet. Seine Freunde sollen ihm zu Beginn seiner Karriere geraten haben, diesen lächerlich wirkenden Namen abzulegen. Für genauere Quellenforschung reicht hier aber mein Kleines Latinum nicht aus. Ich beschränke mich also darauf, die Kichererbsen heiß und lecker auf den Teller zu bringen.

Info für Kleinkrämer

Ich setze einfach mal eine gewisse Küchengrundkenntnis voraus, wenn ich euch die Rezepte hier aufschreibe. Ich bin zu ungeduldig, jeden Kleinschritt detailliert zu beschreiben. Für Kinder müsste es natürlich etwas mehr Info sein. Kind 2 wollte z.B. mal Sahne steif schlagen, nachdem sie sie mit den anderen Zutaten des Kuchens vermengt hatte. Da hätte ich ihr genauer erklären sollen, was zu tun ist. Den meisten von euch traue ich allerdings zu, dass ihr Zwiebeln und Knoblauch auch ohne Ansage schält, bevor ihr sie schneidet, Gemüse vor Verzehr wascht und nicht essbare Bestandteile wegschneidet etc. Auch werde ich euch nicht immer beschreiben, in welche Form und Größe ihr die Zutaten schneiden sollt oder wieviel Messerspitzen oder TL Gewürz ihr verwenden müsst. Ruhig selber ausprobieren und rantasten. Soll ja euren Geschmack treffen.

Für eine Familienportion benötige ich:

  • 1 Zwiebel
  • 1   Knoblauchzehe 
  • 1 (rote) Paprikaschote
  • 600 Rindergehacktes
  • ca. 2 – 10 EL Tomatenmark 
  • 2 kleine oder 1 große Dose Kichererbsen 
  • 1⁄2 Bund  glatte Petersilie 
  • ein paar frische Blätter Minze
  • 200 g Feta
  • 1 großer Becher Naturjoghurt
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer, Cumin (Kreuzkümmel), Zimt, wenn man mag etwas Baharat (7-Gewürzmischung), Chilli (frisch oder Pulver)
  • evtl. etwas Gemüsebrühe

Schnell und einfach

Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Paprika schneiden, Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Rinderhehacktes darin krümelig anbraten. Es lohnt sich unbedingt, auf die Qualität zu achten. Sonst kann man das mit dem krümelig anbraten schon vergessen. Hat man Pech bekommt man eher gummiartige Würmer mit einem viel zu hohen Fettanteil. Am besten frisch beim Metzger durchdrehen lassen. ODER: vegetarisch bleiben. Die Pfanne kommt auch wunderbar ohne Fleisch aus. Kichererbsen haben mit 19g pro 100g einen hohen Proteingehalt. Wer mag, kann stattdessen z.B. noch ein paar Karotten hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und Cumin würzen.  Zwiebel, Knoblauch kurz mitbraten. Tomatenmark zugeben und mit anbraten. Anschließend mit einem großen Glas Wasser oder Brühe (nicht zu salzig! Wir geben am Ende noch Fetakäse hinzu, der viel Salz mitbringt) ablöschen. Das Wasser aus der Kichererbsendose riecht immer leicht muffig und hat durch die Stärke eine schleimige Konsistenz. Das ist normal, aber wir wollen es nicht im Essen, also Kichererbsen abspülen, bis sie nicht mehr schäumen. Petersilie waschen, trocken schütteln und so fein hacken, wie man sie mag. Kichererbsen zum Gehackten in die Pfanne geben, unterrühren und ein paar Minuten mitköcheln. Nun auch gewürfelte Paprika mit in die Pfanne. Ich gebe sie gern erst am Ende dazu, damit sie noch Biss haben. Besonders lecker und fruchtig ist oft Spitzpaprika. Mit Salz, Pfeffer und Cumin abschmecken und entscheiden, ob man auch noch ein bißchen Zimt und/oder Baharat würzen möchte, oder ob es jetzt schon perfekt ist (vorsicht: nicht überwürzen- das wäre schade). Anschließend mit grob zerbröckeltem Feta und großzügig mit Petersilie bestreuen. Dazu schmeckt Basmatireis und Joghurt mit ein wenig kleingehackter, frischer Minze.

 

 

 

Spartipps für einen tollen Tag im Disneyland Paris

Das Schloss ist natürlich der Hammer, aber auch alle anderen Gebäude des Parks sind einfach unglaublich liebevoll und detailgetreu gestaltet. Wenn ihr es besser machen wollt als wir, legt euch vor Besuch des Parks einen „Schlachtplan“ zurecht. Wir hatten Glück, dass wir an einem relativ ruhigen Tag dort waren, solte es aber voller sein, ist es wichtig, genau zu wissen, was man besonders gerne erleben möchte. Hierfür kann man das „Fast Pass“ – System der Attraktionen gut nutzen. Mit Hilfe der Eintrittsskarten, zieht man an Automaten, die vor den Fahrgeschäften stehen einen sogenannten „Fast Pass“. Dieser gibt einen Zeit-Slot an, in dem man wiederkommen kann, um das Fahrgeschäft ohne oder nur mit wenig Wartezeit zu nutzen. Extrem praktisch. Für Familien mit kleinen Kindern gibt es den Service, ohne weiteres Anstehen „fliegenden Wechsel“ zu machen. Der Partner, der mit dem Kleinkind/Baby draußen warten musste, kann anschließend ohne anzustehen direkt zur Attraktion durchgehen. Unser damals fast 1-jähriger hatte nur an zwei Dingen richtig Spaß: dem berühmten Dumbo-Karrussel und der Small World, in der man mit kleinen Booten zu einer Mini – Weltreise aufbricht.

 

Paris mit Kindern

Städtetrips mit vier Kindern

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade „Die perfekten 48 Stunden in…“ von Travellers Insight.

Städtereisen sind meist keine Erholungsurlaube. Erst recht nicht mit Kindern. Und trotzdem waren wir mit zwei Kindern in London, mit dreien in Prag und Berlin und mit vieren in Barcelona. Berlin und Barcelona waren sogar ausdrücklich ihr Wunsch und auch Paris war eine fixe Idee der Mädels. Aus unseren vorherigen Urlauben kennen sie schon ein paar Ecken in Frankreich, aber Hauptstädte sind natürlich besonders interessant. Vor allem der Eiffelturm hatte es ihnen angetan.

Erlebnisse schenken

Über Weihnachten sollte es für uns mit der ganzen Familie ins Warme gehen. Aber wie es so ist, wenn sich eine größere Gruppe versucht, auf einen Termin zu einigen, verstreicht Zeit. In unserem Fall so viel, dass es schlichtweg keine bezahlbaren Flüge mehr gab. Für die Kinder kein Problem. Warme und sonnige Weihnachten geht für sie einfach nicht zusammen. Warum müssen Kinder eigentlich so fürchterliche Traditionalisten sein? Immerhin hatten die Großen, außer, dass sie unbedingt bei Mistwetter zu Hause bleiben wollten, keine Weihnachtswünsche. Wir entschlossen uns, ihnen ein Erlebnis zu schenken. Der Vorschlag „Paris inklusive Disneyland“ kam tatsächlich von dem Mann, der Freizeitparks sogar noch weniger leiden kann als ich. Und um es vorweg zu nehmen: Wir hatten alle eine tolle Zeit und trotz (und vielleicht gerade wegen) aller Kinder im Schlepptau ein paar echt romantische Momente.

Tipp 1 #Anreise

Nach Paris gibt es tolle Bahnverbindungen. Ab Frankfurt kann man mit ICE und TGV Paris schon in unter 4 Stunden erreichen. Die Bahn wirbt mit Paris Spezial Angeboten ab 39€. Auch L’turs hat oft supergute, Last-Minute-Bahnangebote. Leider haben wir keines mehr bekommen können. Nachdem wir mit zwei kleinen Mädchen einmal eine sehr entspannte Bahnfahrt nach London hatten, würden wir diese Art zu reisen für Städtetrips jedem anderen Transportmittel vorziehen. Will man ins Disneyland reisen und dieses mit einem City-Trip verbinden, muss man wissen, dass der Park nicht in Paris direkt, sondern im 25 km östlich gelegenen Marne-la-Vallée liegt. Der Bahnhof vor Ort ist direkt im Disneyland Resort. Wer dort aussteigt, ist näher am Haupteingang als die nächsten mit dem Auto erreichbaren Parkplätze. Wer dennoch mit dem Auto anreist, den kostet es außer Benzinkosten und Mautgebühren auch noch einige Nerven. Erst auf dem Hinweg fanden wir heraus, dass Paris seine eigenen Umweltplaketten hat. Die Crit’Air kann 3-5 Wochen vor der Reise ausschließlich online bestellt werden. Seit dem 1. Juli 2017 ist von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 20 Uhr die Einfahrt für Fahrzeuge mit einer CritAir-Plakette 5 oder höher verboten. Wir hätten bei unserer Anreise am Sonntag problemlos einfahren dürfen, wären aber Gefahr gelaufen, bei der Ausfahrt am Montag Nachmittag ohne Vignette erwischt zu werden. Schade um unseren günstigen und komfortablen Parkplatz direkt am Hotel. Wir verfuhren uns unter lautem Fluchen etliche Male, mussten von dort aus mit der Metro ins Zentrum fahren. Bezahlt haben wir schließlich mehr als das Doppelte. Aber immerhin waren wir gesetzestreu… 😉

Tipp 2 #Unterkunft

Da wir nur eine Nacht in Paris verbringen wollten, war es uns wichtig, möglichst zentral unterzukommen. Ein kinderfreundliches Hotel mit ausreichend großen Zimmern für 6 Personen zu finden ist eine echte Herausforderung. Überall. Aber wir hatten Glück. Die noch neue Yooma Urban Lodge (seit März 2017) liegt nur 1,5 km vom Eiffelturm an der Seine und bietet 106 Zimmer für 2,4,5 und 6 Personen. Das Hotel empfängt seine Gäste in einer großzügigen und modernen Lobby.

Die Zimmer sind mit Stockbetten ausgestattet. Durch Schiebetüren kann sich jeder in seiner Schlafkoje, auch Pod genannt, zurückziehen. In jedem Stockwerk gibt es Babyräume, in denen Babybadewaschbecken, Duschen und Möglichkeiten zum Wickeln und Milch wärmen bereitstehen. Wir haben dieses Extra nicht benötigt, aber es ist natürlich ein toller Service. Luxushotel oder Jugendherberge? Das Yooma scheint sich da nicht entscheiden zu wollen. Muss es auch nicht.  Uns hat es gut gefallen. Die warme Küche haben wir leider nicht getestet. Sie schien vielversprechend. Das Hotel bietet auch Kochkurse und auf dem Dach werden eigene Kräuter und Gemüse angebaut. Urban Gardening mit Aussicht auf den Eiffeltum. Eine tolle und kreative Sache! Für uns gab es ein bequemes Doppelbett mit Blick auf das Wahnsinns Panoramafenster, das sich über die volle Länge des Raumes erstreckte. Ich Maulwurf habe am Abend noch eine Weile mit Brille im Bett gelegen, um die Lichter der Stadt zu genießen.

Tipp 3 #Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Auto möchte kein Mensch in Paris unterwegs sein. Der Verkehr ist wirklich so chaotisch wie der Ruf es voraussagt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man hingegen überall gut hin. Die Metroverbindungen sind übersichtlich und das Personal sehr hilfsbereit. Wer nach Paris reist, sollte sich im Voraus überlegen, wie oft er ungefähr die Metro nutzen wird. In unserem Fall lohnte sich das Touristenticket „Paris Visite„, mit dem man je nach Tarif 1-3 Tage unbegrenzt fahren kann, nicht. Hop-In-Hop-Off-Busse bieten Kombinationsangebote mit Museumsbesuchen. Jedoch sollte man auch hier genau vergleichen, ob das vermeintliche Super-Angebot wirklich so günstig ist.

Hop in Hop Off Bus an der Champs-Elysée

Freien Eintritt in einige Museen wie den Louvre z.B. gibt es an jedem ersten Sonntag des Monats ohnehin. Auch Personen unter 26 sind häufig gratis. Eine ehrliche Metro-Mitarbeiterin empfahl uns, stattdessen 10er Tickets für die Metro (Carnets) zu kaufen. Für 2 Tage hätte das Paris Visite Touristenticket 21,50€ pro Person gekostet. Ab 11 Jahren zahlen Kinder bereits den vollen Preis. Um auch nur annähernd an den Preis heranzukommen, hätten wir den gesamten Tag Metro fahren müssen. Die Carnets kosten 18€ für Erwachsene und 8,50€ für Kinder. Während unserer ersten Metrofahrt, vom Parkhaus zum Hotel, kam ein Straßenmusiker mit Akkordeon ins Abteil und ich denke noch: „Ach komm schon…dieser ‚Fabelhafte Welt der Amélie‘- Kitsch…“ und dann blitzt bei einem kurzen Streckenabschnitt der Eiffelturm zwischen den Häuserblöcken hervor und ‚zack‘, hat es einen doch erwischt.

In der Metro sollte man mit Baby unbedingt auf eine Trage zurückgreifen. Die vielen Stufen dürften mit Kinderwagen nur schwer zu bewältigen sein. Familien mit Kleinkindern, die noch nicht gut zu Fuß sind, aber zu schwer für die Trage, können auf die Busse des öffentlichen Nahverkehrs ausweichen. Dies dauert unter Umständen etwas länger, aber man sieht immerhin unterwegs etwas von der Stadt und hat keine Treppen zu überwinden.

Tipp 4 #Sehenswürdigkeiten für Kinder

Paris gehört mit Sicherheit zu den Städten mit der größten Dichte an markanten Sehenwürdigkeiten. Wir kaufen den Kindern im Vorfeld einer Reise gerne Kinderreiseführer und besprechen dann gemeinsam, was wir gerne sehen möchten. Ganz oben auf der Wunschliste, noch vor dem Disneyland, stand der Wunsch, einmal auf den Eiffelturm zu stehen. Nein. Es genüge nicht, ihn von unten anzusehen. Am Fuße des Eiffelturms angekommen, stellen die Kinder fest, dass der Turm um einiges höher ist, als sein kleiner Bruder, den sie einmal in Prag bestiegen haben. Der Höhenangst geplagte Mann wartet mit dem Baby unten und ich passiere mit drei Musketieren ohne Wartezeit die Sicherheitsschranken. Im Sommer muss man hier mitunter mehrere Stunden anstehen. Im Aufzug bekommen wir wackelige Knie, aber oben angekommen, ist die Plattfom fest und breit genug und das Panorama der Stadt bei Nacht ist wirklich beeindruckend.

Der Eiffelturm wurde 1887 bis 1889 erbaut, ist 324m hoch und als Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution errichtet. Der Aussichtsturm Petřín  befindet sich auf dem Petřín-Hügel in Prag. Der 63,5 Meter hohe Turm wurde anlässlich der Industrieausstellung 1891 als verkleinerter Nachbau des Pariser Eiffelturms eröffnet.

Spaziergang vom Arc de Triomphe zum Place de la Concorde

Am nächsten Tag bummeln wir vom Arc de Triomphe aus über die nahezu menschenleere Champs-Elysée bis hin zum Place de la Concorde. Ich und Kind 2 singen leise: „Aux Champs-Elysée, aux Champs-Elysée….Il y a tous que vou voulez aux Champs-Elysées.“ (Es gibt alles, was ihr wollt auf der Champs-Elysée). Kind 1 schimpft mit uns. Zu peinlich. Wahrscheinlich hat sie Recht. Aber es stimmt. Es ist für jedes Interesse und für jeden Geldbeutel etwas dabei. Chanel, Vuitton, Petit Bâteau, H&M, Zara…Neben diversen Kleidungs- und Accessoire-Geschäften gibt es auch zahlreiche Parfumerien, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte. Die kleinen und großen Männer der Familie interessierten sich besonders für die Automobilhersteller. Wer etwas auf sich hält, ist mit einem Store auf der Champs-Elysée vertreten.

Sacré Coeur und Montmartre

Meine Liste an Dingen, die ich in Paris noch sehen möchte, ist lang. Dennoch wollten wir den sonnigen Rest des Nachmitags lieber entspannt angehen und uns nicht zu viel Programm aufladen. Eigentlich wäre ich gern etwas im Marais bummeln und Falafel essen gegangen, aber wir entschieden uns schließlich für den Stadtteil mit der schönsten Sicht. Montmartre ist der Name des Hügels nördlich von Paris und eines dort gelegenen früheren Dorfes. Das Dorf Montmartre war im 19. Jahrhundert eine Künstlerhochburg und beliebtes Ausflugsziel. Heute ziehen die Künstler, die auf dem Place du Tertre ihre Arbeiten ausstellen und Portraits zeichnen, hauptsächlich Touristen an. Man kann mit dem Metroticket die Seilbahn in 1,5 Minuten zur Sacré Cœur de Montmartre bequem hochfahren. Wir entschieden uns jedoch, die Treppen zu nehmen. Diese sind schneller bewältigt als man denkt und die Aussicht belohnt die Mühe absolut.

Der Blick über die Stadt ist einfach grandios. Wir sehen den Künstlern bei der Arbeit zu und kommen ins Gespräch. Nur wenige von ihnen werden sich eine Wohnung im teuren Montmartre leisten können.

Nachdem wir uns die Sacré Cœur auf Wunsch unseres Fünfjährigen auch von Innen angesehen haben, setzen wir uns auf die Stufen, hören dem Straßenmusiker zu und genießen die Sonne. Die Kinder spielen Fußball auf dem Platz vor der strahlend weißen Kirche und fotografieren. Dann kniet sich der Sänger neben mich und singt dem Minimenschen, der gerade in der Trage auf meinem Rücken aufgewacht ist, ein Lied mit einer Stimme, die mich komplett umgehauen hat. Ich bin wirklich nicht nah am Wasser gebaut, aber in dem Moment musste ich schon ein paar Tränchen verdrücken (Sollte zufällig einer der Menschen, die filmend um uns herum standen, dies lesen und wissen, welches Lied das war – bitte melden! Es gibt sehr viele französische Lieder über Mütter. Das Richtige habe ich noch nicht finden können.).

Mal ehrlich, wenn es mit vier Kindern im Schlepptau in der Großstadt immer noch romantische Momente gibt, dann muss was dran sein an der „Stadt der Liebe“.

#Tipp 5 Blog-Empfehlungen

  1. Antje von mee(h)r-erleben.de ist entspannt mit der Bahn gefahren und verrät ihre besten Tipps für Paris mit Kindern.
  2. Auch die ehemalige EF-Chefreakteurin (und heutige Herausgeberin der Zeitschrift) Marie-Luise Lewicki findet, man kann Kinder gar nicht früh genug an die schönste Stadt der Welt gewöhnen.
  3. Sophie vom Blog Berlin Freckles war ebenfalls im Winter in Paris und gibt 5 Gründe, Paris mit Kindern im Winter zu entdecken.
  4. Wer Französisch spricht, findet auf dem Pariser Familienblog „Mon Macadam“ tolle und aktuelle Infos zu Unternehmungen, Shopping, familienfreundlichen Restaurants und Cafés.

 

Granola – Weihnachtliches Knuspermüsli

Last minute Geschenkidee aus der Küche

Alle Jahre wieder spielen die Kinder gerne Weihnachtswichtel und bedenken Nachbarn, Freunde, Erzieher, Lehrer, Trainer, Klavierlehrer usw. mit selbst gebackenen Plätzchen. Einerseits ist es schon ein liebgewonnener Brauch geworden, andererseits macht es auch eine ganze Menge Arbeit und Stress, den man in der Vorweihnachtszeit so gar nicht gebrauchen kann. Komisch. Auch mit steigender Anzahl helfender Kinderhände geht das Backen nicht schneller. 😉 Ehrlich gesagt…an Weihnachten haben doch die meisten ohnehin nicht mehr so richtig Lust auf Plätzchen. Deshalb an dieser Stelle eine super unkomplizierte und leckerere last minute Geschenkidee aus der Küche. Granola. Das Wort steht nicht einmal im Duden.

Knuspermüsli selber machen

In Knuspermüslis aus dem Supermarkt sind meist viele günstige und für ein Müsli fragwürdige Zutaten wie Palmöl, Glukosesirup, weißer Zucker und Weizenmehl enthalten. Noch dazu schmecken sie oft recht staubig und langweilig. Bei einem großen Online-Anbieter für selbst zusammengestelltes Müsli habe ich, aus Hoffnung, etwas Besseres zu erhalten, auch schon bestellt. Bekommen habe ich meine persönliche Mischung mit Schokoladenherzchen, die schmeckten wie aus dem Adventskalender von vor 5 Jahren. Eine besondere Beigabe war ein Cornflake aus Beton (ehrlich wahr!). Lieber weiß ich ganz genau, was drin ist.

Granola ist frei von Kristallzucker, im Ofen gebacken und unterscheidet sich bedeutend von der Industrievariante. Statt zusammengeklebter Zucker-Mehl-Flocken-Brocken ist jedes Korn und jeder Kern knusprig und mit einem Hauch von Honig oder Sirup überzogen

Grundzutaten sind:

  • Haferflocken (ich nehme kernige und blütenzarte gemischt)
  • Kokosöl
  • Honig und/oder Ahornsirup

Was sonst noch drin ist:

  • Zimt (nicht zu knapp)
  • Vanille (frisch aus der Schote)
  • Cranberries (getrocknet)
  • Mandeln (in welcher Form ist eigentlich fast egal-ich nehme ganze mit Schale)
  • Apfelchips (kann man mit etwas Geduld natürlich auch selbst backen)
  • Kürbiskerne (Achtung- zu viele werden herb)
  • Walnüsse (hier gilt dasselbe wie bei den Kürbiskernen)

Aber auch lecker wären:

  • Zerbröselte Vanillekipferl, Zimtsterne etc.
  • Zerhackte Lieblingsschokolade
  • verschiedene Nüsse und Kerne (Pecanüsse, Macadamia etc.)
  • Sahnekaramellsplitter
  • diverse getrocknete Früchte
  • Kokosraspel
  • weihnachtliche Gewürze wie Piment, Kardamom, Ingwer…
  • …usw.

Coco Loco

Kokosöl findet sich inzwischen in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft. Das Öl ist sehr fest, schmilzt aber schon bei Handwärme. Wer es nicht kennt und nichts gegen Kokos einzuwenden hat, sollte es ohnehin immer zu Hause haben. Ich nutze es zum Anbraten, wenn ich Curry mache und für Dattelkonfekt, nehme es zwischendurch aber auch für die Hände, für die Lippen, als Augenmakeup-Entferner und als Haarkur. Kokosöl ist nicht nur pflegend, sondern hat durch die enthaltene Laurinsäure sogar eine antimikrobielle Wirkung. Wer den Geruch und Geschmack von Kokos nicht leiden kann, greift auf das geschmacksneutrale Kokosfett zurück. Nach dem Pressen werden diesem die Geschmacksstoffe mit Hilfe von Wasserdampf entzogen.

Mix it Baby

Die kernigen Zutaten grob zerhacken und zu den Haferflocken in eine Schüssel geben. Auch Apfelchips und Cranberries etwas zerkleinern und hinzufügen. Auf zwei Becher Haferflocken kommt etwas weniger als ein halber Becher Kokosöl. Das Öl wird geschmolzen und mit etwa der gleichen Menge Honig und /oder Ahornsirup vermengt. Hier kommt es natürlich ganz darauf an, wie süß man es gern hat. Ahornsirup ist dabei etwas herber und weniger süß als Honig. Zimt und Vanillemark in das süße Öl rühren und über die Haferflocken-Nuss-Mischung geben. Alles wird glänzend überzogen.

Happiness is…smelling there is Granola in the oven

Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und im Backofen bei 200 Grad 10-20 Minuten lang backen. In der Halbzeit einmal etwas wenden. Der Duft, der sich im Haus verbreitet, ist mindestens (!) genauso gut wie der von Weihnachtsplätzchen. Nachdem das Müsli etwas Farbe bekommen hat, ist zunächst schwer vorstellbar, dass die immer noch weiche und klebrige Masse mal ein Knuspermüsli werden soll. Aber Geduld. Nach dem Auskühlen solltet ihr es merken. Falls nicht, einfach noch etwas weiterbacken. Dabei aber immer den Ofen im Auge behalten. Es wäre schade, wenn das Ganze verbrennt. Hattet ihr vor, Zutaten wie Schokolade, Kekse oder Karamell hineinzugeben, ist jetzt die Zeit gekommen. Das goldene Granola kann nun in Gläsern abgefüllt, verpackt und beschriftet werden. Am allerbesten schmeckt es uns mit Naturjoghurt.

Eating something fresh out of the oven is like a hug you can taste.

Ein paar weitere nachhaltige Last Minute Ideen zu Weihnachten findet ihr aktuell auch auf dem Familien- und Reiseblog Planethibbel.

 

 

 

 

 

 

 

Mit Kindern im Berghotel Rudolfshütte – Urlaub im Nationalpark Hohe Tauern

Schlafen auf 2315m Höhe

Oben auf dem Berg fühlen wir uns am wohlsten. Hier ist die Luft frisch, der Blick weit und der Kopf frei. Immer wieder zieht es uns deshalb hoch hinaus. In diesen Ferien schienen die Bedingungen allerdings nicht günstig. Ich war im 6. Monat schwanger, wir reisten mit drei Kindern und der „große Bruder“ war erst drei Jahre alt. Anspruchsvolle Wanderungen waren also kaum möglich. Umso größer die Freude, als wir für den Auftakt unseres Österreich Urlaubs noch ein freies Familienzimmer im Berghotel Rudolfshütte bekommen konnten. Wie oft schon haben wir uns geärgert, am Ende des Tages nach der Wanderung wieder mit der Seilbahn hinab zu müssen. Dieses Mal durften wir oben bleiben und ohne große Anstrengung Zeit in luftigen Höhen verbringen. Mitten in der Natur des Nationalparks Hohe Tauern auf 2315m.

Selbstversorgung am Berg?

Zwei Kinder übernachten gratis. Noch ein Beistellbett im Zimmer? Gar kein Problem. Mal ehrlich – dass die Übernachtung sogar für 2 Kinder frei ist, gibt es nur sehr selten und wenn dann nur, wenn der Preis pro Erwachsenem im Pauschalangebot wahnsinnig überteuert ist. Die Preise in der Rudolfshütte sind absolut fair – in unserem Fall sogar inklusive Halbpension und Kinderprogramm. Zugegeben, sind wir sonst absolut keine Pauschalurlauber, aber oben am Berg wird es mit der Selbstversorgung ja doch etwas unbequem.

Anreise mit Turbulenzen

Für die lange Anreise nach Uttendorf am Weißsee planten wir extra viel Zeit ein. Wir mussten schließlich noch die Seilbahn zur Rudolfshütte erreichen. Und trotzdem kam, was kommen musste: Der Puffer reichte nicht aus. Stau, Stau, Stau… Das Navi berechnete, dass wir 5 Minuten nach der letzten Seilbahn am Ziel ankommen würden. Mit Sack und Pack und Kindern im Halbdunkeln den Berg zu Fuß zu bewältigen schien keine Alternative. In Uttendorf angekommen, hatten wir dann doch noch etwas aufgeholt und schöpften Hoffnung. Gleichzeitig mussten wir leider feststellen, dass wir noch nicht am Ziel waren. Von Uttendorf sind es noch 17 km bis zur Talstation der Weißsee Gletscherbahn, dem Enzigerboden. In schier endlosen Serpentinen ging es den Berg hoch. „Mama, mir ist schleeeecht!“. Uns ehrlich gesagt auch, aber wir waren damit beschäftigt, allen Kindern klar zu machen, welche Aufgabe sie beim Aussteigen zu erledigen hatten. Am Parkplatz angekommen, klappte tatsächlich alles wie am Schnürchen. Die torkelnden Kinder zogen sich ihre Jacken über und standen mit den richtigen Kuscheltieren, Taschen und Koffern beladen am Schalter der Seilbahn.

Geschafft! Im doppelten Wortsinn. Wir hatten in letzter Minute die letzte Seilbahn erreicht. Das Wetter war mehr als bescheiden, dennoch genossen wir den Ausblick auf die Berglandschaft. Ein Fluss führte unter uns den Berg hinab, wir sahen Gämse und auch einen Wasserfall konnten wir entdecken.

In der Hütte und an der Hütte und um die Hütte herum

Die Rudolfshütte ist nicht wirklich im klassischen Sinne eine Hütte sondern vielmehr ein mit allen Extras ausgestattetes Hotel. Es bietet komfortabel eingerichtete Zimmer in verschiedenen Größen mit eigenem Bad, aber auch einen Hütten-Schlafraum mit 11 Betten und Dusche/WC auf dem Gang. Übernachtet man in einem der Hotelzimmer, sind auch Sauna und Schwimmbad inklusive. Die Rezeption stelllt dafür Handtücher und Bademäntel zur Ausleihe bereit. Das Schwimmbad war bei uns nie überfüllt und hat wirklich eine angenehm warme Wassertemperatur. Die Sauna darf zu bestimmten Zeiten sogar mit Kind besucht werden. Ich durfte sie luxuriöserweise sogar allein testen. Die Großen haben derweil mit den „Weißsee-Füxxen“ Specksteine zu Anhängern geschnitzt und der Papa hat mit dem Filius im Zimmer Mittagspause gemacht. Die Aussicht aus der Sauna direkt auf den Bergsee ist der Hammer. Kleiner Schreckmoment: Bis heute weiß ich nicht, ob man sich auch andersherum von Draußen des Blickes in die Sauna erfreut. 😀

Im gemütlichen Foyer und Essensbereich sitzt man mit tollem Panoramablick auf die alpine Bergwelt der 3000er.

Das Buffetangebot ist überwiegend regional, reichhaltig und abwechslungsreich. Bisweilen vielleicht etwas „schwer“, aber das bringt die österreichische Küche wohl so mit sich und Suppe und Salat gibt es täglich zur Auswahl. Die Kinder können sich frei bewegen und nutzen gern die angebotenen Räume wie z.B. das Kicker oder Billiardzimmer. An der Rezeption stehen Billiardkugeln, Kickerbälle und Gesellschaftsspiele zur Ausleihe bereit.

Angebote der Rudolfshütte nutzen

Wir genießen es sehr, im Urlaub Zeit mit unseren Kindern zu haben und sind normalerweise keine großen Fans von Mini-Clubs und dergleichen. Das Programm der „Weißsee-Füxxe“ ist aber wirklich gut durchdacht und fernab von bloßer „Kinder-Aufbewahrung“. Im Haus gibt es sogar eine eigene Indoor-Kletterwand, an der wir einen Familienkletterkurs machen durften.

In besonderer Erinnerung haben die Kinder auch einen Nachmittag, den sie mit den Trainern in der Natur verbracht haben. Barfuß im eiskalten Fluss haben sie Frösche, Wasserläufer und  Köcherfliegen gesammelt und am Flussufer die Tiere in Bechergläsern mit Lupen beobachtet und mit Karteikarten bestimmt. Natürlich wurden alle hinterher wieder behutsam in den Fluss entlassen.

Mit Kindern in die Berge

Wer mit Kindern in den Bergen unterwegs ist braucht Zeit. Jede geplante Tour dauert mit kleinen Kindern drei Mal so lang wie angegeben. Da wir mit Kleinkind unterwegs waren und ich zu der Zeit bereits schwanger mit Nummer vier herumkugelte, haben wir uns nur kurze Rundwege vorgenommen und an einer kleinen, geführten Naturbeobachtungswanderung teilgenommmen, bei der wir jedoch „verloren gegangen“ sind. Natürlich haben wir dem Bergführer ausrichten lassen, dass alles okay mit uns ist. Ich denke in Zukunft wandern wir lieber nur noch allein. Das Warten auf die Gruppe hat irgendwie nicht gut funktioniert. Unsere Kinder gehören zum Typ „mountain runner“. Je kraxeliger die Strecke, desto besser.

Schwanger in den Bergen

Zum Glück war ich noch am Anfang der Schwangerschaft, so dass mein Gleichgewicht nicht beeinträchtigt war. Zum Zeitpunkt der Buchung hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht. Erst im Nachhinein las ich in den Informationen des Hotels, dass sich werdende Mütter wegen des Aufenthalts in der Höhe mit dem Arzt abstimmen sollten. Dr. Google weiß zu dem Thema natürlich jede Menge Ängste zu schüren. In der Broschüre des Deutschen Alpenvereins (DAV) „Mit Babybauch in die Berge“ ist zu lesen, dass Schwangere ohne Akklimatisierung nicht über 2500m gehen sollten. Wir lagen mit 2315m noch drunter und meine Ärztin gab ebenso grünes Licht. Die höhere Belastung konnte ich dann aber doch spüren. Vor allem am Anfang fühlte sich jeder Spaziergang einfach ein bißchen anstrengender an. Das gut verpackte Babykind strampelte und trat munter wie bisher.

Beachte für einen Bergaufenthalt im Sommer

Ohne feste Wanderschuhe, warme Kleidung und Regenschutz geht es in den Bergen nicht. Die Außentemperaturen können sehr unterschiedlich sein. Sie liegen im Sommer zwischen -5°C und +22°C.

Wir hatten Schnee, Regen und Kälte…

…und strahlenden Sonnenschein

Im Winter verspricht die Rudolfshütte übrigens 23 Pistenkilometer, Schneesicherheit und Skipass ohne Wartezeiten.

Das Mainzer Gutenberg Museum mit Kindern

Gutenbergstadt Mainz

Die Mainzer sind stolz auf Johannes Gutenberg, den unbestritten bedeutendsten Sohn der Stadt.  Jedes Jahr im Sommer feiert Mainz mit der Johannisnacht ein riesiges Volksfest zu seinen Ehren und zum Rosenmontagszug trägt die Bronzestatue auf dem Gutenbergplatz die Narrenkappe. Er gehört einfach dazu.

Im Jahr 1900 gründeten die Mainzer Bürger anlässlich seines 500. Geburtstages das Gutenberg Museum. Es befindet sich zentral in der Altstadt gegenüber vom Dom.

 

Schulwissen

Fast jeder hat im Laufe seiner Schulzeit schon einmal von Gutenberg gehört. Seine Erfindung gilt als echte Medienrevolution. Der Druck mit beweglichen Lettern war aber auch verdammt praktisch, musste man doch vorher entweder per Hand abschreiben oder in mühevoller Arbeit spiegelverkehrte Druckplatten herstellen. Wie ärgerlich, wenn einem da ein Fehler unterlief!

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, wurde um 1400 in Mainz geboren und starb am 3.Februar 1468, ebenso in Mainz. Er gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckpresse. Besonders geehrt wird er für die Gutenberg-Bibel, die zwischen 1452 und 1454 entstand und für ihre technische und ästhetische Qualität bekannt ist.

Im Museum befinden sich 2 von 49 weltweit existierenden Exemplaren der Gutenberg Bibel von 1454 unter Panzerglas im Tresorraum. Außerdem Exponate in den Bereichen Drucktechnik, Typografie, Kunstdruck, Papier, Geschichte der Schrift in verschiedenen Kulturen usw.

Und wo bleibt der Spaß?

Eure Kinder interessieren sich nicht für Papier hinter Glasscheiben? Für sie beginnt der Spaß ganz klar bei den Kinder- oder Familienführungen am Samstag und Sonntag. Hier kann man das Schmelzen des Bleis über dem Feuer, das Gießen der Lettern und den Druck an einer alten Druckmaschine live miterleben. Den jungen Museumsbesuchern werden ausgewählte Ausstellungsstücke gezeigt und altersgerecht erklärt. Die Führung „Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern“ ist sogar schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Die Kinder erfahren von der Entstehung der Schrift und dürfen verschiedene Exponate (Pergament, Federn, Siegelstempel, Naturfarben etc.) anfassen und ausprobieren. Im Anschluss kann im Foyer des Gutenberg-Museums an der Mobilen Druckwerkstatt selbst gedruckt werden.

Druckladen

Für einen Besuch der angeschlossenen Druckladens muss ein Termin gemacht werden. Ob als Familie, Kindergeburtstagsgruppe oder Schulklasse – es lohnt sich auf jeden Fall. Wer Zeit und Geduld mitbringt, kann sich einen eigenen Text setzen und selbst drucken. Handlettering mal anders. Weniger Geduldige oder kleinere Kinder können aus vorgefertigten Druckplatten wählen, die Druckfarbe aufrollen und an der manuelle Druckerpresse ihre Kräfte testen. Die Ergebnisse können sich am Ende immer sehen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Füssen – mit Kindern im Allgäu

Mit Kindern im Allgäu

Das Haus eine Baustelle, kein Auto und kaum noch Urlaubstage. Nicht gerade eine gute Ausgangssituation für einen Familienurlaub. Wir steckten gerade in der mühevollen Sanierung unseres fast 100 Jahre alten Hauses, das wir damals gerade erst frisch gekauft hatten. Urlaub war für diesen Sommer nicht geplant und doch hatten wir ihn bitter nötig. Unseren sportlichen Kleinwagen hatten wir gerade verkauft, um ihn gegen einen größeren und praktischeren Familienwagen einzutauschen. Wir setzten uns eine Deadline. Wenn wir innerhalb einer Woche ein Auto finden würden, könnten wir es noch schaffen, der Baustelle ein paar Tage zu entkommen. Tatsächlich holten wir zwei Tage später unseren großen Kombi ab. Es blieben noch 6 Tage Resturlaub.

Urlaub in Deutschland – ein bißchen spießig, oder?

Wenigstens meinte es der Sommer besonders gut mit uns und es musste daher dringend ans Wasser gehen. Wie praktisch, dass gleich mehrere der schönsten Seen Deutschlands nur vier Autostunden von uns entfernt, in der Gegend um Füssen liegen sollten. Ehrlich gesagt, war ich trotzdem etwas enttäuscht, nicht einmal ins Ausland zu reisen. Nicht Frankreich, nicht Italien, nicht die Niederlande, nicht einmal Österreich oder die Schweiz. Urlaub in Deutschland…ins Allgäu…das klang für mich verdammt spießig nach Seniorenprogramm. Aber das Unerwartete lässt sich nicht planen. Zum Glück.

Bauernhöfe und Gästehäuser im Allgäu

Auf den bekannten Buchungsportalen sah es nicht gut aus, was Familienunterkünfte anbelangte. Ein Anruf bei der örtlichen Touristeninformation half uns weiter. Das Gästehaus Geiger hatte ein Zimmer für uns und wir fuhren noch am selben Tag.

Tipp: Örtliche Touristeninformationen haben oft aktuelle Informationen zu freien Zimmern, die im Internet gar nicht aufgeführt sind.

Unsere Unterkunft lag idyllisch zwischen Füssen und Hopfen am See mit Blick auf die Voralpen.

Gästehaus Geiger

Frau Geiger und ihre Familie empfingen uns herzlich. Unsere Kinder waren begeistert. Ungeplant hatten wir Ferien auf dem Bauernhof gebucht. Wenn das der Papa vorher gewusst hätte ;)… Familie Geiger hat eigene Milchkühe und hinter dem großen Garten mit Fußballtor und Rutsche sprangen kleine Ziegen herum. Frau Geiger versorgte uns jeden Morgen mit frischen Brötchen, leckerem Kaffee und warmen Kakao mit der Milch der eigenen Kühe. Im Allgäu gibt es unzählige kleine Pensionen und Bauernhöfe, die sich Zeit für ihre Gäste nehmen und die besten Tipps für die Umgebung parart haben.

Volles Programm

Die Programmhefte der Region rund um Füssen bieten eine Menge verschiedener Familienaktivitäten. Geführte Wanderungen für Naturentdecker, spazieren in den Baumwipfeln im Baumkronenweg beim Walderlebniszentrum  Ziegelwies, ein Ausflug zur Imkerei, eine Schifffahrt auf dem Forggensee, ein Besuch in der Kristalltherme in Schwangau oder der Alpentherme Ehrenberg im nahegelegenen österreichischen Reutte, eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn usw. Die Liste ist schier endlos. Die Besichtigung des Schloss Neuschwanstein sollte man auf jeden Fall erlebt haben, um sich einmal so richtig als Tourist in Deutschland zu fühlen. Es diente Walt Disney als Vorlage und ist so wahrgewordene Kindheitserinnerung zahlreicher Amerikaner. Die meisten Besucher kommen jedoch aus China. Das Schloss Neuschwanstein gehört wie der Eiffelturm zu den Bildern, die symbolhaft für Europa stehen. So drängen sich in der Hochsaison bis zu 7000 Besucher täglich durch die Gänge. Uns hat es genügt, die Schlösser Neuschwanstein und das benachbarte Hohenschwangau von Außen zu bewundern.

Mehr See(he)n

In einem Umkreis von max.8 km von Füssen befinden sich Forggensee, Hopfensee, Alatsee, Weißensee, Alpsee, Schwansee, Bannwaldsee, Mittersee, Obersee und Faulensee

Sehenswert und auf dem Weg ist auch der Lechfall, von Füssen kommend auf der B 17 Richtung, etwa 700 Meter vor der österreichischen Grenze. Eindrucksvoll stürzen sich hier die Wassermassen über 5 Stufen in die Tiefe.

Die Lechschlucht gab der Stadt Füssen ihren Namen. Lateinisch ‚fauces’=Schlund
Der Forggensee ist der flächenmäßig größte Stausee Deutschlands. Er dient zum einen der Stromerzeugung, zum anderen aber auch der Hochwasserregulierung am Lech während der Schneeschmelze. Auch wenn der Forggensee, wie er sich jetzt darstellt, kein natürlicher See ist, so liegt er doch in einem Becken, das nach der letzten Eiszeit von einem noch größeren See ausgefüllt war. Heute wird er ab Oktober trockengelegt und bis auf ein paar Pfützen ist nichts von ihm übrig. Im Winter kann man dafür zweimal wöchtentlich eine Wanderung auf dem Grund des Sees unternehmen.

Der Forggensee ist zu einem unserer Lieblingsseen in Deutschland geworden. Im Abendlicht liegt er silbrig glänzend da – wie hier an der Badestelle am Café Maria. Rund um den See ist kaum Bebauung erlaubt. Kälteempfindliche können ihr Badeglück im Hopfensee, einer der wärmsten Voralpenseen, finden. Hier kann man auch Tretbot fahren, SUP und Windsurfen üben, in lustigen Familiengefährten um den See touren oder auch gemütlich mit Seeblick Essen oder Kaffee trinken gehen. Wer mag, kann an jedem Urlaubstag in einem anderen See schwimmen.

Also doch nicht alles Käse…

Wir wollten in kürzester Zeit möglichst viele regionstypische Dinge sehen und erleben und steuern deshalb die Sennerei Lehern an, um zu schauen, wie der Allgäuer Bergkäse und der Allgäuer Emmentaler gemacht werden. Die Führung dauert eine gute Stunde, zeigt alle Stationen der Käseherstellung und endet in einer kleinen Verkostung im angeschlossenen Hofladen. Was für ein Jammer, dass ich gerade schwanger war und keinen Rohmlichkäse essen durfte.

Bachwanderweg – keine Langeweile für Kinder

Wunderschön war es, den Bachweg hoch zum Buchenberg zu wandern. Der Weg beginnt am Parklatz neben dem Sessellift Buching, führt zunächst über ein Stück Wiese und führt dann einen Waldweg entlang eines Baches hoch zum Gipfelkreuz. Unterwegs gibt es jedoch auch Lichtungen, von denen aus man die Aussicht genießen kann. Von hier aus sahen wir auch Wanderer, die auf breiteren, asphaltierten Wegen gingen. Dort wäre man auch problemlos mit Kinderwagen hochgekommen. Aber unsere beiden Mädchen wollten natürlich selber laufen. Unsere Wandererfahrung mit Kindern: Je kraxeliger der Weg, desto spannender wird es für die Kids. Gehen wir daheim nur 1km zu Fuß zum nächsten Supermarkt oder machen einen Spaziergang durch den Park, wird sich beschwert und gefragt, wann man denn endlich da ist. Der Bachwanderweg besteht fast ausschließlich aus schmalen Waldwegen. Die Baumwurzeln bilden natürliche Treppen und zwischendurch kann man sich im Bach erfrischen.

Oben angekommen wird man mit einer fabelhaften Aussicht belohnt. Bei gutem Wetter ist hier ein beliebter Startpunkt für Paraglider.

Die besten Dinge findet man, wenn man sie nicht sucht

Füssen ist für uns zu einem festen Zwischenstopp auf jeder Reise Richtung Süden geworden. Wir bummeln durch die hübsche, mittelalterliche Altstadt, kaufen uns etwas zu Essen und setzen uns anschließend zum Picknick an den Forggensee.

 

 

 

 

ExperiMINTa Frankfurt

Experiminta Museum in Frankfurt

Gemütlich am Kamin sitzen, Kakao trinken, Kuchen backen und sich zu Hause einkuscheln. Das ist die kalte Jahreszeit…nicht.

Zumindest nicht bei uns. Ohnehin sind wir schon aufgrund diverser Sporttermine sehr viel unterwegs, aber wenn mal Zeit ist, kann so ein Tag daheim echt anstrengend werden. Gemütlichkeit klappt  mal für eine Stunde oder zwei. Aber wenn wir alle 6 daheim sind ist es laut und wild. Man glaubt es nicht, wie schnell die vier Chaoten das Haus einmal kopfüber stellen können. Zum Glück gibt es bei uns im Rhein-Main-Gebiet so viele tolle Ausflugsziele. Diese Kategorie wird sich schon bald weiter füllen.

Als erstes nehmen wir euch mit in eines unserer liebsten Museen.

Wissenschaft zugänglich und greifbar machen-das ist das Konzept des Experiminta Museums in Frankfurt. MINT steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Vielleicht klingt das für den einen oder anderen nicht auf Anhieb spannend. Aber gerade diese sollten sich auf die Socken machen und sehen, wie interessant diese Themen sein können, wenn sie sich nicht nur auf dem Papier abspielen. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittlen ist problemlos. Das Mitmach-Museum liegt zentral und ist mit S- und U-Bahn (Bockenheimer Warte, Festhalle Messe, S-Messe) sowie mit der Tram (Varrentrappstr) gut zu erreichen.

Naturwissenschaft greifbar machen

Schon im Eingang erwartet einen das erste Experiment. Der Spiegel in die Unendlichkeit. In den thematisch untergliederten Räumen finden sich, auf vier Etagen verteilt, über 120  Experimentierstationen. Es gibt Stationen zur Akkustik (Schwingung/Wellen), zur Optik, zur Bewegung, zur Kraft, zu Muster und Zahlen, zur Luft und viele mehr.

Wir erforschen Pendelbewegungen, testen unser Gehör, zeichnen im Spiegel, malen mit der singenden Eisenplatte Töne in den Sand, lassen Tornados entstehen und betrachten uns im Verzerrspiegel. Wie schön, wenn man trotz Schwangerschaft mal wieder schlank erscheint ;).

Kinder können sich an Flaschenzügen selber in die Höhe ziehen und in einer riesigen Seifenblase stehen, während Väter im Fakirbett auf Nagelspitzen entspannen. Lustig, wenn im Streifenspiegel eine Mischperson entsteht: „MaPa“ oder „PaMa“ oder Kinder in der Glaskugel auf einmal über Kopf stehen. IM AUGE sitzend lässt sich der Weg des Lichts durch die Pupille und die Entstehung des Bildes gut nachvollziehen. Je nach Alter und Vorwissen, werden die Experimente ganz intuitiv „begriffen“ oder auch zusätzlich genauer mit den Erklärtafeln erforscht. Warum schwebt der Ball im Luftstrom und fliegt nicht weg und wie verrückt ist denn bitte der Bernouilli-Effekt? Zur „Zauberhaften Physik“ hat auch die Alma Mater Göttingen einen schönen Film erstellt. Naturwissenschaftliche Phänomene und mathematische Zusammenhänge werden durch das Experimentieren greifbar und verständlich. Nicht nur für Kinder!!!

Auf gar keinen Fall sollte man die zu wechselnden Themen stattfindenden Science Shows verpassen. Es kann spektakulär werden. Eine Übersicht über die nächsten Shows findet ihr hier.

Ganz wichtig: Plant ausreichend Zeit für den Besuch ein oder rechnet von Beginn an damit, nicht die komplette Ausstellung zu schaffen. Zwei Stunden reichen nicht aus, alles zu auszuprobieren.

Wir kommen auf jeden Fall wieder!