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Le Torri del Garda Family SPA Resort

Familienhotel Le Torri del Garda

Der Gardasee ist eigentlich immer eine gute Idee, finden wir und planen auf unserem Weg von den Kitzbühler Alpen in die Toskana einen Zwischenstopp ein. An unseren letzten Gardasee Aufenthalt mit den Kindern haben wir sehr schöne Erinnerungen. Was für ein Glück, dass das Le Torri del Garda Family Resort und SPA spontan noch ein Zimmer für uns frei hat. Das Familienhotel liegt etwas oberhalb von Tori del Benaco in Albisano. Vielleicht ist es gerade gut, keine Unterkunft direkt an der Gardesana  (die Straße, die rund um den Gardasee führt) zu buchen. In den vergangenen Tagen ist in der Presse zu lesen, dass der Gardaseetourismus an seine Grenzen gekommen und sogar Hauptstraßen wegen Überfüllung gesperrt seien.

Family SPA Torri del Garda

Als wir aus dem Auto steigen, ist von Massentourismus keine Spur. Wir sind beeindruckt vom wahnsinnig schönen Panoramablick auf das Örtchen Torri del Benaco und den Gardasee. Eine magische Stille liegt hier oben über dem See. Ich mag das Meer und seine Weite, aber um ehrlich zu sein, brauche ich es nicht, wenn ich See und Berge haben kann.

Kinderclub – nicht mit uns!

Wir werden herzlich in dem 2018 komplett erneuerten 4-Sterne Familienhotel empfangen und die Kinder erhalten Bändchen um die Handgelenke. Alle Bemühungen des Empfangs, ihnen die zahlreichen Kinderclub-Angebote schmackhaft zu machen, stoßen jedoch auf taube Ohren. Sie haben Bändchen in drei verschiedenen Farben und sind demnach Angeboten in drei verschiedenen Altersstufen zugeordnet. „Nein – ich geh‘ da nicht alleine hin.“ Geschwister eben. Kennt ihr das? Unsere Kinder machen so gut wie nie Urlaubsbekanntschaften. Sie haben sich und brauchen offenbar niemanden sonst. Egal, denken wir. Wir bleiben ja ohnehin nur eine Nacht.

Torri del Benaco Eingang Torri del Garda Family SPA

Oder doch?

Unsere Suite ist neu und groß und die Terrasse hat einen unglaublichen Blick über die Hotelanlage und Olivenhaine bis hin zum Gardasee. Nach dem eher durchwachsenen österreichischen Bergwetter freuen sich die Kinder besonders auf den Pool.

Das Klima am Gardasee ist ganz anders als noch vor ein paar Stunden in Österreich. Die Sonne scheint heiß und das Wasser ist sehr erfrischend. Am Pool sammeln die Animateure die Kinder zum Bingospiel ein. „Es tut mir leid, sie wollen nicht.“, entschuldige ich mich. „Schade. Es gibt auch etwas zu gewinnen.“ – und schneller als wir gucken können sind alle drei großen Kinder doch mit den anderen Kindern im Garten hinter dem Pool verschwunden. So schnell kann es gehen.

Exklusivzeit im SPA

Etwas verblüfft über die neu gewonnene Zeit spielen wir „Erstlingseltern“ und sehen uns mit unserem Kleinen den Spa-Bereich an. Hier geht es, auch wenn Kinder in Begleitung Erwachsener zugelassen sind, deutlich ruhiger zu als am Außenpool und der Mini genießt seine Exklusivzeit mit Mama und Papa im Kleinkinderbecken.

Becken mit Massagedüsen

Nach einer Zeit kommen die großen Geschwister vom Bingo wieder und wollen mitspielen. Obwohl das Becken sonst leer ist, dürfen sie leider nicht. Es ist den ganz Kleinen vorbehalten. Macht nichts. Wir wollen ohnehin weiter die Sonne genießen. Die große Tochter ärgert sich: „Knapp verpasst!“. Eine Zahl mehr und sie hätte den Kinder-Massage Gutschein gewonnen. Unsere Genießerin. Das Le Torri del Garda Family Resort und SPA ist eines der wenigen, wenn nicht sogar das einzige Familienhotel mit Wellnessbereich für die ganze Familie am Gardasee. Für die anderen Geschwister wäre so eine Massage für Kinder allerdings ohnehin kein Gewinn, sondern die Höchststrafe gewesen. Still liegenbleiben und entspannen ist nichts, wenn man Hummeln im Hintern hat.

Italienisch genießen

Das Abendessen wird in Buffetform angeboten und sucht seines Gleichen. Die Auswahl ist riesengroß und extrem frisch. Es ist wirklich für jeden etwas dabei. Zahlreiche Salate und eine Menge frisches Obst, Käsevariationen, Antipasti, Schinken, Carpaccio usw. sind nur das „Beiprogramm“ zu einer handvoll leckerer Hauptgerichte. Auf den Punkt gegarter Wildbraten, Geflügel oder Kalbsfleisch, Fisch oder z.B. vegetarische Ravioli di Funghi. Und die vielen kleinen Desserts – so gut! Aber vor allem die große Auswahl wirklich frischer und gesunder Lebensmittel, hat uns wirklich überzeugt. Man spürt, dass hier alles mit viel Liebe zubereitet und keine Massenabfertigung ist. Natürlich bekommen eher skeptische Kinder auch leckere Nudeln mit Tomatensoße oder eine Portion Pommes. Unser kleiner Gourmet hat es eher auf die Käsespezialitäten abgesehen.

Käsespezialitäten am Abendbuffet im Torri del Garda Family SPA

Kleiner Gourmet

Auch wenn es mit Kindern im Torri del Garda Family SPA selbstverständlich lockerer zugeht, als sonst in gehobenen Restaurants, ist es natürlich gerade mit Kleinkindern etwas weniger entspannt, als in den eigenen vier Wänden zu essen. Trotzdem haben wir es natürlich sehr genossen, uns verwöhnen zu lassen.

Abschiedsschmerz

Unglaublich, was die Kinder bei einem Aufenthalt von nur einer Nacht so alles geboten bekommen. Nach dem Essen hat sogar der Mini schon Spaß am Kindertanz, danach sehen wir eine coole Zaubershow und Kind 1 und 3 nehmen an einem Fußballturnier teil. Kind 2 und 4 schauen sich derweil die Zwergziegen hinter dem Bolzplatz an. Übrigens haben wir schon eine große Menge an Fußballplätzen gesehen, aber selten einen mit einer so schönen Aussicht.

Am nächsten Morgen, nach einem, nicht nur für italienische Verhältnisse, hervorragenden Frühstück, müssen wir weiterfahren nach Parma und anschließend in unser Agriturismo in der Toskana. Unser 5-jähriger ist untröstlich. Zu gerne möchte er weiter im Hotel mit den anderen Kindern Fußball spielen. Wir verbringen dafür den restlichen Tag am See und kaufen noch eine Postkarte für den Kindergarten.

 

„Ich bin am Gardasee, ich bin geschwommen und habe viel Fußball gespielt und wir mussten gar nicht selber kochen.“, diktiert er seiner großen Schwester. Auch wenn es dieses Mal nur ein kurzer Zwischenstopp war – wir kommen sicher wieder. Der Gardasee ist immer eine gute Idee.

*Werbung: Das Torri del Garda Family SPA hat uns unsere Suite zu einem vergünstigten Preis zum Kennenlernen zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung über das Hotel und seine Angebote ist davon unbeeinflusst.

 

 

 

 

Triassic Park Waidring

Dino Park in Tirol

Schafe und Kühe sind ja für unsere Stadtkinder eigentlich schon spannend genug, aber  Dinosaurier am Berg finden alle eine besonders gute Idee. Die Gondelfahrt zum Triassic Park in Waidring ist in der PillerseeTal Card inkludiert. Oben wartet eine gelungene Kombination aus Unterhaltung und Geschichte zum Anfassen. Nachdem wir bei unserer Wanderung zum Wildseelodersee gefroren haben, wollen wir uns dieses Mal wollen unbedingt warm genug anziehen… und liegen wieder daneben. Die Sonne strahlt mit den Kindern um die Wette. Gleich nachdem man das interaktive Museum am Eingang des Parks verlässt, wartet ein Spielteich, in dem sich wunderbar planschen lässt. Auf jeden Fall solltet ihr es besser machen als wir und  Badesachen und Handtücher mitbringen!

Natürlich fällt der kleine Chaot einmal komplett ins Wasser. Zum Glück ist es warm und die Sachen trocknen in der Sonne. Nachdem wir ausreichend nach Edelsteinen gegraben haben, gerutscht, Floß gefahren und an der Boulderwand geklettert sind, konnten wir auf dem Weg zur Aussichtsplattform etliche versteinerte Korallen bewundern. Im Museum haben wir erfahren, dass sich die Steinplatte in Waidring vor rund 250 Mio. Jahren auf dem Meeresgrund befunden hat und so allerhand Riff-Funde zu machen sind. Die greifbare Einordnung in ein „Großes Ganzes“, in Zeit und Raum, lässt einen doch wirklich winzig erscheinen und macht die gesamte Menschheitsgeschichte zu einem Wimpernschlag.

Triassic Park Waidring

Aussichtsplattform Triassic Park Waidring

Geschichte zum Anfassen im Triassic Park

Spektakulär ist die korallenförmige Aussichtsplattform an der Steinplatte. Nicht nur die Aussicht nach vorn ist beeindruckend, sondern vor allem nach unten. 70 Meter in die Tiefe geht es unter unseren Füßen. Auch wenn der Mann mittlerweile schon fast keine Höhenangst mehr hat, muss er hier passen und auch wir trauen uns nur Schritt für Schritt auf die Plattform aus Plexiglas und Gitterboden. Ein seltsames Gefühl. Am Ende des Rundwanderweges taucht ein großer Wasserdino mit Musik und Getose aus einem See auf, aber die Kinder finden die Kühe auf dem Rückweg zur Seilbahn spannender. Wir hatten einen tollen Tag mit viel „Geschichte zum Anfassen“ an der Steinplatte. Nur einen Dinosaurier-Sticker suchen wir in unserem Tourenbuch für Kinder vergeblich. 😉

*Werbung: die PillerseeTal Cards wurden uns vom Tourismusverband PillerseeTal Kitzbüheler Alpen zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung über die besuchten Ausflugsziele ist dadurch nicht beinflusst.

Bergsommer in den Kitzbüheler Alpen + Gewinnspiel

Auto gut, alles gut

Irgendwie muss es immer so sein, dass bei unseren Reisen etwas mit dem Auto nicht in Ordnung ist (siehe Elternzeitreise Pannen) . Bevor ich jetzt eine Menge Ungutes über unser „Glück“ mit fahrbaren Untersätzen schreibe und den Stresspegel, mit dem wir in diesen Sommerurlaub in die Kitzbüheler Alpen gestartet sind, beschränke ich mich auf die wichtigsten Informationen hierzu:

  1. Wenn zwei Werkstätten einen kaputten Katalysator diagnostizieren (Kostenpunkt 1800€), besuche eine dritte.

Am Montagmorgen fahren wir laut knatternd und röhrend, wie mit einer alten Mofa, nach Fieberbrunn. Erste Anlaufstelle ist die Werkstatt direkt neben dem Supermarkt am Ortseingang. Dort verlässt man sich zum Glück nicht auf Diagnose und Kostenvoranschlag in unserer Hand. Nach Probefahrt und ein paar Schweißarbeiten zahlen wir 40€ und können, ohne alle Kühe in der Umgebung aufzuschrecken, in unsere Unterkunft fahren. Da jetzt ohnehin für jedwede Werbung Kennzeichnungspflicht besteht,  mache ich hier jetzt mal unbezahlt und unbeauftragt Werbung für die Autowerkstatt Liebhardt in Fieberbrunn, dank deren Hilfe wir zum entspannteren Teil der Reise übergehen konnten.

Fieberbrunn ist ein entspanntes, kleines Örtchen, welches sich auf Familien eingestellt hat. Wir machen den örtlichen Bolzplatz ausfindig und nehmen an der wöchentlich stattfindenden  Bummelnacht teil, die jede Menge Spaß für Kinder aller Altersklassen bietet. Während die Eltern entspannt essen und trinken, hüpfen die Kinder auf Hüpfburgen, klettern auf den Maibaum und die Kleinsten fahren in Rutschautos umher. Begleitet wird das Ganze von Live Musik. An Sonnentagen sorgt ein Badesee für Erfrischung.

Sommerurlaub mit Kindern in Tirol

Die Auswahl an Unterkünften für Familien in Tirol scheint nahezu unbegrenzt: vom Allroundpaket im 4 – Sterne Hotel über Landgasthäuser, individuelle Chalets, Appartments, Hostels, Berghütten bis hin zu Camping – oder auch „Glamping-“ Plätzen. Selbst für große Familien gibt es zahlreiche Angebote. Aber vor allem: eine Menge Ausflugsziele am Berg.

Last-Minute Glück

Dies ist dann wohl die zweite, unbezahlte und unbeauftragte Werbung aus vollem Herzen. Soviel Pech wir mit Autos oft haben, soviel Glück hatten wir dieses Mal mit der Unterkunft. Wegen wichtiger Termine, konnten wir die Tage in Tirol erst sehr knapp im Voraus buchen. Da wir außerdem den Reparatur-Kostenvoranschlag in den Händen hielten, buchten wir einfach den ersten (und noch dazu günstigsten) Treffer, den die Buchungsseite uns vorschlug. „Gibt es hier etwa keinen Pool, oder was?“ war der erste Kommentar unseres 5-jährigen Chaoten bei der Ankunft. Sind sie nicht bescheiden, die lieben Kleinen? Schließlich war er aber schnell versöhnt.

 

Unser Appartment im Landhaus Schneider entpuppt sich als echter Volltreffer und bietet viel mehr, als im Internet ersichtlich war. Erst vor ein paar Wochen wurde hier umgebaut. Unsere Wohnung hat nicht nur Zugang zu einer riesigen Terrasse mit Essplatz, sondern auch eine Glastür im Wohnzimmer, die direkt in den neu gestalteten Garten hinausführt. Wir lassen uns erleichtert in die sonnenwarmen Gartenlounge-Stühle fallen und die Kinder toben sich auf dem eigenen Spielplatz mit großem Trampolin, Kletterwand, Schaukel und Rutsche aus. Der Urlaub kann beginnen.

Das Pillersee Tal in Tirol

Das Pillerseetal in Tirol – das sind die Orte Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus, St. Ulrich am Pillersee und Waldring. Vor der Abreise kicherten die Kinder: „Wie heißt das nochmal, wo wir hinfahren, Mama? Pullersee? Das klingt irgendwie komisch! Wie Pipi-See“. Wir sehen nach.

Pillersee: Die Entstehung des Namens ist nicht genau geklärt, doch wird angenommen, dass sich der Name von einem lokalen Mundartausdruck ableitet, der das Brausen und Kräuseln des Wassers im Frühjahr oder bei Unwettern beschreibt. In dieser Zeit beginnt der See eben zu „pillern“.

Leider haben wir nur drei Nächte in den Kitzbüheler Alpen, bevor wir weiter in die Toskana reisen. In dieser Zeit wollen wir so viel Bergluft wie möglich genießen. Dafür lohnt sich die PillerseeTal Card, die man entweder für 3 (ab September 2018), 4 oder 6 Tage erwerben kann. Schwimmbäder, Badeseen, Minigolf, Erlebnispark, Kinderprogramm „Tatzi-Club“ und v.a. die drei großen Bergbahnen der Region, Fieberbrunn, Steinplatte Waidring mit dem Triassic Park und die Bergbahn Pillersee, stecken in einer Karte.

 

Aaaaaangst!!!

Nah bei unserem Appartment liegt die Bergbahn, die auf den Fieberbrunner Alleskönnerberg Wildseeloder führt. Geplant ist eine Wanderung zum Wildseelodersee, aber unsere Kinder sind nur schwer von der Mittelstation Streuböden loszueisen. Ein Spielplatz mit großem Luftkissen, genannt „Wackelpudding“, macht zu viel Spaß. Also hüpfen wir uns warm, stärken uns mit mitgebrachtem Frühstück und versprechen, auf dem Rückweg wiederzukommen.

Mittelstation Streuböden

Noch eine Station höher mit der Bahn und unseren 5-jährigen Draufgänger verlässt auf einmal der Mut: „Angst!!! Aaaaaangst!“. Die Wege sind an Mama oder Papas Hand sicher, aber das Panorama lässt einen die Höhe spüren. Nach ein paar Schritten geht es und wir wandern ohne Angst, aber mit dem nötigen Respekt.

Wandern mit Kind in den Kitzbüheler Alpen

Wer noch nicht mit Kind wandern war, sollte dies unbedingt nachholen. Je „kraxeliger“ der Weg, desto lauffreudiger das Kind. Kinderwagentaugliche Wanderungen hingegen werden ein selbstlaufendes Kind wahrscheinlich zu Tode langweilen. Auf unserer Tour zum Wildseelodersee kommen wir am Wildalm Käseladen vorbei, bei dem man an einigen Wochentagen bei der Käseherstellung zusehen kann. Kühe und ein paar sehr gemütliche Schafe stehen unseren faszinierten Stadtkindern im Weg.

Als wir die falsche Richtung einschlagen, kommen wir an eine gewaltige  Matschpfütze mit Kuhmist, über die wir alle springen müssen. Ich weiß nicht, welche Heldenfilme den Mann dazu bewogen haben, aber er wirft (!) den kleinen Großen über den matschigen Mist. Da dieser aber keine Katze ist, landet er nicht auf den Beinen, sondern natürlich mit dem Boppes im Dreck. Das ist das wohl die Strafe für die großen und kleinen Eskapaden der letzten Wochen, mit denen unser kleiner heimlicher Familienchef unsere Nerven ziemlich herausgefordert hat.

Zum Glück ist er nicht lange beleidigt und wandert trotzdem motiviert weiter. Besonders stolz ist er, wenn er alleine gehen darf. Leider beginnt es kurz vor unserem Ziel so stark zu regnen, dass eine Weiterwanderung zum Gipfel des Wildseeloder ausgeschlossen ist. Der See sieht aber auch bei Regen toll aus und wir entschließen uns vor dem Abstieg, eine Pause im Wildseeloderhaus zu machen. Wie so oft in den Bergen, sind wir falsch angezogen. Auf den Wetterbericht kann man sich nur bedingt verlassen. Die Kinder genießen schlotternd ihre heiße Suppe. An einem sonnigen Tag muss es herrlich sein, sich am Rande des Sees zu erfrischen und die Aussicht vom Gipfel auf die Kitzbüheler Alpen müssen wir irgendwann nachholen.

Der Alleskönner Berg

Nicht umsonst wird der Wildseeloder auch Alleskönner Berg genannt. Wieder an der Mittelstation angekommen, zeigt sich auch die Sonne wieder. Wir drehen noch eine „irre snelle“ Runde in Timoks Coaster und klettern wagemutig im Waldseilgarten.

Waldseilgarten in Fieberbrunn

Wären wir nicht mit Baby unterwegs gewesen, hätten wir sicher auch einen Klettersteig versucht.

Am Ende des Tages tragen wir in unser „Meine Berge – Tourenbuch für Kinder“ 1854m und jede Menge Erlebnisse ein. Für einige davon gibt es sogar passende Sticker. Und einer grinst ganz besonders: „Ich hatte GAR keine Angst!“. Jaja…schon klar.

Hier kommt ihr zu unserer Rezension des „Meine Berge -Tourenbuch für Kinder“ und könnt ein Exemplar davon gewinnen!

*Werbung: die PillerseeTal Cards wurden uns vom Tourismusverband PillerseeTal Kitzbüheler Alpen zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung über die besuchten Ausflugsziele ist dadurch nicht beinflusst.

 

 

 

 

 

Meine Berge – Tourenbuch für Kinder

Gewinnspiel

[Werbung] Das „Meine Berge – Tourenbuch für Kinder“ wurde uns von der Autorin Ute Watzl kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir noch ein zweites Exemplar für euch zur Verlosung bekommen. Es soll kleine Bergfexe zum Wandern motivieren und  mit 11,4 x 14,1 cm hat es genau die richtige Maße für kleine Kinderhände und Mini-Wanderrucksäcke. Es enthält liebevoll gestaltete Seiten zum Eintragen der Wandertouren. Wie hoch sind wir gewandert? Was habe ich auf dem Weg gesehen? Einige Erlebnisse sind sogar als Sticker vorhanden, andere können dazugemalt werden. Natürlich gibt es auch Platz für einen Hüttenstempel. Ideal ist das Büchlein sicher für besonders kleine Wanderer zwischen 2.5 und 7 Jahren (Für ältere Kinder ist das umfangreiche „Berge!“ Buch von Karski zur Weiterarbeit zu empfehlen), aber auch unsere großen Mädels hatten Spaß daran, es mit ihrem kleinen Bruder auszufüllen. Und noch was Praktisches: Der Umschlag ist unempfindlich und leicht abwischbar, sodass es sich auch für eine mehrjährige Tourensammlung eignen sollte. Eine schöne Erinnerung an die ersten allein gewanderten Routen, die auch im Morgenkreis im Kindergarten oder in der Schule hilft, vom Erlebten zu berichten.

Mitmachen: Auch wenn ihr keine Berge vor der Haustüre haben solltet – die Herbstferien stehen zum Glück schon bald vor der Tür. Wer ein Exemplar des Tourenbuchs für Kinder gewinnen möchte, braucht lediglich hier oder auf unserer Facebook-Seite einen Kommentar hinterlassen.

Viel Glück!

Teilnahmebedingungen

  1. Das Gewinnspiel startet am 24.08.2018 und endet am 14.09.2018 um 18:00 Uhr.
  2. Bei dem Gewinnspiel wird unter allen Kommentaren ein „Meine Berge – Tourenbuch für Kinder“ verlost.
  3. Der Gewinn wurde von der Autorin Ute Watzl zur Verfügung gestellt
  4. Die Teilnahme am Gewinnspiel erfolgt über einen Kommentar auf Kinderberge.de oder unserer Facebook-Seite
  5. Mehrere Kommentare werden als eine Teilnahme gewertet.
  6. Kommentare die gegen die Facebook Richtlinien, deutsches Recht und oder das Copyright verstoßen werden nach Kenntnisnahme ohne Ankündigung entfernt. Der Teilnehmer ist damit vom Gewinn ausgeschlossen.
  7. Teilnahmeberechtigt sind Personen aus Deutschland, da der Versand der Gewinne ausschließlich innerhalb von Deutschland erfolgt.
  8. Der Gewinner wird bis zum 14.09.2018 nach Gewinnspielende nach dem Zufallsprinzip ermittelt.
  9. Der Gewinner wird per E-Mail informiert. Jeder Gewinner muss innerhalb von 7 Werktagen per E-Mail an kristin@kinderberge.de seine Adressdaten übermitteln. Meldet sich ein Gewinner innerhalb dieser Frist nicht, wird der Gewinn erneut unter allen Teilnehmern verlost.
  10. Es werden alle Namen der Teilnehmer erfasst und zur Gewinnermittlung gespeichert. Alle Daten werden spätestens 10 Tage nach Ende des Gewinnspiels gelöscht. Adressdaten werden nur von den Gewinnern erfasst und nur zum Versand des Gewinnes genutzt. Es werden keine Daten an Dritte weitergeben. Den Teilnehmern stehen gesetzliche Auskunfts-, Änderungs- und Widerrufsrechte zu.

 

Chartreuse Gebirge und Cirque de St. Même

Spontan machen wir auf unserer Elternzeitreise noch eine Nacht Halt im Chartreuse Gebirge, bevor wir an die französische Küste fahren. Für sagenhafte 84€/Nacht bekommen wir eines von zwei kleinen Chalets de Pertuis, die im Garten der Besitzerin stehen. Im Kühlschrank steht Saft für uns bereit, außerdem gibt es diverse Sorten selbstgemachte Marmelade, Tees, etwas Kaffeepulver usw. Unser Häuschen sieht aus wie neu und ist liebevoll eingerichtet. Die Kinder schlafen auf Matratzen im Spitzboden. Sogar ein gut arbeitendes Klimagerät gibt es. Bei den Temperaturen absolut sinnvoll. Allerdings wollen wir gar nicht lange in der Hütte bleiben, sondern ziehen uns schnell um und hüpfen in den erfrischenden Pool.

Auch eine Tischtennisplatte gibt es und ein kleines Häuschen mit Büchern und Spielen extra für die Kinder.

Der Deutsche Alpenverein hat eine schöne Broschüre über die Region herausgebracht. Die Chartreuse ist in unseren Augen noch vergleichsweise wild und einsam.

Wasserfälle in der Chartreuse

Eigentlich könnten wir es uns noch länger gutgehen lassen an unserem Chalet, aber wir wollen ein wenig von der Umgebung sehen. Ein paar Kletterer begegnen uns auf unserem Ausflug an die Wasserfälle von St. Même, sonst sind aber vorrangig Familien aus der Umgebung unterwegs. Auf unserem Weg liegen traumhaft schöne Dörfchen mit Häusern aus Naturstein. Die Besitzerin unseres Chalets berichtet stolz, dass immer mehr Besucher kommen. Selbst aus Japan habe sie schon Gäste beherbergt. Auch in unseren Augen ist das Chartreuse Gebirge unbedingt noch einen zweiten Besuch wert. Wunderschöne Bilder, die Lust auf mehr machen, findet ihr auch bei „petitbivouac“ (Facebook und Instagram). Sie sind ebenfalls eine 6-köpfige Familie und kommen aus der Nähe von Grenoble.

Deutschland Dips – sommerlich mediterrane WM Snacks

Leckere WM Snacks

Seht ihr das? Zur Zeit ist einfach ALLES schwarz, rot, gold. Jede Bonbon- und Gummibärensorte gibt es jetzt auch in Deutschlandfarben und Kuchen und Muffins werden mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. Heute habe ich beim Einkaufen sogar einen Blumenstrauß in Deutschlandfarben gesehen. Hier wird die Weltmeisterschaft natürlich auch gefeiert. Ich bleibe allerdings, was WM Snacks angeht, lieber bei „echten Lebenmitteln“, die ich auch außerhalb der Weltmeisterschaftszeit genau so essen würde. Heute Morgen haben wir diese leckeren Deutschland Dips gefrühstückt. Reste blieben leider keine. Wenn Deutschland spielt, muss ich zur Fußballparty wohl wieder nachproduzieren. Hier kommen die drei leckeren Dip Rezepte!

Schwarz – Schwarze Olivenpaste

Dieser Dip schmeckt richtig lecker mediterran und sommerlich! Wir freuen uns auch über Tore von Spanien, oder? Kauft unbedingt Kalamata Oliven. Diese sind ganz natürlich bei der Reifung  am Baum dunkel geworden und nicht künstlich geschwärzt. Sie sind vielleicht nicht so tiefschwarz wie die gefärbten, dafür aber um ein vielfaches leckerer.

Zutaten:

  • schwarze Oliven
  • ein paar Spritzer Zitronensaft
  • eine große Knoblauchzehe (ich nehme, wenn ich ihn bekomme, immer frischen Knoblauch…den, bei dem die Hülle noch nicht getrocknet ist)
  • Salz
  • evtl. etwas Olivenöl (ich brauchte keines, weil ich Snack – Oliven gekauft habe, die schon in etwas Olivenöl eingelegt waren)
  • ein paar frische (!) Blättchen Thymian

Alles mit dem Pürierstab pürieren und final abschmecken.

Zitrone gibt den Frischekick

Rot – Ezme Paprika Dip

Diesen Dip bekommt ihr in guten türkischen Restaurants. Er schmeckt extrem frisch und leicht scharf, so dass man immer mehr nehmen möchte.

Ihr braucht:

  • 3-4 rote Spitzpaprika
  • 1-2 frische rote und grüne Chillischoten (je nach Sorte und Schärfegrad!)
  • 2 Lauchzwiebeln
  • ein paar Stängel frische Petersilie
  • 1-2 Knoblauchzehen

Hier ebenso einfach beherzt mit dem Pürierstab oder Mixer zerkleinern.

„Schatz- du siehst immer schön aus – aber am besten steht dir ein Strauß Petersilie.“

Gold – Kichererbsen Curry Dip

Und zum Schluss noch ein goldgelber Curry-Dip. Basis ist Hummus – also Kichererbsenpüree.

Was muss rein?

  • eine Dose Kichererbsen
  • Saft einer Zitrone
  • evtl. etwas Wasser
  • ein wenig Olivenöl
  • Salz
  • Curry
  • etwas Kurkuma
  • etwas Cayennepfeffer

Bitte wascht die Kichererbsen wirklich gründlich. Den Geschmack von muffigem Dosenwasser mag kein Mensch. Ansonsten natürlich gleiches Vorgehen wie oben. Ab in den Mixer oder mit dem Pürierstab arbeiten. Damit die Konsistenz stimmt, kann es sein, dass ihr außer Zitronensaft und Olivenöl auch noch etwas Wasser hinzufügen müsst.

Solltet ihr genauso gern Kichererbsen mögen wie wir, findet ihr hier noch ein orientalisch angehauchtes Hauptgericht.

Gelb, gelb, gelb sind alle meine Farben…

Fußball Party oder Fußball gucken daheim?

Diese Deutschland Dips eignen sich natürlich auch prima als Brotaufstrich z.B. auf Baguette, Fladenbrot oder Ciabatta, Ihr könnt sie mit Gemüse oder zum Grillen essen – natürlich nicht nur als WM Snacks!

Baguette mit Deutschland Dips

Wo schaut Ihr am liebsten Fußball? Public viewing? Private Fußballparty? Oder lieber daheim auf dem Sofa? Zuhause macht es natürlich auch Spaß, aber das erste Deutschland-Spiel sehen wir auf jeden Fall zusammen mit den Mannschaftskameraden des kleinen Chaoten und deren Eltern bei der Saisonabschlussfeier. Die EM haben wir teilweise auf dem Großbildschirm im Mainzer Volkspark verfolgt. Dort können die Kinder, die keine Lust haben ein komplettes Spiel zu sehen, nebenan auf dem Wasserspielplatz spielen und man hat dennoch ein Auge auf sie. Hachz! Sommer allein ist schon toll, aber Sommer und Weltmeisterschaft toppt es nochmal. Einen schönen Fußball-Sommer Euch allen!

 

 

 

 

Bergsommer – mit Kindern in die Berge

Berge oder Meer?

Wenn es um den Sommerurlaub geht, kommt jedes Mal wieder dieselbe Frage auf. Wollen wir den Sommer mit den Kindern in die Berge oder geht es ans Meer? Es ist so schwer zu entscheiden. Der Bergsommer kann einem mit Pech einige Regentage bescheren und die Frostbeulen unter uns springen auch bei strahlendem Sonnenschein nicht in jeden Bergsee. Das Meer ist, zumindest im Süden, wärmer, bietet Weite und Spaß am Strand und mit Glück gibt es den ein oder anderen Küstenort zu besuchen. Wir fahren wirklich gerne ans Meer und versuchen, es einmal im Jahr zu schaffen. Die Berge aber brauchen wir. Nirgendwo sonst finden wir so viel Ruhe. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir den Tag über still meditierend umherwandern oder in Yoga-Positionen am Berg verharren. Versucht das mal mit 4 Kindern…;) Die Umgebung gibt die Aktivität vor: Wir wandern, beobachten Tiere und Pflanzen, kraxeln, klettern und waten durch Bäche und Flüsse. Wir schalten ab und tanken Kraft.

Mit Kindern in die Berge!

Dieses Jahr werden wir vorraussichtlich wieder Meer und Berge in Angriff nehmen – aber als erstes geht es zum Runterkommen in die Berge.

Aber wie finde ich das passende Ziel?

  1. Das ganze Jahr über stöbere ich gern in Zeitschriften und Magazinen wie den Geo-Saison-Ausgaben, den Panorama Magazinen des Deutschen Alpenverereins oder dem Reisewelt Alpen Magazin. Schöne Wanderungen oder Hotelempfehlungen fotografiere ich ab und lege mir dafür einen Ordner in meinem Handy an.
  2. Gleiches geschieht mit Blogs. Ehrlich gesagt, bin ich kein regelmäßiger Blog-Leser. Gefällt mir aber ein Bild von Bloggerkollegen auf Instagram besonders gut, schaue ich natürlich, ob ich einen Artikel dazu auf dem entsprechenden Blog finden kann. Oft sind diese schon im Profil verlinkt. Meine Blogempfehlungen folgen unten.
  3. Dann schaue ich mich auf der Landkarte um. Auf Google Maps habe ich mit Routenplaner und Zwischenzieleingaben in Gedanken schon sehr viele Touren unternommen. Und wenn ein Ziel geografisch sehr interessant aussieht, schaue ich es mir auch schon einmal auf Google Earth an, um einen genaueren Eindruck zu bekommen.
  4. Gefällt mir ein Ort, hole ich mir auf der jeweiligen Internetseite Informationen. Jede Region hat meist auch eine eigene Tourismus – Seite, auf der man alles über Ausflüge, aktuelle Veranstaltungen, Liftzeiten, Restaurants, Hüttenöffnungszeiten usw. erfährt.
  5. Übernachten: Wird es konkret, beginne ich nach Unterkünften zu suchen. Neben den üblichen Seiten wie booking.com oder airbnb, empfiehlt es sich auch hier, bei der örtlichen Touristeninformation anzufragen. Diese bekommt oft Meldung über aktuell frei werdende Zimmer und hat auch Ferienwohnungen im Angebot, die nicht auf den größeren Buchungsportalen zu finden sind.

Familienreiseblogger in den Bergen

  • Thomas, Steffi und Armin von „mehr-berge.de“ beschreiben tolle Touren in Europa auf ihrem Blog und haben sogar eine eigene Kategorie „Berge mit Kindern“.
  • Ute, die auch im Reisewelt Alpen Magazin zu finden ist, schreibt auf ihrem Blog „Zwerg am Berg“ über kindgerechte Wanderungen und Mountainbiketouren. Außerdem hat sie ein eigenes Tourenbuch, das Kinder beim Wandern motivieren soll, im Angebot.
  • Steffi von „a daily travel mate“ hat Hummeln im Hintern und ist nach mehreren längeren Fernreisen zur Zeit mit ihrer Familie vor allem in der benachbarten Bergwelt von München unterwegs.
  • Antje von „mee(h)r-erleben“ schreibt über das Meer und mehr. Insbesondere in der Kategorie „Österreich“ finden sich schöne Artikel und Hotelempfehlungen für kleine und große Bergfreunde.
  • Nadine von planet hibbel hat mit ihrer Familie zuletzt das schöne Berchtesgadener Land erkundet und gibt familientaugliche Ausflugstipps.
  • Auf „Little Travel Society“ testen gleich mehrere Autoren Familienhotels und Ferienhäuser mit dem „gewissen Etwas“ und berichten dabei auch über ihre Erlebnisse in der Region allgemein. Es sind auch Unterkünfte in den Bergen dabei.
  • Jens und seine Familie von „kids-trips.com“ haben ein paar schöne Bergurlaube in Österreich verbracht.
  • Auch bei Christina von „Mrs. Berry“ findet ihr gute Anregungen für einen Bergurlaub mit Kind.
  • Und zuletzt mal was ganz anderes: Andi und Jenny von „travelisto.net“ haben mit ihren wunderschönen Aufnahmen die Bergwelt Japans in mein Blickfeld gerückt.

Habt ihr noch Tipps für einen besonders schönen Bergurlaub mit Kind? Vielleicht sogar eine tolle Idee, Berge und Meer miteinander zu verbinden?  Dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar! Ich freue mich!

 

 

Pleiten, Pech und Pannen – Reisen in der Elternzeit Part 2

Unsere Autos…

Der Mann hat eine besondere Beziehung zu Autos. Es liegt ihm im Blut. Schon sein Vater hatte zeitweise 7 Autos gleichzeitig, erzählt er. Ganz so arg ist es bei uns zwar nicht. Wir haben immer nur eines, aber dafür fahren wir es nie besonders lang. Als Kind drei geboren wurde, musste der schnittige Alfa Romeo einem noch sportlicherem, aber geräumigen 5er BMW weichen. Hier passen drei Kindersitze auf die Rückbank. Aber die Geburt von Kind vier bereitete dem Mann Kopfzerbrechen. Es schien unmöglich, ein Auto, was diesen Namen verdient hätte, mit mindestens 6 Sitzplätzen zu finden. Deshalb wurde es dieses Mal ein „Vernunftkauf“. VW Touran. Weinrot. Langweiliger geht es kaum. Aber alle passten rein und mit Dachbox sollte er uns sicher auf unseren Reisen in der Elternzeit begleiten.

Dem Ziel so nah und doch so fern

Voller Enthusiasmus machen wir uns auf den Weg nach Barcelona. Genau genommen wollen wir in die Küstenstadt Vilanova i la Geltrù – 40km hinter Barcelona. Aber 11km vor unserem Ziel bleibt der Touran bei knapp über 100000km einfach stehen. Wir rollen gerade noch auf einen Seitenstreifen zwischen unserer Fahrbahn und einer Autobahnauffahrt. Erneute Versuche, den Schlüssel in der Zündung zu drehen bleiben erfolglos. Das Auto gibt keinen Laut von sich. Leider quittiert in der Folge auch die Klimaanlage ihren Dienst und wir sitzen bei 35 Grad mit vier Kindern mitten auf der Autobahn und kommen nicht weg. Links neben uns rasen die Autos vorbei und rechts von uns fahren neue auf. Als ich vor der Reise im Discounter einen Stapel Sicherheitswesten für uns kaufte, dachte ich nicht, dass wir so bald schon davon Gebrauch machen würden.

Also Warndreieck aufstellen (Herrje, wie wird dieses Teil nochmal auseinandergeklappt?) und dem ADAC Mitarbeiter erklären, wo man genau liegengeblieben ist, während das Baby, das ohnehin schon lange keine Lust mehr auf Autofahren hat, sich die Seele aus dem Leib schreit. Nein. Der genaue Standort per Google Maps sei nicht ausreichend. Der freundliche Mitarbeiter müsse schon den genauen Autobahnkilometer wissen, der am Straßenrand auf kleinen Schildern angebracht ist. Pech nur, dass ich den aus dem Auto heraus nicht klar erkenne. Er forderte mich auf, über die Auffahrt hinter die Leitplanke zu gehen, um die Angabe auf dem Schild vorzulesen. Seid ihr schonmal zu Fuß quer über den Beschleunigungsstreifen der Autobahn gelaufen? Das ist wirklich eine Art Nervenkitzel, den ich nicht wieder brauche. Drei endlos scheinende Stunden später kommt endlich der Abschleppwagen. Und weil das bestellte Großraumtaxi dann doch nicht ausreichend Plätze für alle hat, hilft der Schlepper auch im Personentransport aus.

Wenn nicht nur das Auto streikt

Nassgeschwitzt und erledigt kommen wir alle in unserem nächsten Bungalow im Vilanova Park an. Es ist Samstag Abend. Wir haben einen Privatparkplatz neben der Hütte, informiert man uns. Vielen Dank – das wäre sehr praktisch, wenn man ein funktionierendes Auto hätte. Wir lassen es dann doch lieber am Eingang abstellen, bis am Montag die Werkstatt aufmacht. Der Start in den Teil Urlaub, der eigentlich der Höhepunkt unserer Reise sein sollte, hätte deutlich entspannter ausfallen können. Aber nicht nur wir sind gestresst. Offenbar liegen bei dem sonst so ausgeglichenen Babymann die Nerven blank. Schon im Auto will er partout nicht gestillt werden. Wasser und Fruchtbrei nimmt er, aber am Abend wird es kritisch. Er hat wirklich Hunger, tut aber so, als hätte er noch nie Muttermilch getrunken. Er stößt mich weg, aber weint verzweifelt. „Stillstreik“. Vielleicht hat sich durch den Stress der Geruch und/oder Geschmack ’seiner Brust‘ verändert. Inzwischen habe ich eine Oberweite wie Pamela Anderson. Manchmal hat der Mann richtig gute Ideen: Es ist etwas umständlich, aber der kleine Streiker trinkt eine ordentliche Portion Muttermilch aus dem Glas und schläft endlich entspannt ein. Zum Glück klappt das Trinken an der Brust in der Nacht wieder und am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei.

Stillstreik

Behörde de luxe

Am Montag informiert uns die Werkstatt, dass unser Auto einen Motorschaden habe und eine Reparatur mindestens 10 Tage in Anspruch nehmen würde. Beinahe ein wirtschaftlicher Totalschaden. Nach ausführlichen und ungestörten Telefonaten mit dem ADAC (Kinderbühnenprogramm sei Dank) ist klar: unser Auto gilt knapp nicht als Totalschaden und wird nach Hause transportiert. Wir dürfen die Heimreise per Flugzeug antreten. Über den ADAC kann man natürlich geteilter Meinung sein. In diesem Moment sind wir aber heilfroh, dass alles für uns organisiert wird. Sogar das Buchen der Flüge wird übernommen. Allerdings brauchen die freundlichen Mitarbeiter alle unsere Ausweisnummern. Moment mal…alle? Tatsächlich hatten wir für den Minimenschen noch keinen Reisepass beantragt. Auf der Autoreise war es dank offener Grenzen nicht aufgefallen, aber den Flug dürfen wir definitiv nur antreten, wenn auch das jüngste Familienmitglied einen Pass besitzt. Immerhin hatte ich für den Fall der Fälle eine Geburtsurkunde eingepackt. So kamen wir in den Genuss einer der besten Aussichtspunkte der Stadt.

Das Deutsche Generalkonsulat liegt direkt am Strand und einen Blick wie von dort oben – 32. Stock – muss man anderenorts teuer bezahlen. Was für ein genialer Arbeitsplatz für einen deutschen Beamten. Ich habe das Gefühl, die Mitarbeiter wissen ihre priviligierte Lage zu schätzen und machen, ganz behördenuntypisch, einen sehr entspannten Eindruck. Uns wird schnell weitergeholfen. Der erste Reisepass – ausgestellt in Barcelona. Wenn das nichts Besondereres ist!

Haste Sch… am Schuh… haste Sch… am Schuh

Ein seltsames Gefühl, eine Strecke, für die wir uns auf der Hinfahrt drei Wochen Zeit genommen haben, in 2,5 Stunden Flugzeit zurückzureisen. Für den Rückweg hatten wir uns eigentlich noch die katalanischen Pyrenäen, Carcassonne und Montpellier vorgenommen. Dies alles musste leider ausfallen. Um Mitternacht kommen wir mit den Kindern in Deutschland an. Trotz zeitiger Anmeldung, will uns kein Taxiunternehmen mitnehmen. Versucht das einfach mal aus Spaß am Telefon: arabischen Nachnamen nennen, sagen, dass ihr vier Kinder und Gepäck habt und nur 4 km fahren wollt. Also sitzen wir mit Sack und Pack mit völlig erledigten Kindern im öffentlichen Nahverkehr unter kritischen Blicken der anderen Fahrgäste (Kinder nach 20 Uhr auf offener Straße…tstststs…). Vier Tage später brechen wir nach Österreich auf. Bereits im Voraus gebucht waren vier Tage Tirol mit dem Rest der Familie. Für diese Fahrt holen wir uns einen Mietwagen. Einen makellosen und fast neuen BMW. Man muss auch mal Glück haben.

Heiterwanger See

Denkste…nach einem Ausflug an den Heiterwanger See ist eine Beule in der Seitentür des Wagens und ein Reifen beschädigt. Zum Glück können wir den Reifen noch aufbereiten lassen, so dass er für die Rückfahrt am nächsten Tag fahrbereit ist. Aber als wäre das nicht genug an Pleiten und Pannen für unseren Elternzeiturlaub, hagelt es auf dem Rückweg, wie ich es noch nie erlebt habe. Auf der Autobahn kann man maximal 30km/h fahren und Hagelkörner, so groß wie Tischtennisbälle knallen als effektvolles Finale auf unseren Leihwagen. Wir geben ein vollkommen demoliertes Auto wieder ab.

Realitätscheck

Bei all dem Autopech habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass wir sowohl in Frankreich als auch in Österreich jeweils einen Tag im örtlichen Krankenhaus zugebracht haben. Zum Glück war niemand ernsthaft krank oder verletzt.

Man könnte aber durchaus den Eindruck gewinnen, dass unser Elternzeiturlaub ein richtiger Reinfall war. Das Gegenteil ist der Fall! Immer noch zehren wir von den Erinnerungen. Wir versuchten, die Dinge gelassen anzugehen und so viel vom Urlaub zu genießen, wie irgendwie möglich. Natürlich hat uns das kaputte Auto Sorgen gemacht, aber manchmal hilft ein kleiner Realitätscheck. Ist jemand ensthaft zu Schaden gekommen? Nein. Es ist ein Haufen Blech und einige verlorenen Scheine, aber wir werden die Sache überleben. Außerdem haben wir tolle Orte gesehen und gerade dadurch jede Menge unglaublich netter Menschen getroffen. Fremde Menschen, die uns in ihrem Privatauto von der Werkstatt bis zum Campingplatz fahren wollten und andere, die uns mit Händen und Füßen den Weg zur nächsten Bushaltestelle zeigten, um uns dann lieber doch den ganzen Weg persönlich zu begleiten. Selten sind wir so vielen offenen und hilfbereiten Menschen begegnet.

 

 

 

 

 

 

 

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Elternzeitreise – der Weg ist das Ziel

Reisen in der Elternzeit

Bei der Geburt unserer Töchter steckten wir beide noch im Studium. Natürlich hatten wir damals viel gemeinsame Zeit mit den Mädels, aber so richtig nach Elternzeit fühlt es sich nicht an, wenn man nach einer schlaflosen Nacht hofft, dass das Baby wenigstens die Vorlesung durchschlafen möge. Als der dritte kleine Chaot kam, war der Job noch frisch und an Vätermonate kaum zu denken. Hätten wir schon bei Kind 1 oder 2 richtig Elternzeit nehmen können, wären wir vielleicht auch mit dem Baby im Rucksack nach Thailand, Bali o.Ä. gereist. Betrachtet man z.B. Instagram, entsteht der Eindruck, dass mindestens die Hälfte aller deutschen Erstlingseltern mit Baby an irgendwelchen Traumstränden Elternzeiturlaub macht. Und das ist genau richtig so. Der erste Urlaub mit Baby ist zwar aufregend und viele Dinge erscheinen kompliziert, aber wann sonst hat man die Möglichkeit, zusammen als Familie für eine längere Dauer eine richtige Auszeit zu nehmen und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen? Unseren Weg sowie die wichtigsten Infos zum Thema Elternzeit und Reisen während der Elternzeit habe ich unten für euch zusammengefasst.

Entspanntes Strandbaby

Wohin reisen in der Elternzeit?

Bei Kind 4 wollten wir es endlich schaffen. Kaum war der Antrag raus, begannen die Überlegungen: Für uns stand fest, dass wir raus mussten. Zu schnell verfliegt die Zeit, wenn man sich zu Hause mit den Dingen des Alltags aufhält. Wenn auch nicht Bali, so wollten wir doch wenigstens für vier Wochen am Stück einen kleinen Roadtrip unternehmen. Der komplette Juli stand uns zum gemeinsamen Reisen zur Verfügung. Überraschend schnell kamen wir zu einer Entscheidung, denn aus Kinderreihen rief es sofort: „Barcelona!“

Echt jetzt? In die Großstadt? Mit vier Kindern…?

Unser damals noch 4-jähriger hat eine ganz genaue Vorstellung von seinem Wunschreiseziel. Nach Barcelona – „su’n Stadion (mit scharfem ’s‘ gesprochen) – wo Messi spielt.“ Auch unsere große Fußballerin argumentiert leidenschaftlich dafür. Es gehe ihr dort ja auch nicht nur um Fußball. Sie habe gehört, dass es richtig coole und bunte Häuser gebe und das Meer wäre ja auch noch da. So ist auch die wenig fußballbegeisterte, aber dafür kunstinterressierte, kleine Schwester schnell überzeugt. Bei so viel Einheit wollen wir Eltern natürlich nicht im Wege stehen. Unsere elterliche Ergänzung zum Plan sieht vor, dass wir nicht direkt in der City übernachten, sondern etwas außerhalb der Stadt – in Vilanova il a Geltrù am Meer.

Der Weg ist das Ziel

Wir beschließen, auch wenn es sehr günstige Flugangebote nach Barcelona gibt, nicht einfach in 2.5 Stunden hinzufliegen, sondern den Weg als Teil unserer Reise zu erleben. Daher fahren wir auch nicht direkt über Lyon. Es zieht uns zum Runterkommen in die Berge. Unsere erste Station ist der Mont Blanc. Wir übernachten in einem traumhaft schön gelegenen Chalet in Passy Mont Blanc und haben tolle Erlebnisse in Chamonix. Besser kann die Reise kaum beginnen. Spontan machen wir auf dem Weg eine Nacht Halt im Chartreuse Gebirge und besuchen die Wasserfälle Cirque de St. Même. Nach einem kurzen Abstecher nach Grenoble, fahren wir weiter an die Küste. In Sérignan bleiben wir eine Woche lang in einem Bungalow des Campingplatzes Le Mas des Lavandes. Eigentlich gibt es hier nichts zu bemängeln, außer dass er etwas strandnäher sein könnte. Der Bungalow ist wie neu, das Campingplatzgelände nicht zu riesig, die Poolanlage luxuriös, es gibt einen großen Sportplatz usw. Trotzdem bemerken wir: Camping ist selbst mit festem Dach über dem Kopf nicht wirklich unser Ding. Zu sehr wird man dazu verleitet, keinen Schritt aus dem Mikrokosmos Campingplatz zu machen. Für viele mag das genau der Weg zur Entspannung sein. Ich persönlich finde es eher frustrierend, wenn man kaum einen Ausflug unternimmt, weil Animationsprogramm xy gerade stattfindet. „Zum Glück“ kamen wir bei unserem nächsten Camping-Domizil in Vilanova il a Geltrù gar nicht erst in Versuchung. Mehr dazu und warum wir unsere Pläne für einen Rückweg über die Pyrenäen, Montpellier und Österreich über Bord werfen mussten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Wie funktioniert Elternzeit und Elterngeld?

In Deutschland ist es üblich, dass ein Elternteil ab der Geburt des Kindes die Berufstätigkeit unterbricht und in dieser Zeit Elterngeld erhält. Das Basiselterngeld entspricht rund zwei Drittel des Vorjahreseinkommens (mind.aber 300€ und max.1800€). Wenn beide Eltern vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch machen (Partnermonate), kommen so 14 Monate Elterngeld zusammen. Alleinerziehende können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld allein in Anspruch nehmen.

Aufteilung der Elternzeit

Die häufigste Aufteilung der Elternzeit ist sicher ein 12- monatige Berufspause der Mutter plus zweimonatige Elternzeit für den Vater. Dabei können die Vätermonate gleichzeitig gelegt werden. Auf diese Weise kann z.B. eine gemeinsame Reise mit bis zu acht Wochen unternommen werden.
Mütter und Väter können ihre Elternzeit natürlich beliebig aufteilen. Schließlich ist zu bedenken, ob Vätermonate in dieser klassischen Form der Aufteilung wirklich zu mehr Gleichberechtigung führen. In unserem Fall bot sich eine einmonatige Elternzeitreise an. Der zweite Vatermonat sollte mir den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern. So übernahm der Mann die Eingewöhnung in der Krippe und hat für einen Monat den Haushalt geschmissen. Man könnte es „Hausmann im Praktikum“ nennen. Auch diese Zeit war unheimlich wertvoll und gibt uns langfristig zu denken, ob es nicht möglich wäre, auch dauerhaft mehr gemeinsame Zeit zu haben. Wir geben ein ziemlich gutes Team ab.

Vorteile einer Elternzeitreise

Elternzeitreise mit Baby in der Trage

Vielleicht sorgt ihr euch darum, dass eine Reise in der Elternzeit für euch oder euer Baby zu anstrengend werden könnte. Vielleicht sind es aber auch Worte wohlmeinender Freunde oder Verwandter, die euch verunsichern. Macht euch nicht verrückt. Es gibt eine Menge praktischer Vorteile, die für einen längeren Urlaub mit Baby sprechen. Zuhause läuft man Gefahr, liegengebliebene Arbeiten zu erledigen. Die Steuer steht an, der Garten braucht Aufmerksamkeit und wollten wir nicht schon immer das Treppenhaus renovieren, ein Carport bauen usw.? Im Urlaub hat die neue oder größer gewordene Familie richtig Zeit, zusammenzuwachsen. Darüber hinaus fällt für Babys und Kleinkinder bis 2 Jahre, solange sie auf dem Schoß der Eltern reisen, nur ein geringer Aufpreis auf Flugtickets an. Auch im Hotel schlafen die Kleinen meist kostenlos im Eltern- oder Beistellbett. Außerdem sind die meißten Babys zufrieden, wenn sie nah bei den Eltern in der Trage oder auf dem Arm sein können und verschlafen einen Großteil des Tages. Es ist in der Regel anspruchsvoller, ein Kind im Kindergarten- oder Schulalter bei Laune zu halten. Dennoch gilt natürlich, dass das Reisen mit Baby um ein Vielfaches flexibler gehalten werden muss, als man es sonst täte. Ihr solltet keinen straffen Zeitplan verfolgen wollen. Besser ist es, die Reise entspannt anzugehen und für alles ausreichend Zeit einzuplanen. Es ist schön, z.B. bei einer Still- oder Strampelpause, an Orten innezuhalten und die Umgebung aufzunehmen. Auch kommt man durch ein Baby sehr schnell in Kontakt mit anderen Menschen. Das Allerschönste sind die gemeinsamen Erlebnisse, von denen man noch Jahre später zehrt. So werden wir z.B. unserem Minimann wahrscheinlich bei jeder noch kommenden Reise die Geschichte erzählen müssen, warum sein erster Reisepass in Barcelona ausgestellt wurde.

Auf die Berge und runterkommen

Wandern mit Kindern zur Viehausalm

Runterkommen im Großarltal

Nach unserer Unterkunft in luftiger Höhe im Berghotel Rudolfshütte führte uns unser Weg im Nationalpark Hohe Tauern in Österreich in das Bergsteigerdörfchen Hüttschlag, das auf auf 1020m und ca.8km von Großarl entfernt liegt. Was wir mit Kindern im Großarltal unternommen haben und warum es für uns ein perfekter Ort zum Runterkommen ist, könnt ihr in diesem Blogbeitrag lesen.

Das Wasser ist türkisblau und eiskalt

Bergsteigerdorf Hüttschlag

Ein Drittel der kleinen Gemeinde Hüttschlag liegt im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark der Alpen. Hier ticken die Uhren spürbar langsamer. Unser erster Ausflug führt uns zum Talschluss, wir wandern am Kreealmwasserfall vorbei, halten am Wildgehege, bestaunen die Fliegenfischer, die am Fluss neben der Wegstrecke angeln, machen Picknick am flachen Wasser und frieren uns im Kneipp Pfad bei eisigen Wassertemperaturen fast die Füße ab. Kaum wärmer ist der Naturpool an unserem Appartment, aber die Kinder stürzen sich trotzdem wagemutig ins kühle Nass. Vom Pool aus beobachten wir, wie Vater und Sohn die Wiese am steilen Hang mit der Sense mähen und überall duftet es nach Wildkräutern.

Großarl: Wandern mit Kindern zur Viehausalm

Unsere zweite Wanderung beginnt am Himmelsknoten, einem Holzdenkmal der ortsansässigen Pfadfindergilde. Hier können wir parken. Ein Forstweg führt zur zur Mooslehenalm. Weiter geht es zur Igltalalm und zur Viehhausalm. Diese Wanderung ist besonders gut für Kinder geeignet. Selbst für kleinere Kinder dürfte die Strecke gut zu bewältigen sein. Die Wege sind so breit, dass man sie selbst mit einem geländetauglichen Kinderwagen nehmen könnte. Wir lassen die Igeltalalm (Niggeltalalm) hinter uns, obwohl sie mit dem Wasserrad am Bächlein vor der Hütte einladend aussieht. Sie soll mit Spielplatz und vielen Tieren auf dem Hof ein wahres Kinderparadies sein. Da wir aber noch nicht lang gewandert sind, machen wir hier keine Rast.

Wandern mit Kindern im Großarltal

Wir wandern weiter zur Viehhausalm, wo sich ein wunderschöner Blick aufs Großarltal auftut.

Blick auf das Großarltal

Die Alm hat tolle Sonnenplätze mit Blick über das Tal und wir genießen hausgemachte Kuchen und Suppe. Auch deftige Brotzeitplatten bekommt man hier natürlich.

Eltern Wellness

An der Alm gibt es eine Gamsbock-Schaukel und einen Kletterbaum. Außerdem grasen Kühe und kleine Ziegen rund um die Alm. Sogar kleine Hasen gibt es zu bestaunen. Das besondere Highlight ist aber ein kleiner Teich, in dem jede Menge Kaulquappen zu beobachten sind.

Wir konnten den Forscherkindern ganz entspannt aus den Hängematten zusehen.

Runterkommen in den Bergen

Das ist, was ich unter Wellness verstehe. Erst in solchen Momenten wird uns klar, wieviel Lärm und Hektik uns sonst umgibt. Außer den Stimmen unserer Kinder aus der Ferne, ein paar Kuhglocken und Vogelgezwitscher hören wir gar nichts und lassen uns die Sonne auf die Nasen scheinen. Der Abstieg erfolgt entweder am Wanderweg oder über den Forstweg zur Mooslehenalm. Schließlich gelangt man wieder zum Himmelsknoten.

Action mit Kindern im Großarltal

Nun klappt es ohnehin nicht, dass wir stunden- oder gar tagelang mit friedlich spielenden Kindern tiefenentspannt auf dem Berg sitzen. Manchmal muss eben auch etwas Action her.

Geisterberg St. Johann

Wer es nach so viel Ruhe etwas quirliger und animierter mag, kann in St. Johann im Pongau den Freizeit- und Erlebnispark Geisterberg auf 1800m besuchen. Die Alpengeister Gspensti und Gspuki führen die kleinen Besucher durch über 40 Spiel- und Erlebnisstationen. Es gibt Riesenschaukeln, Vogelnester, Kletterdrachen, Rutschen, Wippen, Wasserspiele, Klettertürme und ein Floß, mit dem man sich über einen Teich ziehen kann. An den einzelnen Stationen können die Kinder Sticker auf eine Sammelkarte kleben, die am Ende gegen ein kleines Geschenk eingetauscht wird. Letztlich ist es wahrscheinlich Typsache, wieviel Unterhaltung man am Berg benötigt. Kinder, die das Laufen sonst nicht gewohnt sind, langweilen sich hier sicher nicht. Wir alle waren uns am Ende des Tages jedoch einig, dass wir zwar einen schönen Tag hatten, die Berge für uns aber auch ohne zusätzliches Erlebnisprogramm spannend genug sind.

Rucki-Zucki’s-Gaudi-Alm

Was klingt wie eine Après-Ski-Bar wurde zu einem unserer Lieblingsplätze im Großarltal. Das 4500 qm große Freizeitareal bietet einen Wasserspielbereich, Mini-Holz-Almhütten als Spielhäuser, ein kleiner Zoo mit Ziegen und Hühnern, eine GoKart-Bahn, ein Kristallbergwerk mit Geheimgängen, Höhlen und Schätzen und einen Bergsee mit Floß-Seilfähre. Direkt neben dem Spielbereich liegen Fußball- und Beachvolleyballfelder, Tennisplätze und ein Minigolfplatz. An den Sportbereich schließen sich das öffentliche Freibad und ein kleines Restaurant an, in dem man gut Pizza (auch zum Mitnehmen) essen kann. Ab dem späten Nachmittag finden sich an den Sportfeldern wirklich immer ein paar Mitspieler. Wem hier langweilig ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Noch Wochen später hat unser damals 3- jähriger nach dem „Rucki-Zucki-Altenheim“ bzw. dem „Rucki-Zucki-Aldi-Heim“ gefragt ;). Aber im Ernst: Gäbe in unserer Nähe eine derart vielfältige Freizeitanlage, würde uns das so manche Diskussion ersparen.

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Weitere Informationen über die Regionen (Großarltal, Zell am See / Kaprun, Nationalpark Hohe Tauern u.v.m.) bekommt ihr auf der Seite des Salzburger Landes. Wie wir nach dieser sonnigen Woche auch schöne Regentage in Kaprun bei Zell am See verbracht haben, könnt ihr hier nachlesen.