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Paris mit Kindern

Städtetrips mit vier Kindern

Städtereisen sind meist keine Erholungsurlaube. Erst recht nicht mit Kindern. Und trotzdem waren wir mit zwei Kindern in London, mit dreien in Prag und Berlin und mit vieren in Barcelona. Berlin und Barcelona waren sogar ausdrücklich ihr Wunsch und auch Paris war eine fixe Idee der Mädels. Aus unseren vorherigen Urlauben kennen sie schon ein paar Ecken in Frankreich, aber Hauptstädte sind natürlich besonders interessant. Vor allem der Eiffelturm hatte es ihnen angetan.

Erlebnisse schenken

Über Weihnachten sollte es für uns mit der ganzen Familie ins Warme gehen. Aber wie es so ist, wenn sich eine größere Gruppe versucht, auf einen Termin zu einigen, verstreicht Zeit. In unserem Fall so viel, dass es schlichtweg keine bezahlbaren Flüge mehr gab. Für die Kinder kein Problem. Warme und sonnige Weihnachten geht für sie einfach nicht zusammen. Warum müssen Kinder eigentlich so fürchterliche Traditionalisten sein? Immerhin hatten die Großen, außer, dass sie unbedingt bei Mistwetter zu Hause bleiben wollten, keine Weihnachtswünsche. Wir entschlossen uns, ihnen ein Erlebnis zu schenken. Der Vorschlag “Paris inklusive Disneyland” kam tatsächlich von dem Mann, der Freizeitparks sogar noch weniger leiden kann als ich. Und um es vorweg zu nehmen: Wir hatten alle eine tolle Zeit und trotz (und vielleicht gerade wegen) aller Kinder im Schlepptau ein paar echt romantische Momente.

Tipp 1 #Anreise

Nach Paris gibt es tolle Bahnverbindungen. Ab Frankfurt kann man mit ICE und TGV Paris schon in unter 4 Stunden erreichen. Die Bahn wirbt mit Paris Spezial Angeboten ab 39€. Auch L’turs hat oft supergute, Last-Minute-Bahnangebote. Leider haben wir keines mehr bekommen können. Nachdem wir mit zwei kleinen Mädchen einmal eine sehr entspannte Bahnfahrt nach London hatten, würden wir diese Art zu reisen für Städtetrips jedem anderen Transportmittel vorziehen. Will man ins Disneyland reisen und dieses mit einem City-Trip verbinden, muss man wissen, dass der Park nicht in Paris direkt, sondern im 25 km östlich gelegenen Marne-la-Vallée liegt. Der Bahnhof vor Ort ist direkt im Disneyland Resort. Wer dort aussteigt, ist näher am Haupteingang als die nächsten mit dem Auto erreichbaren Parkplätze. Wer dennoch mit dem Auto anreist, den kostet es außer Benzinkosten und Mautgebühren auch noch einige Nerven. Erst auf dem Hinweg fanden wir heraus, dass Paris seine eigenen Umweltplaketten hat. Die Crit’Air kann 3-5 Wochen vor der Reise ausschließlich online bestellt werden. Seit dem 1. Juli 2017 ist von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 20 Uhr die Einfahrt für Fahrzeuge mit einer CritAir-Plakette 5 oder höher verboten. Wir hätten bei unserer Anreise am Sonntag problemlos einfahren dürfen, wären aber Gefahr gelaufen, bei der Ausfahrt am Montag Nachmittag ohne Vignette erwischt zu werden. Schade um unseren günstigen und komfortablen Parkplatz direkt am Hotel. Wir verfuhren uns unter lautem Fluchen etliche Male, mussten von dort aus mit der Metro ins Zentrum fahren. Bezahlt haben wir schließlich mehr als das Doppelte. Aber immerhin waren wir gesetzestreu… 😉

Tipp 2 #Unterkunft

Da wir nur eine Nacht in Paris verbringen wollten, war es uns wichtig, möglichst zentral unterzukommen. Ein kinderfreundliches Hotel mit ausreichend großen Zimmern für 6 Personen zu finden ist eine echte Herausforderung. Überall. Aber wir hatten Glück. Die noch neue Yooma Urban Lodge (seit März 2017) liegt nur 1,5 km vom Eiffelturm an der Seine und bietet 106 Zimmer für 2,4,5 und 6 Personen. Das Hotel empfängt seine Gäste in einer großzügigen und modernen Lobby.

Die Zimmer sind mit Stockbetten ausgestattet. Durch Schiebetüren kann sich jeder in seiner Schlafkoje, auch Pod genannt, zurückziehen. In jedem Stockwerk gibt es Babyräume, in denen Babybadewaschbecken, Duschen und Möglichkeiten zum Wickeln und Milch wärmen bereitstehen. Wir haben dieses Extra nicht benötigt, aber es ist natürlich ein toller Service. Luxushotel oder Jugendherberge? Das Yooma scheint sich da nicht entscheiden zu wollen. Muss es auch nicht.  Uns hat es gut gefallen. Die warme Küche haben wir leider nicht getestet. Sie schien vielversprechend. Das Hotel bietet auch Kochkurse und auf dem Dach werden eigene Kräuter und Gemüse angebaut. Urban Gardening mit Aussicht auf den Eiffeltum. Eine tolle und kreative Sache! Für uns gab es ein bequemes Doppelbett mit Blick auf das Wahnsinns Panoramafenster, das sich über die volle Länge des Raumes erstreckte. Ich Maulwurf habe am Abend noch eine Weile mit Brille im Bett gelegen, um die Lichter der Stadt zu genießen.

Tipp 3 #Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Auto möchte kein Mensch in Paris unterwegs sein. Der Verkehr ist wirklich so chaotisch wie der Ruf es voraussagt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man hingegen überall gut hin. Die Metroverbindungen sind übersichtlich und das Personal sehr hilfsbereit. Wer nach Paris reist, sollte sich im Voraus überlegen, wie oft er ungefähr die Metro nutzen wird. In unserem Fall lohnte sich das Touristenticket “Paris Visite“, mit dem man je nach Tarif 1-3 Tage unbegrenzt fahren kann, nicht. Hop-In-Hop-Off-Busse bieten Kombinationsangebote mit Museumsbesuchen. Jedoch sollte man auch hier genau vergleichen, ob das vermeintliche Super-Angebot wirklich so günstig ist.

Hop in Hop Off Bus an der Champs-Elysée

Freien Eintritt in einige Museen wie den Louvre z.B. gibt es an jedem ersten Sonntag des Monats ohnehin. Auch Personen unter 26 sind häufig gratis. Eine ehrliche Metro-Mitarbeiterin empfahl uns, stattdessen 10er Tickets für die Metro (Carnets) zu kaufen. Für 2 Tage hätte das Paris Visite Touristenticket 21,50€ pro Person gekostet. Ab 11 Jahren zahlen Kinder bereits den vollen Preis. Um auch nur annähernd an den Preis heranzukommen, hätten wir den gesamten Tag Metro fahren müssen. Die Carnets kosten 18€ für Erwachsene und 8,50€ für Kinder. Während unserer ersten Metrofahrt, vom Parkhaus zum Hotel, kam ein Straßenmusiker mit Akkordeon ins Abteil und ich denke noch: “Ach komm schon…dieser ‘Fabelhafte Welt der Amélie’- Kitsch…” und dann blitzt bei einem kurzen Streckenabschnitt der Eiffelturm zwischen den Häuserblöcken hervor und ‘zack’, hat es einen doch erwischt.

In der Metro sollte man mit Baby unbedingt auf eine Trage zurückgreifen. Die vielen Stufen dürften mit Kinderwagen nur schwer zu bewältigen sein. Familien mit Kleinkindern, die noch nicht gut zu Fuß sind, aber zu schwer für die Trage, können auf die Busse des öffentlichen Nahverkehrs ausweichen. Dies dauert unter Umständen etwas länger, aber man sieht immerhin unterwegs etwas von der Stadt und hat keine Treppen zu überwinden.

Tipp 4 #Sehenswürdigkeiten für Kinder

Paris gehört mit Sicherheit zu den Städten mit der größten Dichte an markanten Sehenwürdigkeiten. Wir kaufen den Kindern im Vorfeld einer Reise gerne Kinderreiseführer und besprechen dann gemeinsam, was wir gerne sehen möchten. Ganz oben auf der Wunschliste, noch vor dem Disneyland, stand der Wunsch, einmal auf den Eiffelturm zu stehen. Nein. Es genüge nicht, ihn von unten anzusehen. Am Fuße des Eiffelturms angekommen, stellen die Kinder fest, dass der Turm um einiges höher ist, als sein kleiner Bruder, den sie einmal in Prag bestiegen haben. Der Höhenangst geplagte Mann wartet mit dem Baby unten und ich passiere mit drei Musketieren ohne Wartezeit die Sicherheitsschranken. Im Sommer muss man hier mitunter mehrere Stunden anstehen. Im Aufzug bekommen wir wackelige Knie, aber oben angekommen, ist die Plattfom fest und breit genug und das Panorama der Stadt bei Nacht ist wirklich beeindruckend.

Der Eiffelturm wurde 1887 bis 1889 erbaut, ist 324m hoch und als Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution errichtet. Der Aussichtsturm Petřín  befindet sich auf dem Petřín-Hügel in Prag. Der 63,5 Meter hohe Turm wurde anlässlich der Industrieausstellung 1891 als verkleinerter Nachbau des Pariser Eiffelturms eröffnet.

Spaziergang vom Arc de Triomphe zum Place de la Concorde

Am nächsten Tag bummeln wir vom Arc de Triomphe aus über die nahezu menschenleere Champs-Elysée bis hin zum Place de la Concorde. Ich und Kind 2 singen leise: “Aux Champs-Elysée, aux Champs-Elysée….Il y a tous que vou voulez aux Champs-Elysées.” (Es gibt alles, was ihr wollt auf der Champs-Elysée). Kind 1 schimpft mit uns. Zu peinlich. Wahrscheinlich hat sie Recht. Aber es stimmt. Es ist für jedes Interesse und für jeden Geldbeutel etwas dabei. Chanel, Vuitton, Petit Bâteau, H&M, Zara…Neben diversen Kleidungs- und Accessoire-Geschäften gibt es auch zahlreiche Parfumerien, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte. Die kleinen und großen Männer der Familie interessierten sich besonders für die Automobilhersteller. Wer etwas auf sich hält, ist mit einem Store auf der Champs-Elysée vertreten.

Sacré Coeur und Montmartre

Meine Liste an Dingen, die ich in Paris noch sehen möchte, ist lang. Dennoch wollten wir den sonnigen Rest des Nachmitags lieber entspannt angehen und uns nicht zu viel Programm aufladen. Eigentlich wäre ich gern etwas im Marais bummeln und Falafel essen gegangen, aber wir entschieden uns schließlich für den Stadtteil mit der schönsten Sicht. Montmartre ist der Name des Hügels nördlich von Paris und eines dort gelegenen früheren Dorfes. Das Dorf Montmartre war im 19. Jahrhundert eine Künstlerhochburg und beliebtes Ausflugsziel. Heute ziehen die Künstler, die auf dem Place du Tertre ihre Arbeiten ausstellen und Portraits zeichnen, hauptsächlich Touristen an. Man kann mit dem Metroticket die Seilbahn in 1,5 Minuten zur Sacré Cœur de Montmartre bequem hochfahren. Wir entschieden uns jedoch, die Treppen zu nehmen. Diese sind schneller bewältigt als man denkt und die Aussicht belohnt die Mühe absolut.

Der Blick über die Stadt ist einfach grandios. Wir sehen den Künstlern bei der Arbeit zu und kommen ins Gespräch. Nur wenige von ihnen werden sich eine Wohnung im teuren Montmartre leisten können.

Nachdem wir uns die Sacré Cœur auf Wunsch unseres Fünfjährigen auch von Innen angesehen haben, setzen wir uns auf die Stufen, hören dem Straßenmusiker zu und genießen die Sonne. Die Kinder spielen Fußball auf dem Platz vor der strahlend weißen Kirche und fotografieren. Dann kniet sich der Sänger neben mich und singt dem Minimenschen, der gerade in der Trage auf meinem Rücken aufgewacht ist, ein Lied mit einer Stimme, die mich komplett umgehauen hat. Ich bin wirklich nicht nah am Wasser gebaut, aber in dem Moment musste ich schon ein paar Tränchen verdrücken (Sollte zufällig einer der Menschen, die filmend um uns herum standen, dies lesen und wissen, welches Lied das war – bitte melden! Es gibt sehr viele französische Lieder über Mütter. Das Richtige habe ich noch nicht finden können.).

Mal ehrlich, wenn es mit vier Kindern im Schlepptau in der Großstadt immer noch romantische Momente gibt, dann muss was dran sein an der “Stadt der Liebe”.

#Tipp 5 Blog-Empfehlungen

  1. Antje von mee(h)r-erleben.de ist entspannt mit der Bahn gefahren und verrät ihre besten Tipps für Paris mit Kindern.
  2. Auch die ehemalige EF-Chefreakteurin (und heutige Herausgeberin der Zeitschrift) Marie-Luise Lewicki findet, man kann Kinder gar nicht früh genug an die schönste Stadt der Welt gewöhnen.
  3. Sophie vom Blog Berlin Freckles war ebenfalls im Winter in Paris und gibt 5 Gründe, Paris mit Kindern im Winter zu entdecken.
  4. Wer Französisch spricht, findet auf dem Pariser Familienblog “Mon Macadam” tolle und aktuelle Infos zu Unternehmungen, Shopping, familienfreundlichen Restaurants und Cafés.

 

Granola – Weihnachtliches Knuspermüsli

Last minute Geschenkidee aus der Küche

Alle Jahre wieder spielen die Kinder gerne Weihnachtswichtel und bedenken Nachbarn, Freunde, Erzieher, Lehrer, Trainer, Klavierlehrer usw. mit selbst gebackenen Plätzchen. Einerseits ist es schon ein liebgewonnener Brauch geworden, andererseits macht es auch eine ganze Menge Arbeit und Stress, den man in der Vorweihnachtszeit so gar nicht gebrauchen kann. Komisch. Auch mit steigender Anzahl helfender Kinderhände geht das Backen nicht schneller. 😉 Ehrlich gesagt…an Weihnachten haben doch die meisten ohnehin nicht mehr so richtig Lust auf Plätzchen. Deshalb an dieser Stelle eine super unkomplizierte und leckerere last minute Geschenkidee aus der Küche. Granola. Das Wort steht nicht einmal im Duden.

Knuspermüsli selber machen

In Knuspermüslis aus dem Supermarkt sind meist viele günstige und für ein Müsli fragwürdige Zutaten wie Palmöl, Glukosesirup, weißer Zucker und Weizenmehl enthalten. Noch dazu schmecken sie oft recht staubig und langweilig. Bei einem großen Online-Anbieter für selbst zusammengestelltes Müsli habe ich, aus Hoffnung, etwas Besseres zu erhalten, auch schon bestellt. Bekommen habe ich meine persönliche Mischung mit Schokoladenherzchen, die schmeckten wie aus dem Adventskalender von vor 5 Jahren. Eine besondere Beigabe war ein Cornflake aus Beton (ehrlich wahr!). Lieber weiß ich ganz genau, was drin ist.

Granola ist frei von Kristallzucker, im Ofen gebacken und unterscheidet sich bedeutend von der Industrievariante. Statt zusammengeklebter Zucker-Mehl-Flocken-Brocken ist jedes Korn und jeder Kern knusprig und mit einem Hauch von Honig oder Sirup überzogen

Grundzutaten sind:

  • Haferflocken (ich nehme kernige und blütenzarte gemischt)
  • Kokosöl
  • Honig und/oder Ahornsirup

Was sonst noch drin ist:

  • Zimt (nicht zu knapp)
  • Vanille (frisch aus der Schote)
  • Cranberries (getrocknet)
  • Mandeln (in welcher Form ist eigentlich fast egal-ich nehme ganze mit Schale)
  • Apfelchips (kann man mit etwas Geduld natürlich auch selbst backen)
  • Kürbiskerne (Achtung- zu viele werden herb)
  • Walnüsse (hier gilt dasselbe wie bei den Kürbiskernen)

Aber auch lecker wären:

  • Zerbröselte Vanillekipferl, Zimtsterne etc.
  • Zerhackte Lieblingsschokolade
  • verschiedene Nüsse und Kerne (Pecanüsse, Macadamia etc.)
  • Sahnekaramellsplitter
  • diverse getrocknete Früchte
  • Kokosraspel
  • weihnachtliche Gewürze wie Piment, Kardamom, Ingwer…
  • …usw.

Coco Loco

Kokosöl findet sich inzwischen in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft. Das Öl ist sehr fest, schmilzt aber schon bei Handwärme. Wer es nicht kennt und nichts gegen Kokos einzuwenden hat, sollte es ohnehin immer zu Hause haben. Ich nutze es zum Anbraten, wenn ich Curry mache und für Dattelkonfekt, nehme es zwischendurch aber auch für die Hände, für die Lippen, als Augenmakeup-Entferner und als Haarkur. Kokosöl ist nicht nur pflegend, sondern hat durch die enthaltene Laurinsäure sogar eine antimikrobielle Wirkung. Wer den Geruch und Geschmack von Kokos nicht leiden kann, greift auf das geschmacksneutrale Kokosfett zurück. Nach dem Pressen werden diesem die Geschmacksstoffe mit Hilfe von Wasserdampf entzogen.

Mix it Baby

Die kernigen Zutaten grob zerhacken und zu den Haferflocken in eine Schüssel geben. Auch Apfelchips und Cranberries etwas zerkleinern und hinzufügen. Auf zwei Becher Haferflocken kommt etwas weniger als ein halber Becher Kokosöl. Das Öl wird geschmolzen und mit etwa der gleichen Menge Honig und /oder Ahornsirup vermengt. Hier kommt es natürlich ganz darauf an, wie süß man es gern hat. Ahornsirup ist dabei etwas herber und weniger süß als Honig. Zimt und Vanillemark in das süße Öl rühren und über die Haferflocken-Nuss-Mischung geben. Alles wird glänzend überzogen.

Happiness is…smelling there is Granola in the oven

Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und im Backofen bei 200 Grad 10-20 Minuten lang backen. In der Halbzeit einmal etwas wenden. Der Duft, der sich im Haus verbreitet, ist mindestens (!) genauso gut wie der von Weihnachtsplätzchen. Nachdem das Müsli etwas Farbe bekommen hat, ist zunächst schwer vorstellbar, dass die immer noch weiche und klebrige Masse mal ein Knuspermüsli werden soll. Aber Geduld. Nach dem Auskühlen solltet ihr es merken. Falls nicht, einfach noch etwas weiterbacken. Dabei aber immer den Ofen im Auge behalten. Es wäre schade, wenn das Ganze verbrennt. Hattet ihr vor, Zutaten wie Schokolade, Kekse oder Karamell hineinzugeben, ist jetzt die Zeit gekommen. Das goldene Granola kann nun in Gläsern abgefüllt, verpackt und beschriftet werden. Am allerbesten schmeckt es uns mit Naturjoghurt.

Eating something fresh out of the oven is like a hug you can taste.

Ein paar weitere nachhaltige Last Minute Ideen zu Weihnachten findet ihr aktuell auch auf dem Familien- und Reiseblog Planethibbel.

 

 

 

 

 

 

 

Berghotel Rudolfshütte im Nationalpark Hohe Tauern

Schlafen auf 2315m Höhe

Oben auf dem Berg fühlen wir uns am wohlsten. Hier ist die Luft frisch, der Blick weit und der Kopf frei. Immer wieder zieht es uns deshalb hoch hinaus. In diesen Ferien schienen die Bedingungen allerdings nicht günstig. Ich war im 6. Monat schwanger, wir reisten mit drei Kindern und der “große Bruder” war erst drei Jahre alt. Anspruchsvolle Wanderungen waren also kaum möglich. Umso größer die Freude, als wir für den Auftakt unseres Österreich Urlaubs noch ein freies Familienzimmer im Berghotel Rudolfshütte bekommen konnten. Wie oft schon haben wir uns geärgert, am Ende des Tages nach der Wanderung wieder mit der Seilbahn hinab zu müssen. Dieses Mal durften wir oben bleiben und ohne große Anstrengung Zeit in luftigen Höhen verbringen. Mitten in der Natur des Nationalparks Hohe Tauern auf 2315m.

Selbstversorgung am Berg?

Zwei Kinder übernachten gratis. Noch ein Beistellbett im Zimmer? Gar kein Problem. Mal ehrlich – dass die Übernachtung sogar für 2 Kinder frei ist, gibt es nur sehr selten und wenn dann nur, wenn der Preis pro Erwachsenem im Pauschalangebot wahnsinnig überteuert ist. Die Preise in der Rudolfshütte sind absolut fair – in unserem Fall sogar inklusive Halbpension und Kinderprogramm. Zugegeben, sind wir sonst absolut keine Pauschalurlauber, aber oben am Berg wird es mit der Selbstversorgung ja doch etwas unbequem.

Anreise mit Turbulenzen

Für die lange Anreise nach Uttendorf am Weißsee planten wir extra viel Zeit ein. Wir mussten schließlich noch die Seilbahn zur Rudolfshütte erreichen. Und trotzdem kam, was kommen musste: Der Puffer reichte nicht aus. Stau, Stau, Stau… Das Navi berechnete, dass wir 5 Minuten nach der letzten Seilbahn am Ziel ankommen würden. Mit Sack und Pack und Kindern im Halbdunkeln den Berg zu Fuß zu bewältigen schien keine Alternative. In Uttendorf angekommen, hatten wir dann doch noch etwas aufgeholt und schöpften Hoffnung. Gleichzeitig mussten wir leider feststellen, dass wir noch nicht am Ziel waren. Von Uttendorf sind es noch 17 km bis zur Talstation der Weißsee Gletscherbahn, dem Enzigerboden. In schier endlosen Serpentinen ging es den Berg hoch. “Mama, mir ist schleeeecht!”. Uns ehrlich gesagt auch, aber wir waren damit beschäftigt, allen Kindern klar zu machen, welche Aufgabe sie beim Aussteigen zu erledigen hatten. Am Parkplatz angekommen, klappte tatsächlich alles wie am Schnürchen. Die torkelnden Kinder zogen sich ihre Jacken über und standen mit den richtigen Kuscheltieren, Taschen und Koffern beladen am Schalter der Seilbahn.

Geschafft! Im doppelten Wortsinn. Wir hatten in letzter Minute die letzte Seilbahn erreicht. Das Wetter war mehr als bescheiden, dennoch genossen wir den Ausblick auf die Berglandschaft. Ein Fluss führte unter uns den Berg hinab, wir sahen Gämse und auch einen Wasserfall konnten wir entdecken.

In der Hütte und an der Hütte und um die Hütte herum

Die Rudolfshütte ist nicht wirklich im klassischen Sinne eine Hütte sondern vielmehr ein mit allen Extras ausgestattetes Hotel. Es bietet komfortabel eingerichtete Zimmer in verschiedenen Größen mit eigenem Bad, aber auch einen Hütten-Schlafraum mit 11 Betten und Dusche/WC auf dem Gang. Übernachtet man in einem der Hotelzimmer, sind auch Sauna und Schwimmbad inklusive. Die Rezeption stelllt dafür Handtücher und Bademäntel zur Ausleihe bereit. Das Schwimmbad war bei uns nie überfüllt und hat wirklich eine angenehm warme Wassertemperatur. Die Sauna darf zu bestimmten Zeiten sogar mit Kind besucht werden. Ich durfte sie luxuriöserweise sogar allein testen. Die Großen haben derweil mit den “Weißsee-Füxxen” Specksteine zu Anhängern geschnitzt und der Papa hat mit dem Filius im Zimmer Mittagspause gemacht. Die Aussicht aus der Sauna direkt auf den Bergsee ist der Hammer. Kleiner Schreckmoment: Bis heute weiß ich nicht, ob man sich auch andersherum von Draußen des Blickes in die Sauna erfreut. 😀

Im gemütlichen Foyer und Essensbereich sitzt man mit tollem Panoramablick auf die alpine Bergwelt der 3000er.

Das Buffetangebot ist überwiegend regional, reichhaltig und abwechslungsreich. Bisweilen vielleicht etwas “schwer”, aber das bringt die österreichische Küche wohl so mit sich und Suppe und Salat gibt es täglich zur Auswahl. Die Kinder können sich frei bewegen und nutzen gern die angebotenen Räume wie z.B. das Kicker oder Billiardzimmer. An der Rezeption stehen Billiardkugeln, Kickerbälle und Gesellschaftsspiele zur Ausleihe bereit.

Angebote der Rudolfshütte nutzen

Wir genießen es sehr, im Urlaub Zeit mit unseren Kindern zu haben und sind normalerweise keine großen Fans von Mini-Clubs und dergleichen. Das Programm der “Weißsee-Füxxe” ist aber wirklich gut durchdacht und fernab von bloßer “Kinder-Aufbewahrung”. Im Haus gibt es sogar eine eigene Indoor-Kletterwand, an der wir einen Familienkletterkurs machen durften.

In besonderer Erinnerung haben die Kinder auch einen Nachmittag, den sie mit den Trainern in der Natur verbracht haben. Barfuß im eiskalten Fluss haben sie Frösche, Wasserläufer und  Köcherfliegen gesammelt und am Flussufer die Tiere in Bechergläsern mit Lupen beobachtet und mit Karteikarten bestimmt. Natürlich wurden alle hinterher wieder behutsam in den Fluss entlassen.

Mit Kindern in die Berge

Wer mit Kindern in den Bergen unterwegs ist braucht Zeit. Jede geplante Tour dauert mit kleinen Kindern drei Mal so lang wie angegeben. Da wir mit Kleinkind unterwegs waren und ich zu der Zeit bereits schwanger mit Nummer vier herumkugelte, haben wir uns nur kurze Rundwege vorgenommen und an einer kleinen, geführten Naturbeobachtungswanderung teilgenommmen, bei der wir jedoch “verloren gegangen” sind. Natürlich haben wir dem Bergführer ausrichten lassen, dass alles okay mit uns ist. Ich denke in Zukunft wandern wir lieber nur noch allein. Das Warten auf die Gruppe hat irgendwie nicht gut funktioniert. Unsere Kinder gehören zum Typ “mountain runner”. Je kraxeliger die Strecke, desto besser.

Schwanger in den Bergen

Zum Glück war ich noch am Anfang der Schwangerschaft, so dass mein Gleichgewicht nicht beeinträchtigt war. Zum Zeitpunkt der Buchung hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht. Erst im Nachhinein las ich in den Informationen des Hotels, dass sich werdende Mütter wegen des Aufenthalts in der Höhe mit dem Arzt abstimmen sollten. Dr. Google weiß zu dem Thema natürlich jede Menge Ängste zu schüren. In der Broschüre des Deutschen Alpenvereins (DAV) “Mit Babybauch in die Berge” ist zu lesen, dass Schwangere ohne Akklimatisierung nicht über 2500m gehen sollten. Wir lagen mit 2315m noch drunter und meine Ärztin gab ebenso grünes Licht. Die höhere Belastung konnte ich dann aber doch spüren. Vor allem am Anfang fühlte sich jeder Spaziergang einfach ein bißchen anstrengender an. Das gut verpackte Babykind strampelte und trat munter wie bisher.

Beachte für einen Bergaufenthalt im Sommer

Ohne feste Wanderschuhe, warme Kleidung und Regenschutz geht es in den Bergen nicht. Die Außentemperaturen können sehr unterschiedlich sein. Sie liegen im Sommer zwischen -5°C und +22°C.

Wir hatten Schnee, Regen und Kälte…

…und strahlenden Sonnenschein

Im Winter verspricht die Rudolfshütte übrigens 23 Pistenkilometer, Schneesicherheit und Skipass ohne Wartezeiten.

Das Mainzer Gutenberg Museum mit Kindern

Gutenbergstadt Mainz

Die Mainzer sind stolz auf Johannes Gutenberg, den unbestritten bedeutendsten Sohn der Stadt.  Jedes Jahr im Sommer feiert Mainz mit der Johannisnacht ein riesiges Volksfest zu seinen Ehren und zum Rosenmontagszug trägt die Bronzestatue auf dem Gutenbergplatz die Narrenkappe. Er gehört einfach dazu.

Im Jahr 1900 gründeten die Mainzer Bürger anlässlich seines 500. Geburtstages das Gutenberg Museum. Es befindet sich zentral in der Altstadt gegenüber vom Dom.

 

Schulwissen

Fast jeder hat im Laufe seiner Schulzeit schon einmal von Gutenberg gehört. Seine Erfindung gilt als echte Medienrevolution. Der Druck mit beweglichen Lettern war aber auch verdammt praktisch, musste man doch vorher entweder per Hand abschreiben oder in mühevoller Arbeit spiegelverkehrte Druckplatten herstellen. Wie ärgerlich, wenn einem da ein Fehler unterlief!

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, wurde um 1400 in Mainz geboren und starb am 3.Februar 1468, ebenso in Mainz. Er gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckpresse. Besonders geehrt wird er für die Gutenberg-Bibel, die zwischen 1452 und 1454 entstand und für ihre technische und ästhetische Qualität bekannt ist.

Im Museum befinden sich 2 von 49 weltweit existierenden Exemplaren der Gutenberg Bibel von 1454 unter Panzerglas im Tresorraum. Außerdem Exponate in den Bereichen Drucktechnik, Typografie, Kunstdruck, Papier, Geschichte der Schrift in verschiedenen Kulturen usw.

Und wo bleibt der Spaß?

Eure Kinder interessieren sich nicht für Papier hinter Glasscheiben? Für sie beginnt der Spaß ganz klar bei den Kinder- oder Familienführungen am Samstag und Sonntag. Hier kann man das Schmelzen des Bleis über dem Feuer, das Gießen der Lettern und den Druck an einer alten Druckmaschine live miterleben. Den jungen Museumsbesuchern werden ausgewählte Ausstellungsstücke gezeigt und altersgerecht erklärt. Die Führung „Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern“ ist sogar schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Die Kinder erfahren von der Entstehung der Schrift und dürfen verschiedene Exponate (Pergament, Federn, Siegelstempel, Naturfarben etc.) anfassen und ausprobieren. Im Anschluss kann im Foyer des Gutenberg-Museums an der Mobilen Druckwerkstatt selbst gedruckt werden.

Druckladen

Für einen Besuch der angeschlossenen Druckladens muss ein Termin gemacht werden. Ob als Familie, Kindergeburtstagsgruppe oder Schulklasse – es lohnt sich auf jeden Fall. Wer Zeit und Geduld mitbringt, kann sich einen eigenen Text setzen und selbst drucken. Handlettering mal anders. Weniger Geduldige oder kleinere Kinder können aus vorgefertigten Druckplatten wählen, die Druckfarbe aufrollen und an der manuelle Druckerpresse ihre Kräfte testen. Die Ergebnisse können sich am Ende immer sehen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Füssen – mit Kindern im Allgäu

Mit Kindern im Allgäu

Das Haus eine Baustelle, kein Auto und kaum noch Urlaubstage. Nicht gerade eine gute Ausgangssituation für einen Familienurlaub. Wir steckten gerade in der mühevollen Sanierung unseres fast 100 Jahre alten Hauses, das wir damals gerade erst frisch gekauft hatten. Urlaub war für diesen Sommer nicht geplant und doch hatten wir ihn bitter nötig. Unseren sportlichen Kleinwagen hatten wir gerade verkauft, um ihn gegen einen größeren und praktischeren Familienwagen einzutauschen. Wir setzten uns eine Deadline. Wenn wir innerhalb einer Woche ein Auto finden würden, könnten wir es noch schaffen, der Baustelle ein paar Tage zu entkommen. Tatsächlich holten wir zwei Tage später unseren großen Kombi ab. Es blieben noch 6 Tage Resturlaub.

Urlaub in Deutschland – ein bißchen spießig, oder?

Wenigstens meinte es der Sommer besonders gut mit uns und es musste daher dringend ans Wasser gehen. Wie praktisch, dass gleich mehrere der schönsten Seen Deutschlands nur vier Autostunden von uns entfernt, in der Gegend um Füssen liegen sollten. Ehrlich gesagt, war ich trotzdem etwas enttäuscht, nicht einmal ins Ausland zu reisen. Nicht Frankreich, nicht Italien, nicht die Niederlande, nicht einmal Österreich oder die Schweiz. Urlaub in Deutschland…ins Allgäu…das klang für mich verdammt spießig nach Seniorenprogramm. Aber das Unerwartete lässt sich nicht planen. Zum Glück.

Bauernhöfe und Gästehäuser im Allgäu

Auf den bekannten Buchungsportalen sah es nicht gut aus, was Familienunterkünfte anbelangte. Ein Anruf bei der örtlichen Touristeninformation half uns weiter. Das Gästehaus Geiger hatte ein Zimmer für uns und wir fuhren noch am selben Tag.

Tipp: Örtliche Touristeninformationen haben oft aktuelle Informationen zu freien Zimmern, die im Internet gar nicht aufgeführt sind.

Unsere Unterkunft lag idyllisch zwischen Füssen und Hopfen am See mit Blick auf die Voralpen.

Gästehaus Geiger

Frau Geiger und ihre Familie empfingen uns herzlich. Unsere Kinder waren begeistert. Ungeplant hatten wir Ferien auf dem Bauernhof gebucht. Wenn das der Papa vorher gewusst hätte ;)… Familie Geiger hat eigene Milchkühe und hinter dem großen Garten mit Fußballtor und Rutsche sprangen kleine Ziegen herum. Frau Geiger versorgte uns jeden Morgen mit frischen Brötchen, leckerem Kaffee und warmen Kakao mit der Milch der eigenen Kühe. Im Allgäu gibt es unzählige kleine Pensionen und Bauernhöfe, die sich Zeit für ihre Gäste nehmen und die besten Tipps für die Umgebung parart haben.

Volles Programm

Die Programmhefte der Region rund um Füssen bieten eine Menge verschiedener Familienaktivitäten. Geführte Wanderungen für Naturentdecker, spazieren in den Baumwipfeln im Baumkronenweg beim Walderlebniszentrum  Ziegelwies, ein Ausflug zur Imkerei, eine Schifffahrt auf dem Forggensee, ein Besuch in der Kristalltherme in Schwangau oder der Alpentherme Ehrenberg im nahegelegenen österreichischen Reutte, eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn usw. Die Liste ist schier endlos. Die Besichtigung des Schloss Neuschwanstein sollte man auf jeden Fall erlebt haben, um sich einmal so richtig als Tourist in Deutschland zu fühlen. Es diente Walt Disney als Vorlage und ist so wahrgewordene Kindheitserinnerung zahlreicher Amerikaner. Die meisten Besucher kommen jedoch aus China. Das Schloss Neuschwanstein gehört wie der Eiffelturm zu den Bildern, die symbolhaft für Europa stehen. So drängen sich in der Hochsaison bis zu 7000 Besucher täglich durch die Gänge. Uns hat es genügt, die Schlösser Neuschwanstein und das benachbarte Hohenschwangau von Außen zu bewundern.

Mehr See(he)n

In einem Umkreis von max.8 km von Füssen befinden sich Forggensee, Hopfensee, Alatsee, Weißensee, Alpsee, Schwansee, Bannwaldsee, Mittersee, Obersee und Faulensee

Sehenswert und auf dem Weg ist auch der Lechfall, von Füssen kommend auf der B 17 Richtung, etwa 700 Meter vor der österreichischen Grenze. Eindrucksvoll stürzen sich hier die Wassermassen über 5 Stufen in die Tiefe.

Die Lechschlucht gab der Stadt Füssen ihren Namen. Lateinisch ‘fauces’=Schlund
Der Forggensee ist der flächenmäßig größte Stausee Deutschlands. Er dient zum einen der Stromerzeugung, zum anderen aber auch der Hochwasserregulierung am Lech während der Schneeschmelze. Auch wenn der Forggensee, wie er sich jetzt darstellt, kein natürlicher See ist, so liegt er doch in einem Becken, das nach der letzten Eiszeit von einem noch größeren See ausgefüllt war. Heute wird er ab Oktober trockengelegt und bis auf ein paar Pfützen ist nichts von ihm übrig. Im Winter kann man dafür zweimal wöchtentlich eine Wanderung auf dem Grund des Sees unternehmen.

Der Forggensee ist zu einem unserer Lieblingsseen in Deutschland geworden. Im Abendlicht liegt er silbrig glänzend da – wie hier an der Badestelle am Café Maria. Rund um den See ist kaum Bebauung erlaubt. Kälteempfindliche können ihr Badeglück im Hopfensee, einer der wärmsten Voralpenseen, finden. Hier kann man auch Tretbot fahren, SUP und Windsurfen üben, in lustigen Familiengefährten um den See touren oder auch gemütlich mit Seeblick Essen oder Kaffee trinken gehen. Wer mag, kann an jedem Urlaubstag in einem anderen See schwimmen.

Also doch nicht alles Käse…

Wir wollten in kürzester Zeit möglichst viele regionstypische Dinge sehen und erleben und steuern deshalb die Sennerei Lehern an, um zu schauen, wie der Allgäuer Bergkäse und der Allgäuer Emmentaler gemacht werden. Die Führung dauert eine gute Stunde, zeigt alle Stationen der Käseherstellung und endet in einer kleinen Verkostung im angeschlossenen Hofladen. Was für ein Jammer, dass ich gerade schwanger war und keinen Rohmlichkäse essen durfte.

Bachwanderweg – keine Langeweile für Kinder

Wunderschön war es, den Bachweg hoch zum Buchenberg zu wandern. Der Weg beginnt am Parklatz neben dem Sessellift Buching, führt zunächst über ein Stück Wiese und führt dann einen Waldweg entlang eines Baches hoch zum Gipfelkreuz. Unterwegs gibt es jedoch auch Lichtungen, von denen aus man die Aussicht genießen kann. Von hier aus sahen wir auch Wanderer, die auf breiteren, asphaltierten Wegen gingen. Dort wäre man auch problemlos mit Kinderwagen hochgekommen. Aber unsere beiden Mädchen wollten natürlich selber laufen. Unsere Wandererfahrung mit Kindern: Je kraxeliger der Weg, desto spannender wird es für die Kids. Gehen wir daheim nur 1km zu Fuß zum nächsten Supermarkt oder machen einen Spaziergang durch den Park, wird sich beschwert und gefragt, wann man denn endlich da ist. Der Bachwanderweg besteht fast ausschließlich aus schmalen Waldwegen. Die Baumwurzeln bilden natürliche Treppen und zwischendurch kann man sich im Bach erfrischen.

Oben angekommen wird man mit einer fabelhaften Aussicht belohnt. Bei gutem Wetter ist hier ein beliebter Startpunkt für Paraglider.

Die besten Dinge findet man, wenn man sie nicht sucht

Füssen ist für uns zu einem festen Zwischenstopp auf jeder Reise Richtung Süden geworden. Wir bummeln durch die hübsche, mittelalterliche Altstadt, kaufen uns etwas zu Essen und setzen uns anschließend zum Picknick an den Forggensee.

 

 

 

 

ExperiMINTa Frankfurt

Experiminta Museum in Frankfurt

Gemütlich am Kamin sitzen, Kakao trinken, Kuchen backen und sich zu Hause einkuscheln. Das ist die kalte Jahreszeit…nicht.

Zumindest nicht bei uns. Ohnehin sind wir schon aufgrund diverser Sporttermine sehr viel unterwegs, aber wenn mal Zeit ist, kann so ein Tag daheim echt anstrengend werden. Gemütlichkeit klappt  mal für eine Stunde oder zwei. Aber wenn wir alle 6 daheim sind ist es laut und wild. Man glaubt es nicht, wie schnell die vier Chaoten das Haus einmal kopfüber stellen können. Zum Glück gibt es bei uns im Rhein-Main-Gebiet so viele tolle Ausflugsziele. Diese Kategorie wird sich schon bald weiter füllen.

Als erstes nehmen wir euch mit in eines unserer liebsten Museen.

Wissenschaft zugänglich und greifbar machen-das ist das Konzept des Experiminta Museums in Frankfurt. MINT steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Vielleicht klingt das für den einen oder anderen nicht auf Anhieb spannend. Aber gerade diese sollten sich auf die Socken machen und sehen, wie interessant diese Themen sein können, wenn sie sich nicht nur auf dem Papier abspielen. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittlen ist problemlos. Das Mitmach-Museum liegt zentral und ist mit S- und U-Bahn (Bockenheimer Warte, Festhalle Messe, S-Messe) sowie mit der Tram (Varrentrappstr) gut zu erreichen.

Naturwissenschaft greifbar machen

Schon im Eingang erwartet einen das erste Experiment. Der Spiegel in die Unendlichkeit. In den thematisch untergliederten Räumen finden sich, auf vier Etagen verteilt, über 120  Experimentierstationen. Es gibt Stationen zur Akkustik (Schwingung/Wellen), zur Optik, zur Bewegung, zur Kraft, zu Muster und Zahlen, zur Luft und viele mehr.

Wir erforschen Pendelbewegungen, testen unser Gehör, zeichnen im Spiegel, malen mit der singenden Eisenplatte Töne in den Sand, lassen Tornados entstehen und betrachten uns im Verzerrspiegel. Wie schön, wenn man trotz Schwangerschaft mal wieder schlank erscheint ;).

Kinder können sich an Flaschenzügen selber in die Höhe ziehen und in einer riesigen Seifenblase stehen, während Väter im Fakirbett auf Nagelspitzen entspannen. Lustig, wenn im Streifenspiegel eine Mischperson entsteht: “MaPa” oder “PaMa” oder Kinder in der Glaskugel auf einmal über Kopf stehen. IM AUGE sitzend lässt sich der Weg des Lichts durch die Pupille und die Entstehung des Bildes gut nachvollziehen. Je nach Alter und Vorwissen, werden die Experimente ganz intuitiv “begriffen” oder auch zusätzlich genauer mit den Erklärtafeln erforscht. Warum schwebt der Ball im Luftstrom und fliegt nicht weg und wie verrückt ist denn bitte der Bernouilli-Effekt? Zur “Zauberhaften Physik” hat auch die Alma Mater Göttingen einen schönen Film erstellt. Naturwissenschaftliche Phänomene und mathematische Zusammenhänge werden durch das Experimentieren greifbar und verständlich. Nicht nur für Kinder!!!

Auf gar keinen Fall sollte man die zu wechselnden Themen stattfindenden Science Shows verpassen. Es kann spektakulär werden. Eine Übersicht über die nächsten Shows findet ihr hier.

Ganz wichtig: Plant ausreichend Zeit für den Besuch ein oder rechnet von Beginn an damit, nicht die komplette Ausstellung zu schaffen. Zwei Stunden reichen nicht aus, alles zu auszuprobieren.

Wir kommen auf jeden Fall wieder!

 

Kürbismuffins mit Dinkel

Ziemlich genau so sieht für mich ein perfekter Morgen aus. Baby schläft nochmal ein Ründchen und ich kann mich dazukuscheln und den nächsten Urlaub planen. Dazu gab es heute Kaffee und Kürbismuffins, die ich gestern gebacken habe. Eigentlich mag ich Kochen viel lieber als Backen, aber da ich im Herbst regelrecht im Kürbiswahn bin, muss es Kürbis in allen erdenklichen Variationen geben. Diese Kürbismuffins zählen seit gestern zu einer meiner Lieblingsvarianten.

Zutaten:

  • 300g Hokkaido Kürbisfleisch
  • 150g weiche Butter
  • eine Prise Salz
  • 150g brauner Zucker
  • 2 Eier
  • 1 TL Zimt
  • etwas frischen, geriebenen Ingwer
  • eine Messerspitze Piment
  • ca. 200g Dinkelvollkornmehl
  • 2 TL Backpulver

Handwerk

Den Kürbis schälen, entkernen und würfeln. Im Wasser garkochen, bis das Kürbisfleisch weich ist. Dampfgarer oder Backofen geht natürlich auch. Hauptsache weich. Dann mit dem Stabmixer fein pürieren. Den Backofen auf 190°C vorheizen.
Butter, Zucker und Eier schaumig schlagen. Anschließend das Kürbispürree mit Gewürzen mischen und unter die schaumig geschlagene Mischung geben.

Spices und so yaaaayyy!

Was die Gewürze angeht, könnt ihr natürlich variieren. Etwas Muskat passt vielleicht ganz gut oder Vanille. Nelkenpulver und Kardamom (vorsicht mit der Dosierung) auch. Wer gleich alles zusammen haben will, nimmt Kaffeegewürz (z.B. von Schuhbeck). Ich hab eher zurückhaltend gewürzt, so dass Ingwer und Zimt dominieren und der Kürbis noch rauskommt. Was den Ingwer angeht, gebe ich bewusst keine Menge an, denn auch hier sollte jeder selbst sehen, wie er es am liebsten mag. Ich bin ohnehin kein Freund davon, genau nach Rezept zu kochen. Auch wenn beim Backen natürlich die Grundzutaten schon im festen Verhältnis stehen müssen. Ich habe ein daumennagelgroßes Stück Ingwer genommen. Man schmeckt ihn gut raus, aber die Kinder mögen es immer noch ;). Eine Erwachsenenvariante für Ingwer-Liebhaber könnte ruhig mehr vertragen. Backpulver mit Mehl vermischen und unter o.g. Masse rühren bis eine homogene Teigmasse entsteht.
Papierförmchen in Muffinblech setzten oder zwei Papierförmchen ineinander legen oder Silikonförmchen nutzen.
20-25 Minuten Backzeit.

Passen hervorragend zu meinem Frühstückskaffee. Wenn mehr Ingwer-Power drin ist, kann ich mir auch einen grünen Tee gut dazu vorstellen.

 

Ausflug im Herbst nach Rüdesheim am Rhein

Familienausflug ins Rheintal nach Rüdesheim am Rhein

Eigentlich sollte es in den Herbstferien nach Südtirol zum Törggelen gehen – diesen Plan mussten wir jedoch verabschieden. Jeder kennt dieses arbeitgeber- und schulfreundliche Phänomen. Es gibt sogar einen Begriff dafür, habe ich kürzlich gelesen – “leisure sickness”. Der Körper hat in Stressituationen schlichtweg keine Zeit, krank zu werden. Evolutionstechnisch macht das natürlich Sinn. Dass wir heutzutage meist nicht in lebensbedrohliche Situationen geraten, wenn wir im Job mal für ein paarTage aussetzen, hat er einfach noch nicht gelernt. Dieses Jahr traf es uns. Pünktlich zu Ferienbeginn bekommt ein Familienmitglied nach dem nächsten Fieber, Halsweh, Husten usw. Als langsam alle wieder annähernd gesund sind, kommt die Häuptlingstochter humpelnd vom Fußball. Zerrung! Ausgedehnte Bergwanderungen nicht möglich. Ein Familienbesuch aus dem Norden verhilft uns dann doch aus dem Haus und wir entschließen uns zu einem Touri-Tag in Rüdesheim im benachbarten Mittelrheintal.

Das Obere Mittelrheintal – UNESCO Welterbe

Rüdesheim liegt auf der Sonnenseite des Rheins im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Der Tourismus vermarktet den südlichen Teil des Mittelrheins von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz als „Tal der Loreley“. Seit dem 19. Jahrhundert ist es Inbegriff der Rheinromantik, die auch Heinrich Heine gepackt haben muss. Er dichtet 1824 von der Loreley als eine Art Nixe, die die Rheinschiffer durch ihren Gesang in ihren Bann zieht, sodass diese durch die gefährliche Strömung und Felsenriffe ums Leben kommen. Als Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal wurde der malerische Flussabschnitt 2002 zum UNESCO Welterbe erklärt.

Oberes Mittelrheintal UNESCO Welterbe

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19.Jahrhundert ist der Rhein ein absolutes “Muss” und entwickelt sich zur touristischen Adresse ersten Ranges. Neben der Schweiz und Italien musste man hier unbedingt gewesen sein, wenn man etwas auf sich hielt. Es wurde gemalt, darüber gedichtet und davon gesungen. Und tatsächlich ist sogar schon der Weg nach Rüdesheim sehr sehenswert. Wir fahren direkt am Rhein entlang und sind von Weinanbau umgeben. Für unsere Hamburger Gäste, die flaches Land gewöhnt sind, ist hier bereits Hochgebirge. Wer die Anreise noch interessanter gestalten möchten, nimmt ab Bingen am Rhein die Autofähre nach Rüdesheim. Das ist für kleinere Kinder ein Abenteuer und auch die Großen freuen sich über den besonders schönen Blick auf Rüdesheim, die umgebenden Weinhänge und den Niederwald.

Rentner – Malle?

Dem trüben Wetter zum Trotz schlendern wir durch das rheinhessische Städtchen an zahlreichen Fachwerkhäusern vorbei. Zum Glück ist unser Besuch Regen gewöhnt. Bei Sonnenschein schieben sich weit mehr Touristen durch die enge Drosselgasse. Jährlich bis zu 3 Millionen Besucher. Das sind sogar ein wenig mehr, als der Berliner Reichstag verzeichnen kann. Rüdesheim steht laut dem Deutschen Tourismus Verband (DTV) gleich nach dem Kölner Dom auf Platz 2 der deutschen Sehenswürdigkeiten. Restaurants werben mit mehrsprachigen Schildern für Schweinshaxe und Rheinhessischen Sauerbraten. An jeder Ecke gibt es Probierschlückchen Federweißen, “young wine”, für einen Euro mitzunehmen und von den mit Wein überwachsenen Restaurantterrassen schallt schräg Schlagermusik. Nicht umsonst ist Rüdesheim auch als Rentner-Malle bekannt. Touristenshops reihen sich aneinander und verkaufen alle dieselben Häkeldecken und Tischsets, Schnaps- und Biergläser mit Deutschlandflagge und Reichsadler, Kuckucksuhr-Magneten und gehäkelte Topflappen. Wir finden etwas seltsam, was den vielen, zumeist asiatischen und amerikanischen Besuchern daheim als Erinnerung von Deutschland bleibt.

Seilbahn Rüdesheim zum Niederwalddenkmal

Ein altes Bild von der Gondel zum Niederwalddenkmal. Beim letzten Besuch konnte ich in der Gondel aufgrund des Regens, der uns dort erwischte, meine Kamera nicht viel benutzen.

Im Zentrum startet die Seilbahn zum Niederwalddenkmal. Die Berg- und Talfahrt kostet 8€ für Erwachsene. Kinder ab 5 Jahren zahlen 4€. Die offenen Gondeln schaukeln gemütlich über die Weinberge und man genießt eine tolle Aussicht über den Rhein. Zwei japanische alte Damen sind gut ausgestattet. Sie sitzen in der Gondel vor uns und prosten sich mit einem Gläschen Sekt zu. Oben angekommen scheint der Kitsch von unten fern. Ein moderner, schwarzer Restaurant-Kubus mit großer Sonnenterrasse bietet deutsche und italienische Küche. Die Einrichtung ist modern. Ein bißchen Almhüttenflair mit Betonboden-Industrieschick. Große Lampenschirme sind mit Landschaften des Mittelheintals bedruckt. Was in der modernen Gastronomie Österreichs oder der Schweiz funktioniert, geht auch in Rheinhessen.

Angeschlossen ist eine Almhütte, die von großen Gruppen bis zu 95 Personen gemietet werden kann. Wir lassen uns Capuccino schmecken während die Kinder mit Pommes und Malsachen glücklich sind. Für den Minimenschen gibt es ein Stück frisches Brot und etwas Babyspielzeug.

 

 

Hier ein älteres Bild vom Denkmal. Denkmal unverändert. Der kleine Barfußkrabbler ist inzwischen 5 Jahre alt.

Das Niederwalddenkmal ragt imposante 38,18m in die Höhe. Zuoberst steht die siegreiche Germania, auf deren Sockel die Hauptinschrift des Denkmals steht:

ZUM ANDENKEN AN DIE EINMUETHIGE SIEGREICHE ERHEBUNG DES DEUTSCHEN VOLKES UND AN DIE WIEDERAUFRICHTUNG DES DEUTSCHEN REICHES 1870 – 1871

Zwölf Jahre hat es bis zu seiner Einweihung 1883 gedauert. Es soll an den Deutsch-Französischen Krieg und die Einigung des Reichs 1871 erinnern. Hier oben kann man ein wenig durch den Wald spazieren und anschließend entweder mit der Seilbahn wieder hinabfahren oder aber einen der schönen Wanderwege durch die Weinberge zurück nehmen.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt oder gar ein paar Tage Urlaub hier plant, kann sich in Rüdesheim u.a. in einem mittelalterlichen Foltermuseum gruseln oder als Häftling in einem Gefängniskeller speisen. Auch gibt es in der Region zahlreiche Burgen und Schlösser zu besuchen und irgendwann einmal schaffen wir es bestimmt auch, eine Etappe des zwischen Koblenz und Wiesbaden verlaufenden Rheinsteigs zu bewandern.

Tourist at home

In der Region gibt es viele junge Winzer und Gastronomen, die Traditionelles für sich neu interpretieren. Das eigene Land zählt für die Deutschen zu den beliebtesten Reisezielen. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es einen lebendigen Tourismus. Sicher liegt es an den städtischen Ballungsgebieten und den vielen Arbeitsmöglichkeiten rundherum, dass junge Menschen hier bleiben möchten und ihre Region mit gestalten wollen.

Zuhause schauen wir, was die sozialen Medien so über unser Nah-Reiseziel zu sagen haben. Auf Instagram finden wir einen jungen Mann aus Japan, der ein Selfie aus der Seilbahn mit bedeutungsschwerem Blick in die Ferne postet. Hashtag: #neverstopexloring

Die Rhein-Romantik scheint noch nicht am Ende. 😉

 

 

 

 

 

Linsencurry mit Möhren oder Kürbis

Dal Linsencurry

Schön ist anders

…jetzt schlummert das Linsencurry schon so lang in der Schublade. Und das nur, weil es partout keine Fotoschönheit sein will.

Augen zu und Mund auf

Dabei schmeckt das Linsencurry wirklich ganz hervorragend, steckt voller pflanzlicher Proteine und ist in 5 Minuten erledigt. Also echtes Fast Food mit gutem Gewissen.

Was rein muss ins Linsencurry:

  • Eine kleine Dose Linsen (damit es wirklich schnell geht, sollten es welche aus der Dose sein – ich nehme kleine Bio-Linsen, letzten Endes ist es nicht so wichtig, welche es genau sind, hauptsache, es ist kein Eintopf mit Suppengrün usw.)
  • Möhren (2-4 oder wieviele man eben mag) oder wahlweise ein paar Schnitze Hokkaido-Kürbis
  • 1 kleine Zwiebel
  • eine Dose Kokosmilch
  • Pfeffer, Salz, rote Currypaste
  • eventuell etwas Zitronensaft

Und jetzt geht alles ganz schnell

Zuerst werden die Möhren geschält und in kleine Würfelchen geschnitten. Das schafft man gemütlich in 2 Minuten. Gleiches geschieht mit der Zwiebel in 30 Sekunden. Topf mit etwas neutralem Öl steht natürlich schon heiß, aber nicht zu heiß auf dem Herd bereit. Wer gut ausgestattet ist, nutzt hier Kokosöl zum Braten. Was soll der Geiz? Butter ist ohnehin schon fast ebenso teuer geworden und noch dazu viel ungesünder. Nun gut…Salami mit Kokosöl drunter ist vielleicht nicht so das Wahre. Aber in diesem Fall passt das alles ganz wunderbar.

Zwiebeln und Möhren im heißen Öl 30 Sekunden anbraten, Linsen dazugeben und alles zusammen weitere 30 Sekunden garen. Hat man einen besseren Dosenöffner als wir, schafft man es locker in den folgenden 30 Sekunden, die Dose zu öffnen und die Linsen in einem Sieb oder Durschlag sauber zu spülen. Die Linsen zu den Zwiebel-Möhren schütten und in den nächsten 15 Sekunden eine Dose Kokosmilch öffnen und dazugeben. Mit roter Currypaste würzen und nach Belieben salzen. Auch das dürfte nicht länger als 15 Sekunden gedauert haben. Wieviel Currypaste hineingehört, ist schwer zu sagen, da sie alle etwas unterschiedlich sind. Von meiner benötige ich nur einen viertel Teelöffel. Lieber vorsichtig herantasten und unbedingt probieren. Manche Pasten sind sehr scharf. Wer es frisch mag, gibt noch ein wenig Zitronensaft dazu.

Bleiben noch 30 Sekunden, um das Ganze nochmal richtig auf Temperatur zu bringen.

FERTIG

Und dazu unbedingt Basmatireis.

PS Für die, die darauf achten müssen oder wollen: Nebenbei ist das Dal zufällig auch glutenfrei, weizenfrei, laktosefrei, vegetarisch – sogar vegan, es muss nichts ersetzt werden und es fehlt an nichts.

 

Acquafraggia Wasserfälle

Valchiavenna

Die Acquafraggia Wasserfälle im Valchiavenna Tal entstehen auf der „Lago“ Bergspitze, auf 3050 Meter Höhe und gehören zur Gemeinde Piuro-Valchiavenna. Ein Wildbach bildet in einem Felsbecken einen Bergsee und stürzt dann mit einem Höhenunterschied von 1800m mehrfach vom Felsen ab.

aqua fracta – Wasser das von Wasserfällen „unterbrochen“ wird

Zuletzt endet der Sturz in einem Doppelwasserfall, an den man in Boronuovo di Piuro ganz nah herankommt. Überall in der Luft liegt ein Sprühnebel, wie man ihn sich sonst nur von Thermalwasserspray kennt. Seeeeehr erfrischend und perfekt an heißen Sommertagen.

Ein paar Todesmutige haben im Fluss gebadet. Wir wollten ihn nur durchqueren, um auf die andere Uferseite zu gelangen. Ganz abgesehen von der starken Strömung, war das Wasser aber zusätzlich EXTREM kalt.

Es gibt aber wirklich kaum Besseres, als mit dem Rauschen des Wassers im Hintergrund und durch den Sprühnebel erfrischt auf der Wiese an den Wasserfällen zu liegen. Auch einen Kiosk gibt es hier. Man kann gut einen ganzen Tag an diesem wunderbaren Ort verbringen. Schon Leonardo da Vinci erwähnte die „belle chadute d’aqua“ in seinen Notizen.

Mehrere Ausflugsstrecken beginnen bei den Acquafraggia Wasserfällen. Das nächste Mal schließen wir sicher eine kleine Wanderung an.